top.tirol insights: Tag der Entscheidung

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Ausgabe‍ 06/2024


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Gerber und Thaler

Über eine Wahl mit Symbolcharakter ...

… oder warum die Wirtschaftsbundwahl keine Gewinner kennt

 

Es dürfte eine unruhige Nacht für Wirtschaftskammer-Präsidentin Barbara Thaler und Wirtschaftslandesrat Mario Gerber gewesen sein. Heute Nachmittag gegen 17 Uhr wird feststehen, in wessen Hände die knapp 300 erwarteten Delegierten die Führung des Tiroler Wirtschaftsbundes legen, wer die Nachfolgerin oder der Nachfolger des derzeitigen Obmanns Franz Hörl wird. 

 

Es schadet dem Wirtschaftsbund, dass diese Wahl in dieser Form heute Nachmittag überhaupt stattfindet. Sie wirft einen weiteren dunklen Schatten auf die ÖVP, die in Tirol besonders gerne Probleme mit sich selbst sucht. Man denke aktuell an die Landeshauptstadt, wo die Bürgerlichen in geeinter Form locker stärkste Partei wären und demnach auch den Bürgermeister stellen könnten. Stattdessen streiten sich Florian Tursky und Johannes Anzengruber um die bürgerliche Vorherrschaft – mit dem Resultat, dass einer von ihnen sicher nicht Bürgermeister werden wird und der andere nur durch ein grünes oder blaues Wunder.

 

Dabei ist nicht so wichtig, wer gewinnt, sondern vor allem wie.

 

Die Wirtschaftsbund-Wahl selbst ist eigentlich von überschaubarer allgemeiner Bedeutung, dem heutigen Ergebnis aber wohnt ein großer Symbolcharakter für die Partei inne. Dabei ist nicht so wichtig, wer gewinnt, sondern vor allem wie. Oder anders formuliert: Ein klares Ergebnis (ab 60/40) schadet der/dem Unterlegenen deutlich. Heißt dieser Mario Gerber, könnte er sich die Frage gefallen lassen müssen, wie er Landeshauptmann werden will, wenn ihn nicht einmal die schwarzen UnternehmerInnen wählen. Wenn Thaler die Wahl klar verliert, könnte sie schnell vom Kometen zur Sternschnuppe mutieren und in der Folge sogar die nächste Kammerwahl als Präsidentin verlieren.

 

Deshalb hofft die/der vernünftige ÖVPlerIn auf ein möglichst knappes Ergebnis. Dann hätten quasi beide gewonnen, eine oder einer halt ein bisschen mehr. Apropos GewinnerIn: Während Thaler, Gerber und auch alle anderen bis zum späten Nachmittag warten müssen, um zu erfahren, wer der neue Obmann oder die neue Obfrau des Tiroler Wirtschaftsbundes wird, steht ein Gewinner bereits fest. Sparten- und Bezirksstellenobmann Franz Jirka ist auf beiden Listen zu finden, unterstützt also Thaler UND Gerber. Der verlässliche Gewinner dürfte sich zwar mit Opportunismus-Vorwürfen konfrontiert sehen und sich den einen oder anderen Fähnchen-Witz gefallen lassen müssen, ist aber wohl ein gutes Sinnbild für die Absurdität dieser Wahl. 



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Comeback der Woche

Enrique Gasa Valga

Letzten Sommer lief der Vertrag von Enrique Gasa Valga als Tanzdirektor des Tiroler Landestheaters nach 14 Jahren endgültig aus. Seine Fans trauerten heftig und feierten den längsten Abschied, den Innsbruck je gesehen hat. Viel Schweiß, ein paar Tränen, ein bisschen Blut und vor allem nur ein gutes halbes Jahr später ist der Katalane, der Innsbruck zu seiner Wahlheimat erkoren hat, zurück.

 

Mit seiner neuen Tanzcompany Limonada, die zum Großteil aus bekannten Gesichtern aus seiner Landestheaterzeit besteht, feiert Gasa Valga heute Abend die Premiere von „Lagrimas Negras“ im Innsbrucker Congress. Im ausverkauften Saal Tirol wird die Geschichte der legendären Pianisten-Familie Valdes aus Kuba erzählt. Es soll ein hoch emotionaler und hoch musikalischer Abend mit großen kubanischen Musikern und hinreißenden Choreografien werden. Dass Gasa Valga immer noch auf seine Fans zählen kann, zeigt der Vorverkauf: 7.000 Tickets für die sieben Shows sind weg, es gibt nur noch Restkontingente.

Weltverbesserer der Woche‍

miqalab

Die Gründer des Tiroler Start-ups MIQALab haben ein klares Ziel vor Augen: den Kampf gegen Mikroplastik aufzunehmen. Mit einem speziellen Analyseverfahren bestimmen sie für Unternehmen den Mikroplastikgehalt von Waren. So können Firmen ihre Produkte als zertifiziert mikroplastikfrei anbieten. Die genaue Idee hinter dem Start-up erklärt das Gründerduo Christoph Kappacher und Jovan Badzoka im top.tirol-Interview.

Dreifachsieger der Woche‍

ATP

Das Innsbrucker Architekturunternehmen ATP räumt beim German Design Award 2024 groß ab. Gleich drei Projekte wurden ausgezeichnet, nämlich der neue Firmensitz von Ceratizit Österreich, der Hauptsitz der Bank Avera und ein Verwaltungsgebäude der Basler Kantonalbank. Die ganze Story und Fotos von den Siegerprojekten finden Sie hier.

Highlights der Woche‍

Kettemann

Diese Woche ist wieder viel passiert. Unter anderem sammelte Walter Ischia 5,7 Millionen Euro für sein Start-up Innerspace ein. Die Egger Gruppe investiert 80 Millionen Euro in ein neues Leitwerk. Und Experte Matthias C. Kettemann erklärt uns das neue Digitalgesetz, das nächste Woche in Kraft tritt.


Zahl der Woche

Zahl der Woche

In Tirol werden insgesamt rund 19 Millionen Euro für Valentinstagsgeschenke ausgegeben. Insgesamt sind es sogar 65 Euro pro Kopf und damit 10 Euro mehr als im Vorjahr. Wenig überraschend führen Blumen mit 7,8 Millionen Euro die Geschenkeliste an, dicht gefolgt von Süßigkeiten mit 7,4 Millionen Euro. Entgegen der Volksmeinung schenken Männer wie Frauen fast gleichermaßen – rund 80 Prozent der Tiroler und 77 Prozent der Tirolerinnen planen ein Valentinstagsgeschenk.

 

Im Vergleich zu den Ausgaben in den USA wirken unsere Valentinstag-Investments jedoch geradezu bescheiden: Rund 25,8 Milliarden US-Dollar spült der beliebte Mottotag dieses Jahr in amerikanische Kassen – das entspricht einem Pro-Kopf-Durchschnitt von knapp 186 US-Dollar, fast drei Mal so viel wie in Tirol.


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Und zum Schluss

Schiff

Superlative statt Klimadiskussionen

Kreuzfahrtschiffe gehören zu den Top-Klimasündern und haben objektiv betrachtet auch sonst wenig Sinn. Die Nachfrage nach dieser Reiseform scheint aber ungebrochen. Warum sonst sollte die Reederei Royal Caribbean mit ihrem neuen Flaggschiff „Icon oft he Seas“ neue Maßstäbe des Größenwahns setzen wollen?

 

Den potenziell 8.000 PassagierInnen wird „der beste Familienurlaub der Welt“ versprochen, auf dem 365 Meter langen und 67 Meter breiten Meereskoloss finden sieben Pools und der „größte Wasserpark auf See“ Platz, man darf aus gleich 40 Restaurants auf 20 Decks wählen und bei Schlechtwetter empfiehlt sich ein Besuch auf der Eislaufbahn, im Escape Room oder beim künstlichen Wasserfall. Kostenpunkt für den Bau des Schiffs: 2 Milliarden Dollar. Kostenpunkt für den Kreuzfahrt-Fan: Eine Woche gibt es pro Person in der Doppel­innen­kabine schon ab 2.300 Euro.

 

Vielen Dank fürs Lesen und bis nächste Woche!‍


 

Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, dann bitte jederzeit gerne:
michael.steinlechner@target-group.at


IMPRESSUM

 

Target Group Publishing GmbH
Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck‍

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Fotocredits: Shutterstock, Die Fotografen, Enrique Gasa Valga Dance Company, o2b.at/Klaus Morgenstern, German Design Council, Birgit Pichler, Royal Caribbean International

 

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