top.tirol insights: Hohe Zinsen belasten KMUs

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Wir als Branche sind nicht sonderlich verwöhnt, was Rahmenbedingungen betrifft.“

 

Wer sagt das? 

 

Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen finden Sie hier. 👇

Top-Thema

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Das kleinere Übel

Im Zuge der Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) wird häufig über die Auswirkungen auf private Kreditnehmer wie Häuslbauer gesprochen. Doch auch Unternehmen ächzen unter der Zinslast.

Vor allem KMUs, die 99,6 Prozent aller Unternehmen in Österreich ausmachen, sind davon betroffen. 
Warum sie die Zinssteigerung besonders spüren, macht Armin Schneider, Direktor der OENB West, an vier Kernpunkten fest:

 

  • „KMUs verzeichnen im Vergleich zu großen Unternehmen eine im Mittel niedrigere Eigenkapitalquote und sind stärker durch Banken finanziert."

  • „Aufgrund des höheren Anteils an Bankenfinanzierung ist auch die Zinsbelastung höher."

  • „EZB-Umfragen zeigen, dass Banken die Kreditstandards bei KMUs zuletzt stärker angezogen haben als für Großunternehmen. Auch Kreditkonditionen werden zunehmend strikter.“

  • Der in Tirol wichtige Tourismussektor sei laut Schneider im Durchschnitt noch weniger durch Eigenkapital finanziert. Zudem lägen Liquiditätsreserven im Vergleich zu anderen Branchen im unteren Drittel.

„KMUs sind stärker durch Banken finanziert.

Armin Schneider, Direktor OENB West

Hohe Zinsen sind jedoch ein klassisches Werkzeug der Notenbanken, um auf eine stark ansteigende oder überschießende Inflation zu reagieren. In der gegebenen Situation sei laut Schneider eine ungebremste Inflation die größere Belastung:

Einerseits, weil sich die hohe Inflation über Lohnabschlüsse rasch auf die Kosten der Firmen niederschlage. Da der Anteil des Personalaufwands zum Umsatz in fast allen Branchen sehr relevant sei – im Gegensatz zum Finanzierungsaufwand. Andererseits, weil sich die Inflation sehr schnell auf das Kundenverhalten auswirke und Kunden in der Regel zurückhaltender würden, meint Schneider.

Außerdem zahlten Unternehmen Mitte der 90er-Jahre für Kredite bis umgerechnet 1 Million Euro zwischen 5 und 6 Prozent an Zinsen. Trotzdem zeigte das reale BIP ein Wachstum von 1 bis 4 Prozent pro Jahr, so Schneider. Aktuell seien es knapp 3 Prozent Zinsen, bei einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von unter 0,5 Prozent in 2023. 
Das bedeutet, dass hohe Zinsen KMUs zwar stärker belasten, aber alternativlos und nicht dramatisch sind.


Um sich gegen steigende Zinsen abzusichern, können KMUs laut Schneider:


  • Die Eigenkapitalquote erhöhen. Doch auch das ist nicht kostenlos.

  • Auch heute noch Fixzinsbindungen eingehen.

  • Augenmerk auf die Verringerung der Liquiditätsbindung im Unternehmen lenken.

Köpfe der Woche

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Gefördert

Rund 11.000 Personen arbeiten in Tirol im Bereich der Medizintechnik, der Pharma- und der Biotechnologie und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 2,7 Milliarden Euro. Um diesen Zweig auszubauen und weiterzuentwickeln, hat das Land Tirol den Health Hub Tirol initiiert. Dessen Ziel sei es, so Wirtschaftslandesrat Mario Gerber, Betrieben des Sektors in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation unter die Arme zu greifen. Geschehen soll dies durch ein 2,4 Millionen Euro großes Förderprogramm. Beantragen können interessierte Unternehmen diese Förderungen bis zum 31. Jänner 2023.

 
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Neues Zuhause

Letzte Woche kündigte Swarovski an, bis zu 80 Mitarbeiter, vorwiegend aus der IT, zu entlassen. Die mussten aber nicht lange auf ein Jobangebot warten. Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich, wolle, wie die TT am Mittwoch berichtete, mit allen IT-Kräften über eine mögliche Anstellung sprechen. Accenture ist ein weltweit tätiges Beratungsunternehmen, das mit 1. Dezember das ARZ (Allgemeines Rechenzentrum) übernimmt, welches mehrere Banken betreut. Dadurch wolle man den Standort Innsbruck zum umfassenden Banken-Kompetenzzentrum ausbauen, so Zettel.

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Gießkanne war nötig

Viel gescholten - aber dennoch zu ihrem Zeitpunkt bitter nötig: So sieht Gottfried Tappeiner, Volkswirt an der Universität Innsbruck, Anti-Teuerungs-Maßnahmen, denen vielfach das “Gießkannenprinzip” unterstellt wird. In seiner Beratungsfunktion beim Teuerungsrat erklärt er gegenüber dem ORF: „Treffsicherheit und schnelle Hilfe kann es nicht geben.” Zielgerichtete Hilfe müsse über eine bestimmte Zeit aufgebaut werden. Man sei aber bereits in der Übergangsphase. Jetzt gehe es um die Frage, wie man bereits beschlossene Leistungen an existenziell Betroffene heranbringen und Hemmschwellen abbauen könne.


‍Zahl der Woche

 

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‍Quelle: Bundesministerium für Finanzen / Stadt Innsbruck

Um den Gemeinden und Städten den aktuellen finanziellen Druck zu nehmen und weiteren finanziellen Einbußen zuvorzukommen, hat die Bundesregierung ein Investitionspaket von einer Milliarde Euro geschnürt. Der Beschluss soll im Rahmen der bevorstehenden Budgetbeschlüsse im Nationalrat gefasst werden.

Vorgesehen sind dabei 500 Millionen Euro für den Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine weitere halbe Milliarde, die als Investition etwa in die lokale Infrastruktur oder der Unterstützung gemeinnütziger Organisationen dienen soll. Aufgeteilt werden die Mittel dabei nach der Einwohnerzahl und dem abgestuften Bevölkerungsschlüssel auf alle Länder und Gemeinden Österreichs. 

Tirol erhält mit etwas über 82 Millionen Euro damit rund 8,2 Prozent der Fördermilliarde. Den größten Teil dieses Kuchens bekommt – wenig überraschend – die Landeshauptstadt Innsbruck mit 16,5 Millionen Euro. Als bevölkerungsreichstes Bundesland steht Wien das Gros des Fördertopfes zu. Mit 240 Millionen streicht die Hauptstadt rund ein Viertel der Förderungsmilliarde ein.


Die Idee der Gemeindemilliarde ist nicht neu. Schon 2020 wurde, nach dem gleichen Prinzip, eine Milliarde für Investitionen im kommunalen Bereich an die Länder ausgeschüttet.

‍Was wir uns fragen:


Wie geht es der Automobilbranche, Herr Unterberger?

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Dieter Unterberger, Geschäftsführender Gesellschafter, Unterberger Gruppe

Wie geht es eigentlich dem Autohandel?

Der Fahrzeughandel ist ja streng genommen schon sehr, sehr langem im Krisenmodus. Nämlich schon seit 2015, als der Diesel-Skandal aufgekommen ist – mit sehr, sehr großen Veränderungen in der Auto-Branche. Und so arbeiten wir seit diesem Zeitpunkt dahin und es ist aktuell immer noch so, dass das Thema Lieferengpässe, Lieferzeiten, nicht vorhersehbare Liefertermine sicher eines der größten Probleme des Autohandels sind.

Wie wird es in Zukunft für die Automobil-Branche weitergehen?

Wir sitzen als Hersteller und Händler zwar in einem Boot. Das sind am Ende des Tages zwei unterschiedliche Bereiche, die teilweise auch unterschiedliche Interessen haben. Diese werden in Zukunft sicher mehr auseinanderdriften. Die Hersteller wollen Vertriebskosten senken, koste es, was es wolle. Die Händler werden natürlich ihre Position verteidigen wollen und müssen. Am Ende des Tages wird der Konsument entscheiden, wo die Reise hingeht. Und da liegt es natürlich auch bei uns Händlern, dass wir unsere Position für uns selbst so definieren und ausfüllen, dass der Kunde sagt, er will auch künftig beim Automobilkauf von einem Händler vor Ort betreut werden.

Welche Rahmenbedingungen brauchen die Autohändler?

Wir als Branche sind ja da nicht sonderlich verwöhnt, was Rahmenbedingungen betrifft. Das heißt, wir haben uns schon sehr früh damit arrangieren müssen, dass uns die Hersteller sagen, was wir zu tun haben und dass der Gesetzgeber sehr starke Einflüsse geltend macht. Insofern glaube ich, ist es letztendlich wie im Sport: Wenn man sehr hart trainieren muss, um zu überleben und sich zurechtzufinden, tut man sich dann auch mir schwierigeren Rahmenbedingungen einfacher. Insofern glaube ich, dass die Autohändler sehr gute Voraussetzungen haben, sich an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

Vielen Dank für das Gespräch.


Zur Person

Dieter Unterberger ist als Geschäftsführender Gesellschafter in der 1976 gegründeten Unterberger Gruppe tätig. Neben dem Automobilhandel ist das Familienunternehmen auch in der Immobilien- und Beteiligungsbranche aktiv.

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Und zum Schluss

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Am Sonntag ist es wieder soweit: die Fußball-WM beginnt. Angesichts der Skandale rund um das Turnier in Katar will jedoch wenig Stimmung aufkommen.

 

Doch keine Sorge: Die Gastgeber haben ein Ass im Ärmel und ließen kürzlich Hunderte in Fan-Trikos großer Fußballnationen singend durch die Straßen ziehen.

 

Davon, dass diese Fans gekauft wären, will man in Katar allerdings ebenso wenig hören wie von Vorwürfen einer gekauften WM. Oder den Spionage-Gerüchten. Oder den Bedingungen für die Arbeiter. Nein, Deutschland ist bei den Katarern einfach beliebt.

 

Der Unmut über die WM hat auch Norbert Hofer erreicht, der auf Facebook einen Beitrag geteilt hat, demzufolge die FIFA ausgelassenen Torjubel verbieten wolle. Dieser sei „zu schwul“ für Katar. Dumm nur, dass es sich dabei um Satire gehandelt hat. Aber wer weiß. Vielleicht hat die WM doch etwas Gutes, wenn sich sogar die Rechten für LGBTQ-Rechte starkmachen. 

 

Vielen Dank fürs Lesen und bis nächste Woche!


IMPRESSUM

 

Target Group Publishing GmbH
Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck‍

 

top.tirol


Fotocredits:
Shutterstock (2), Die Fotografen (3), Accenture/Inmann

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