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Störenfriede, eine Schlacht, eine verpasste Chance, eine Sonderausgabe und eine Verhandlungsposition

Störenfriede, eine Schlacht, eine verpasste Chance, eine Sonderausgabe und eine Verhandlungsposition

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‍Freitag, 29. Mai 


Die aktuelle Wirtschaftslage bietet die Chance für echte Reformen. Mein Vorschlag: Schaffen wir die kirchlichen Feiertage ab und lassen Geschäfte und Büros offen! Die ständigen Feier- und Fenstertage im Mai und Juni bremsen die Produktivität massiv aus, und das kurz bevor das Land ohnehin in den immer längeren wirtschaftlichen Sommerschlaf verfällt. 

 

Vorbild für diese notwendige Änderung könnte ausgerechnet der katholische Nachbar Ita­lien sein, der ja bekanntlich sogar den Vatikan beheimatet. Dort hat man schon vor 50 Jahren zahlreiche Feiertage abgeschafft und diese kirchenrechtlich auf den jeweils darauffolgenden Sonntag verlegt. So wird in Italien seit 1977 an Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und auch am Pfingstmontag gearbeitet und – viel wichtiger – die Geschäfte haben geöffnet. Im Tourismusland Tirol versteht ohnehin kein internationaler Gast, warum er im Urlaub vor verschlossenen Läden steht. 

 

Dem vorprogrammierten Aufschrei der Abschaffung wirkte man südlich des Brenners übrigens sehr clever entgegen. Die verlorenen freien Tage wurden den Angestellten als zusätzlicher Urlaub gutgeschrieben. Die überfällige Maßnahme würde auch besser zur Realität passen, in der viele Österreicher ohnehin nur noch durch die Kirchensteuer an ihren Glauben erinnert werden. Also: Weg mit den Störenfrieden der Arbeitswoche, gerne im Tausch gegen eine zusätzliche Urlaubswoche!


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Schlacht

Diesen Samstag geht auf der Brennerautobahn von 11 bis 19 Uhr nichts mehr. Mit einer Totalsperre wegen einer Großdemo wehren sich die geplagten Anrainer bekanntermaßen gegen Lärm und Abgase. Das Land Tirol, das sich so gerne auf seine Andreas-Hofer-Gene beruft, zieht also wieder in den Kampf gegen die Fremdbestimmung von außen. Die Botschaft an Europa: Tirol ist nicht länger eure billigste Durchzugsstraße!

 

Doch der historische Vergleich hat einen Haken. Am Samstag wird Tirol zwar eine Schlacht gewinnen, den Transitkrieg aber verlieren. Die wahre Front verläuft nämlich im Norden. Solange Deutschland den Bahnzulauf zwischen Rosenheim und Kiefersfelden blockiert, nützt auch der Basistunnel ab 2034 nichts. Die Lkws werden schlichtweg nicht auf die Schiene ausweichen.

 

Wie schon 1809 wird der Kampf also gegen die Bayern geführt – und die sitzen mit ihren Ausbauplänen für frühestens 2050 am längeren Hebel. Einziger Unterschied zu damals: Im Transit-Chaos von 2026 gibt es am Ende keine Gewinner, sondern nur Verlierer.


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Paketabgabe

Wenn Minus mal Minus Plus ergibt, ergibt dann dumm und dümmer vielleicht clever? Wir überprüfen das mal an einem Beispiel. Dumm ist die letzte Woche beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Wir erinnern uns: kostet 400 Millionen Euro, bringt niemandem wirklich etwas und sorgt für enormen Umsetzungsaufwand bei den Unternehmen. Dümmer ist die Maßnahme zur Teilgegenfinanzierung der entgangenen Millionen, nämlich die geplante Paketabgabe von zwei Euro, wie sie jetzt präsentiert wurde.

 

Prinzipiell eine super Sache, wenn es die Richtigen träfe. Prinzipiell richtig gedacht: Warum sollen wir kostenlos Asiaschrott nach Österreich importieren, der unseren ohnehin angeschlagenen Handel bedroht, Kosten für die Allgemeinheit (Entsorgung der Verpackung) verursacht und zudem auch noch unsere Umwelt schädigt? Jetzt aber völlig falsch abgebogen: Die Paketabgabe soll plötzlich für alle gelten, also auch für den Versand innerhalb Österreichs. Gratulation: So wird aus einer genialen Idee im Handumdrehen die nächste Schnapsidee, die unsere Wirtschaft belastet und außer Bürokratie nichts bringt.



Magazin

Diese Woche in den Postkästen von Tirols Entscheidern: eine top.tirol-Sonderausgabe, die sich mit den Trendthemen Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auseinandersetzt. In Zusammenarbeit mit der next:tirol-Messe finden Sie praktische Tipps und echte Anwendungsbeispiele für die zeitgemäße Weiterentwicklung Ihrer Geschäftsideen. Hier geht’s direkt zum E-Paper auf www.top.tirol.  

 


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Verhandlungsposition

Bekannt für schillernde Milliardendeals, war der FIFA kaum zuzutrauen, dass ausgerechnet ihr mal so ein Fauxpas passiert. Die Geschichte geht so: FOX sicherte sich anno dazumal die Rechte für die WMs 2018 und 2022. Letztere kam aber nach Katar und wurde deshalb im Winter ausgetragen, was FOX gar nicht in den Kram passte. Denn die Spiele kollidierten mit den allseits beliebten NFL-Spielen. Das führte nicht nur zu Verlusten, sondern brachte den US-Sender auch in eine beneidenswerte Verhandlungsposition für die Übertragungsrechte der WM im eigenen Land 2026. Ohne NBC oder ESPN im Nacken zu haben, zog FOX die FIFA hinter verschlossenen Türen mit einer Klagsdrohung gnadenlos über den Tisch. Für den Schleuderpreis von 500 Millionen Dollar sicherte sich der Sender alle Rechte. Experten schätzen den Wert auf mindestens 1 Milliarde. 


 

Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, dann bitte jederzeit gerne:

michael.steinlechner@target-group.at


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Target Group Publishing GmbH
Brunecker Straße 1, 6020 Innsbruck‍

‍Fotocredits: Gemini AI (3), Tirol Werbung/Philipp Reiter, Die Fotografen, Target Group, Magnific AI

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