Ganz im Sinne der Sozialdemokratie will Vizekanzler Babler die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel im Supermarkt von 10 auf 5 Prozent halbieren. Welche Produkte das genau betrifft, ist noch nicht bekannt, umgesetzt soll das Ganze ohnehin erst in einem halben Jahr werden. Wird’s was bringen? Wohl kaum. | Konkret bedeutet es, dass das Laugenstangerl nur noch 1,05 statt 1,10 Euro kostet. | Geholfen ist damit wohl nur den Ärmsten, denen man aber ohnehin auf anderen Wegen unter die Arme greifen sollte. Denn wirklich belastend für den Großteil der ÖsterreicherInnen sind die enorm gestiegenen Kosten beispielsweise für Energie und Wohnen. Und auch auf die viel zu hohe Inflation wird diese Pseudomaßnahme keine positiven Auswirkungen haben. Bei 9,2 Millionen EinwohnerInnen ergibt die geplante Steuersenkung nämlich eine parenthetische Entlastung von rund 43,50 Euro pro Person, nicht ganz 4 Euro pro Monat. Der Verwaltungsaufwand und die Kosten für die Kontrollen, dass der Handel die Ersparnis auch wirklich weitergibt, sind darin noch gar nicht eingerechnet. Was bleibt, sind also kaum Ersparnisse für den Einzelnen, dafür erhöhter Verwaltungsaufwand für Supermärkte und Finanzämter. Zudem verschenkt man Geld, das der Staat nicht hat – aktuell geht man von rund 400 Millionen Euro aus, die dem Staat pro Jahr durch diese Propagandaidee entgehen. |
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| | | Diese Woche wurde bekannt, dass Martha Schultz die Wirtschaftskammer Österreich nicht nur interimistisch, sondern bis zur nächsten Wahl im Jahr 2030 führen wird. So hat die WKO jetzt eine Präsidentin, die nie gewählt wurde. Seit 2019 ist das aber kein Problem mehr. Wir erinnern uns: Ursula von der Leyen wurde damals sogar EU-Kommissionspräsidentin, ohne dass sie je zur Wahl stand.
Was mich aber mehr umtreibt als die Tatsache der Nicht-Wahl, ist die Frage, ob Martha Schultz die Richtige für Reformen in der Wirtschaftskammer ist. An grundsätzlicher Managementkompetenz fehlt es der Paradeunternehmerin sicherlich nicht, sie ist aber seit 2010 Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer. Seit 15 Jahren ist sie also Teil des alten Systems und hat dieses mitgetragen und gestaltet. Jetzt soll ausgerechnet sie die große Reformerin der eigenen Vergangenheit werden? Nicht unmöglich, aber schwierig. |
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| | | 2008 waren mehr als 6.700 Personen am Standort Wattens beschäftigt. Nach dem aktuellen Abbau sind es nur noch rund 2.000. Das entspricht einem Rückgang von 70 Prozent in 18 Jahren und hängt vor allem mit der Entwicklung des B2B-Geschäfts zusammen. Dieses ist nicht nur eingebrochen, sondern einer strategischen Änderung zum Opfer gefallen. Früher konnte quasi jeder Swarovski-Kristalle bestellen und damit arbeiten, inzwischen ist dieses Angebot nur noch großen und damit weniger Kunden vorbehalten. Dafür benötigt es logischerweise auch weniger MitarbeiterInnen und dieser Trend dürfte sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Der Fairness halber muss man an dieser Stelle festhalten: Es ist nicht Aufgabe von Swarovski, Arbeitsplätze in Tirol zu schaffen. Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Unternehmen in Tirol expandieren wollen. |
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| | | Der Obmann des Verbandes der Tiroler Tourismusverbände findet klare Worte zu den Jubelmeldungen im Tourismus. Warum der Tourismus nichts für die Inflation kann, warum die Kosten auf die Marge drücken und warum man erst am Schluss abrechnen sollte, lesen Sie in Benjamin Kneisls Gastkommentar. |
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| | | Dass China in Sachen Transparenz neue Wege geht, zeigt aktuell ein Einkaufszentrum in Shenzhen. Verbotsschilder und Geldstrafen für unerlaubtes Rauchen, etwa in Toiletten, brachten bisher nicht den gewünschten Erfolg. Deshalb wurden nun an den Türen der Herrentoiletten blickdichte Glasscheiben installiert. Sobald Sensoren jedoch Rauch wahrnehmen, werden die Scheiben durchsichtig und geben den Blick auf den auf der Toilette sitzenden Raucher frei. Beschweren darf sich aber niemand, denn ein Hinweis an den Türen kündigt den Transparenzakt unmissverständlich an – mit dem Zusatz: „Unterdrücken Sie den Drang zu rauchen, wenn Sie nicht online berühmt werden wollen.“ |
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Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, dann bitte jederzeit gerne: michael.steinlechner@target-group.at |
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Fotocredits: AI Generated (3), Barbara Nidetzky, Ötztal Tourismus |
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