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Ein Arbeitgeber, ein Hotelier, ein Schlupfloch, eine Analyse und ein Rebranding

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Freitag, 28. November 2025


Arbeitgeber

Im Moment kann die Wirtschaftskammer wenig richtig machen. Und das liegt nicht nur daran, dass sie auch wenig richtig macht. Die Stimmung in der Unternehmerschaft befindet sich derzeit auch ohne Wirtschaftskammer im freien Fall. Ein zusätzlicher, recht patscherter Sündenbock kommt da sehr gelegen.

 

Und wie in einem guten Kabarett jagt auch bei der Wirtschaftskammer ein Gag den nächsten, nur dass die meisten davon nicht als Gags gedacht waren. So schafft man es derzeit offenbar nicht, dazwischen zu unterscheiden, dass die Kammer zwar Reformen braucht und sparen muss, dass die 5.800 Mit­arbei­te­rIn­nen dessen ungeachtet aber unangenehme Zeiten hinter sich haben. Nicht jede/-r von ihnen ist SpitzenverdienerIn, aber alle konnten sich in den letzten Monaten über die Presse ausrichten lassen, ob sie überhaupt und wenn ja wie viel sie in Zukunft mehr verdienen würden. Das ist jetzt mal wenigstens fix. 2,1 Prozent bekommen die Leidgeplagten nun. Aus Unternehmersicht sind das immer noch 2,1 Prozent zu viel, um wirklich Vorbild zu sein. Aus Arbeitnehmersicht herrscht zumindest Klarheit.

 

Diese Woche hatte die Wirtschaftskammer Tirol wieder zwei besonders gute Ideen, um in der Kammer zu sparen. Nein, man greift nicht die Gehälter der SpitzenverdienerInnen an, man reduziert auch nicht die Anzahl der MitarbeiterInnen oder verzichtet gar auf Zubauten wie aktuell jenen zur Zentrale. Gespart wird bei der … Weihnachtsfeier. Die fällt heuer aus, aus optischen Gründen vermutlich und wohl auch, weil zumindest die Spitze nicht in Feierlaune ist. Kleiner Reminder: Sinn einer Weihnachtsfeier ist es mitunter, sich bei der Belegschaft für das – in diesem Falle turbulente – letzte Jahr zu bedanken und auf das kommende – vermutlich nicht weniger turbulente – Jahr einzuschwören. 

 

Doch damit nicht genug: Auch für den Ball der Wirtschaft, den die Kammer jährlich veranstaltet, hat man sich eine tolle Sparmaßnahme einfallen lassen. Nein, der Ball wird nicht abgesagt. Aber auch diejenigen Funktionärinnen und Funktionäre, die nur minimale Entschädigungen für ihre Leistungen erhalten, müssen ihren Tisch in der Dogana ab sofort selbst bezahlen. 

Kurzum, die Stimmung bei der Kammerbelegschaft ist gedämpft, das Vertrauen in den Arbeitgeber wird auf eine harte Probe gestellt. Die UnternehmerInnen können das positiv sehen: Kammerumlage gibt es keine zurück, dafür aber vielleicht ein paar gute Fachkräfte, die wieder auf den freien Markt wechseln möchten.


Hotelier

Nicht zu lügen, während man nicht die Wahrheit sagt, ist eine große Kunst. Und so erhält man derzeit auf Frage, wie es denn um das Hotelprojekt im neuen Raiqa-Areal stehe, die Antwort, dass alles in Butter sei. Radisson Red eröffnet im Frühjahr in Innsbruck, auch Radisson selbst bestätigt dies. 

 

Dummerweise ist Radisson Red ein reines Franchisekonzept und kann daher nicht direkt von Radisson selbst eröffnet werden, sondern nur durch einen Franchisenehmer. Diesen hat es auch gegeben, aber was die Raiffeisen Landesbank nicht so wahnsinnig gerne thematisiert, ist, dass der Vertragspartner – die Success Hotelgruppe – vor inzwischen fast schon vier Jahren in die Pleite geschlittert ist. Seitdem ist man mit anfangs wenig und zwischenzeitlich mehr Einsatz auf der Suche nach einem neuen Betreiber. Diese Suche hat nun offensichtlich ein Ende, wie der Eintrag der „RAIQA Hotel BetriebsgmbH“ ins Firmenbuch zeigt.  Mit der Gründung einer eigenen BetriebsgmbH will man das Hotel also (zumindest vorerst) ganz einfach selbst betreiben. 

 

Ein Schlag in die Magengrube der Innsbrucker Hoteliers: Nicht wenige von ihnen sind Raiffeisen-Kunden und sehen sich jetzt mit einem Beherbergungsprojekt der eigenen Hausbank konfrontiert. Bilanzen und Kennzahlen wird man angesichts dieser Entwicklungen auch nicht mehr so gerne an eine Bank übermitteln, die im selben Geschäft tätig ist. Mit Kundengeldern Konkurrenz zu den eigenen Kunden schaffen? Das klingt nicht mehr ganz nach einem verlässlichen Partner Regionalbank.


Schlupfloch

InnsbruckerInnen kommen bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben schon länger in den Genuss zahlreicher Ermäßigungen. Jetzt zieht auch die TIWAG nach und bietet in ihrer Vorteilswelt Rabatte für Skitageskarten an. Damit können die letztes Jahr abgeschafften Einheimischen-Tarife – zumindest teilweise – elegant und rechtskonform ihr Revival feiern. Gut gemacht! Denn ab und zu darf ja auch gelobt werden.

 

Die fast 350 Millionen Jahresgewinn der TIWAG letztes Jahr sorgten bekanntlich für allerlei Diskussionen. Viele forderten eine Rückführung an die Tiroler Bevölkerung. Mit dieser Aktion ist zumindest ein erster, kleiner Schritt in diese Richtung getan.


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Analyse

Die kürzlich präsentierte EU-Herbstkonjunkturprognose zeigt für Österreich keine Entspannung. Für das kommende Jahr wird ein Wachstum von 0,9 Prozent erwartet – schlechter schneiden nur Irland und Italien ab. Ökonom Markus Walzl ordnet die Ursachen und Folgen der Entwicklung im Interview mit top.tirol ein.


Rebranding

Deutsche Vornamen sind in Namibia keine Seltenheit. Der Name eines namibischen Sozialdemokraten sorgte aber zuletzt, vor allem nach seinen zahlreichen Siegen bei verschiedenen Regionalwahlen, für weltweite Schlagzeilen. Nun hat aber Adolf Hitler Uunona entschieden, seinen zweiten Vornamen zu streichen – was in Namibia ein ziemlich aufwändiges Unterfangen ist. Dem recht progressiven Politiker war es immer schon ein Dorn im Auge, mit dem Nazi-Diktator in Verbindung gebracht zu werden. 

 

Vielen Dank fürs Lesen und bis nächste Woche!


 

Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, dann bitte jederzeit gerne:

michael.steinlechner@target-group.at


IMPRESSUM

 

Target Group Publishing GmbH
Brunecker Straße 1, 6020 Innsbruck‍

Fotocredits: AI generated (3), Tobias Haller, Die Fotografen/Volksbank Tirol, Oshana Regional Council

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