Eingabehilfen öffnen

Eine Steuerhölle, eine Hoffnung, ein Sinnbild, einige Zahlen und ein Shoutout

Eine Steuerhölle, eine Hoffnung, ein Sinnbild, einige Zahlen und ein Shoutout

Der Newsletter wird nicht richtig angezeigt?
Hier online ansehen.

Header Klub

Freitag, 19. Dezember 2025


Steuerhoelle

Das ausgehende Jahr war wirtschaftlich betrachtet wohl eher eines für die Tonne. Die Rahmenbedingungen für UnternehmerInnen werden laufend schlechter, hohe Inflation und absurde Lohnkosten verunmöglichen in vielen Branchen so etwas wie Wettbewerbsfähigkeit. 

 

Schlechter als der Wirtschaft geht es in Österreich nur dem Staat.


Die Staatsverschuldung soll nächstes Jahr auf über 86 Prozent des BIP steigen, mit über 400 Milliarden Euro soll Österreich schon in der Kreide stehen. Nicht einmal einen ganzen Musk, beruhigen Optimisten. Das Traurige dabei: Österreich erhebt auf quasi alles Steuern oder Abgaben und greift bei den Lohnnebenkosten richtig zu. Man fragt sich: Warum fehlt es dann eigentlich an allen Ecken und Enden?

 

Ein Beispiel: Wenn Sie 10.000 Euro brutto im Monat verdienen, ergibt das ein Jahresbrutto von 172.415,57 Euro. Davon sind 86.475,08 Euro an Steuern, Abgaben und Pensionsbeiträgen abzuführen, ziemlich genau die Hälfte also. Mit der versteuerten Hälfte, die Ihnen bleibt, bezahlen Sie fortan aber wieder laufend Steuern. Bei jedem Einkauf (Umsatzsteuer), beim Autokauf (Umsatzsteuer, NoVA und Kfz-Steuer) oder beim Tanken (Umsatzsteuer, Mineralölsteuer). Hinzu kommen lustige Erfindungen wie die Alkohol-, Bier-, Schaumwein- und Tabaksteuer oder einfach nur Versicherungssteuern, Haushaltsabgabe oder die Grunderwerbssteuer, wenn Sie mit Ihrem bereits versteuerten Geld Eigentum erwerben möchten. 

 

Ein weiterführendes Beispiel: Bei jeder Tankrechnung führen Sie rund die Hälfte des Preises in Form von Umsatz- und Mineralölsteuer an den Staat ab, natürlich wieder mit versteuertem Geld. So müssen Sie für eine 100-Euro-Tankrechnung in dieser Logik zuerst 200 Euro verdienen. Davon bekommt in diesem Beispiel der Tankstellenbetreiber nur 50 Euro, drei Viertel davon – nämlich rund 150 Euro – hat der Staat auf dem Weg dorthin in Form von Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten kassiert.

 

Warum dem Staat bei diesen enormen Einnahmen die Pleite droht, könnte manch ein Profiler wohl damit erklären, dass er es auf der Ausgabenseite nicht so genau nimmt. Leicht verdient – leicht ausgegeben sozusagen. Sollte Ihnen bei all den Steuern am Ende doch noch Geld übrigbleiben, ergibt es vielleicht Sinn, das Gesparte anzulegen. Aber Achtung: Bei etwaigen Gewinnen fallen 25 Prozent Kapitalertragssteuer an.


Tourismus

Sollten Sie sich in den nächsten Tagen über volle Skipisten oder noch vollere Après-Ski-Gäste ärgern, bedenken Sie bitte: Das ist alles, was uns im Moment bleibt! Im Tourismus sind wir richtig stark und halten dank der Naturschönheit Tirols ein wirtschaftlich tragbares Zukunftsmodell in unseren Händen. Und wenn die deutschen Stammgäste heuer erstmals auslassen, ist das zwar besorgniserregend für den wirtschaftlichen Zustand Deutschlands, aber nicht für uns. Warum? Erstens, weil die Buchungslage auch mit weniger deutschen Gästen exzellent ist, und zweitens, weil ein bisschen mehr Vielfalt auch im Tourismus guttut.


Swarovski

Tirols Wirtschaft ist mehr als nur Swarovski. Wir haben hier immer noch innovative und erfolgreiche Unternehmen, die in schwierigen Zeiten Großartiges leisten und an einer wirtschaftlich positiven Zukunft arbeiten. Ja, es ist schlimm, dass wieder 400 Menschen ihren Job bei Swarovski in Wattens verlieren. Aber so funktioniert Wirtschaft. Es gibt Geschäftsmodelle, die in Tirol schlechter laufen und vielleicht sogar ihrem Ende zugehen, und es gibt solche im Land, die sich entwickeln oder gar neu entstehen.

 

Deshalb: Das Unternehmen Swarovski steht für eine enorme Erfolgsgeschichte, die auch in Tirol geschrieben wurde. Es steht aber auch für die Vergangenheit und ist längst ein schlechtes Sinnbild für Tirols Wirtschaft geworden. Konzentrieren wir uns doch auf die, die ihre Zukunft in Tirol sehen! Neue Sinnbilder braucht und hat das Land.

 

 


Werbung

Weihnachtsausgaben

In einer Woche ist es so weit: Das Christkind steht vor der Tür, und die letzten Geschenke werden besorgt. In Zeiten zurückhaltenden Konsums spielt das Weihnachtsgeschäft für den Handel eine besonders wichtige Rolle und beeinflusst das Jahresergebnis entscheidend. Eine Studie der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Tirol, Sparte Handel, zeigt, wie TirolerInnen beim Schenken ticken.


Shout-out

Bernadette, Rita und Regina, die 82 bis 88 Jahre alten Nonnen vom Kloster Goldenstein, haben Insta den Rücken gekehrt – fürs Erste. Die Ordensschwestern hatten zuletzt 280.000 treue Follower mit ihrer kleinen Rebellion begeistert. Gegen den Willen ihres apostolischen Kommissars zogen sie aus ihrem Seniorenheim zurück in ihr Kloster Goldenstein. Das düpierte den Heiligen Stuhl und wurde zu einem Fall für das Dikasterium – die vatikanische Ordensbehörde. Der Rückzug aus den sozialen Medien soll nun ein wenig Weihnachtsfrieden in die heiligen Stuben einkehren lassen. 

 

Ich wünsche Ihnen feine Weihnachtstage und einen guten Start in ein gesundes und glückliches 2026! Wir lesen uns wieder am 9. Jänner.


 

Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, dann bitte jederzeit gerne:

michael.steinlechner@target-group.at


IMPRESSUM

 

Target Group Publishing GmbH
Brunecker Straße 1, 6020 Innsbruck‍

Fotocredits: AI generated (2), Shutterstock (3)

Der Newsletter wurde Ihnen weitergeleitet und hat Ihnen gefallen? 

Hier können Sie ihn abonnieren.  ‍ ‍

Um sich von diesem Newsletter abzumelden,
klicken Sie bitte hier