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Universität Innsbruck auf gutem Kurs

v.l.: Irene Häntschel-Erhart, Gregor Weihs, Veronika Sexl, Bernhard Fügenschuh, Christian Mathes

Universität Innsbruck auf gutem Kurs

v.l.: Irene Häntschel-Erhart, Gregor Weihs, Veronika Sexl, Bernhard Fügenschuh, Christian Mathes

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Mit großer Begeisterung und mit Respekt vor der Verantwortung hat das neue RektorInnenteam um Veronika Sexl am 1. März 2023 die Leitung der Universität Innsbruck übernommen. Schwerpunkte auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit, eine strukturierte Doktoratsausbildung und eine bessere Eingliederung von Studienanfänger:innen sollen trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen umgesetzt und ausgebaut werden. Geplante Bauvorhaben werden evaluiert und die Verwaltung vereinfacht. 

„Ich freue mich sehr, die Universität Innsbruck in die nächsten Jahre führen zu dürfen“, sagt Rektorin Veronika Sexl. „Eine Aufgabe, der wir uns als Team mit großer Begeisterung und mit Respekt vor der Verantwortung gemeinsam stellen werden. Wir übernehmen das Schiff Universität Innsbruck zwar in bewegten Zeiten, werden alles daran setzen weiterhin einen ruhigen Kurs halten. Wir werden dabei auch immer unsere regionale, ebenso wie unsere internationale Perspektive im Auge behalten. Wir wollen also sowohl regional präsent sein und unsere Aufgabe als eine der größten Bildungseinrichtungen in Österreich wahrnehmen als auch unseren Platz in der internationalen Spitzenforschung verteidigen und in unseren Leuchtturmbereichen sogar entscheidend mitgestalten“, unterstreicht Sexl.

Das Rektorat präsentiert sich insgesamt mit einer neuen Struktur: So sind die Personalagenden direkt zur Rektorin gewandert. „Ich sehe die Menschen im Zentrum einer Universität. Die Universität lebt von ihren Köpfen, es giltinsbesondere, jungen Menschen akademische Karrieren zu ermöglichen“, sagt Veronika Sexl. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, Frauen die Möglichkeit zu geben, akademische Laufbahn und Familie zu verbinden. „Förderung von Frauen kommt allen zugute. Diese wichtigen Themen sind nun Sache der Rektorin“, betont Sexl.

Diese Neuverteilung der Aufgaben schuf die Möglichkeit, einen Schwerpunkt auf die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu setzen. „Es geht uns hier um einen ganzheitlichen Umgang mit dem Thema. Kurz gesagt, es geht darum, eine Transformation einzuleiten und diese Themen auf jeder Ebene in unser Handeln und Denken einzubauen“, so die Rektorin.

Universitäten haben zentrale gesellschaftliche Aufgaben. „Wir wollen und müssen unser Wissen in die Gesellschaft tragen. Es wird uns ein zentrales Anliegen sein, den Studierenden die gesamte Breite der Volluniversität anzubieten“, sagt Sexl. „Studieren ist mehr als Wissenstransfer, wir bekennen uns zur Präsenz-Universität. Studieren heißt Diskurs, Dialog, sich auseinandersetzen und Querverbindungen entdecken. Wir sehen es als Aufgabe, kritisch denkende Menschen auszubilden, die sich den Anforderungen der Zukunft stellen.“ Universitäten sind Orte der Grundlagenforschung – die Universität Innsbruck ist an drei von fünf österreichischen Exzellenzclustern beteiligt und hat damit ihre führende Rolle in der Grundlagenforschung unterstrichen. „Wir sind breit aufgestellt, dies gilt es weiter zu erhalten und auszubauen“, sagt Rektorin Sexl.

Forschung: Talente finden und fördern

Die Suche nach neuer Erkenntnis ist die Kernaufgabe jeder Universität in der Einheit von Forschung und Lehre. Einige Forschungsbereiche an der Universität Innsbruck genießen Weltruf, andere bringen herausragende Leistungen, könnten aber noch sichtbarer sein. „Wir wollen proaktiv die begabtesten jungen Talente finden und fördern. Junge Wissenschaftler:innen sollen im Lebenszyklus von Forschungsprojekten begleitet werden: von der Hilfe bei der Entwicklung und Strukturierung der Ideen, über die Optimierung von Anträgen zur besseren Unterstützung bei der administrativen Abwicklung soll das Unterstützungsportfolio erweitert und verdichtet werden“, sagt Forschungs-Vizerektor Gregor Weihs. „Die Forschungsleistung einer Universität steht und fällt mit den Personen.“ Eine strukturierte Doktoratsausbildung, die den Fortschritt und Abschluss planbar macht, ist inzwischen international Standard. „Wir werden die Entwicklung von internen Doktoratskollegs erweitern, so dass in naher Zukunft alle PhD-Studierenden von deren Vorteilen, wie Betreuungsteams, Auslandsaufenthalten und gemeinsamen wissenschaftlichen Aktivitäten profitieren können“, betont Weihs.

Die ForscherInnen benötigen für ihre Tätigkeit auch zeitgemäße und oft hochwertige Infrastruktur. Vieles davon ist bereits vorhanden, könnte aber noch besser gemeinsam genutzt werden. „In sogenannten Core Facilities wollen wir Infrastruktur bündeln, damit Geräte und Räume möglichst effizient genutzt werden“, so der neue Vizerektor für Forschung.

Studium: Wahlpakete und Unterstützung anbieten

Österreich bietet Studierenden mit seinen unterschiedlichen tertiären Bildungseinrichtungen ein breites Angebot an Studienmöglichkeiten. „Die Universität Innsbruck nimmt hier eine Sonderstellung ein, indem wir unseren Studierenden im Rahmen freier Wahlmöglichkeit die Chance bieten, eigenverantwortlich ihre individuellen Interessen und Vorstellungen zu realisieren und persönliche Schwerpunkte zu setzen“, betont Bernhard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und Studierende. Bereits über vierzig Wahlpakete, von „Gesellschaft und Politik“ über „Digital Science“ bis hin zu „Nachhaltigkeit“ stehen dafür zur Auswahl.

Um bei dieser selbstbestimmten Gestaltung des Studiums gerade zum Studienbeginn auch eine gewisse Orientierungshilfe anzubieten, arbeitet die Universität bereits daran, ein Unterstützungsnetzwerk durch Studierende (Buddies) und Lehrende (MentorInnen) zu etablieren. „Dieses Buddy/Mentoring-System wird in den kommenden Jahren erweitert, um die Aussage ‚Gemeinsam sind wir Universität‘ Wirklichkeit werden zu lassen“, sagt Fügenschuh. „Wir wollen unsere Studierenden besser kennenlernen. Und wir wollen ihnen dabei helfen, die vielseitigen Möglichkeiten unserer Uni zu nützen, um ihr Wissen zu erweitern. Unsere Studierenden sollen in ihrer Zeit hier in Innsbruck in die Lage versetzt werden, ihre Zukunft mutig zu gestalten, Chancen zu nützen und verantwortungsvoll in der Gesellschaft zu handeln.

Aber dieser Bildungsprozess hat kein Ende, wir lernen ständig dazu. Daher werden wir unsere Weiterbildungsangebote in den kommenden Jahren schärfen und ausbauen. Und wir werden darüber hinaus die Anerkennung außeruniversitärer Leistungen genauer betrachten“, so der Vizerektor.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung: Chancen nützen und neu denken

Die zukunftsweisenden Bereiche Nachhaltigkeit und Digitalisierung wurden in den vergangenen Jahren zunehmend als strategische Querschnittsthemen an der Universität Innsbruck etabliert. Sie wurden in Forschung und Lehre, aber auch im Bereich der „Third Mission“, der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft und in den Betriebsabläufen innerhalb der Universität verstärkt vorangetrieben. Im neuen Rektorat wurden diese beiden Themen in einem eigenen Vizerektorat für Digitalisierung und Nachhaltigkeit gebündelt. „Die fast schon allgegenwärtige Digitalisierung, aber auch der Wandel zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise, stellen uns als Universität und als Gesellschaft vor große Herausforderungen. Andererseits bieten sich große Chancen, an deren Nutzung wir in Zukunft verstärkt arbeiten werden. Dabei wollen wir Digitalisierung und Nachhaltigkeit fest in unserem Denken und Tun verankern, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen“, sagt Irene Häntschel-Erhart. Digitalisierung soll unterstützen, Dinge zu vereinfachen oder Neues umzusetzen; Prozesse in der Verwaltung sollen einfacher und schlanker werden; digitale Lehrangebote sollen etabliert werden, die auf Grundlage didaktisch sinnvoller Konzepte die Eigenverantwortung im Lernen fördern und individuelle Studienverläufe ermöglichen; und neue technologische Möglichkeiten wie die Künstliche Intelligenz (KI) sollen als Chance begriffen und genutzt werden.

Die vielfältige Forschung der Universität Innsbruck zu Nachhaltigkeit soll außerdem gebündelt und sichtbarer gemacht werden. „Das hilft nicht nur, Nachhaltigkeit besser an der Universität zu verankern, sondern trägt auch zu einem verstärkten Transfer von Forschungsergebnissen in die Gesellschaft bei“, so Häntschel-Erhart, die auch aufzeigen möchte, wo Digitalisierung nachhaltiges Handeln ermöglichen und unterstützen kann.

Finanzen und Infrastruktur: Prozesse analysieren und vereinfachen

Die verschiedenen Krisen der letzten Monate haben auch zu einem starken Anstieg der Inflation geführt. Zum Zeitpunkt der Budgetverhandlungen im Jahr 2021, in denen die Finanzierung für die Jahre 2022 bis 2024 diskutiert und beschlossen wurde, konnte niemand mit dieser aktuellen Inflationsentwicklung rechnen. „Dieser Umstand führt leider dazu, dass besonders für die Jahre 2023 und 2024 die Finanzierung der Universität Innsbruck aktuell nicht ausreichend gedeckt ist“, sagt Christian Mathes, Vizerektor für Finanzen und Infrastruktur. „Deshalb ist es unter anderem notwendig, die gesamten baulichen Vorhaben der Universität Innsbruck zu evaluieren und möglicherweise neue Prioritäten zu setzen.“ Zudem gilt es im Bereich der Infrastruktur, trotz Finanzierungsunsicherheiten den Wandel hin zu einer klimaneutralen Universität weiter konsequent fortzusetzen. „Unter diesen Rahmenbedingungen muss die Baustrategie neu analysiert und priorisiert werden“, betont Mathes.

„Grundsätzlich ist es auch meine Aufgabe im Bereich der Verwaltung, gemeinsam mit unseren Mitarbeiter:innen die Abläufe und Prozesse zu optimieren. Es gilt, unter dem Gesichtspunkt der fortschreitenden Möglichkeiten der Digitalisierung die Verwaltung zu vereinfachen und den neuen Anforderungen anzupassen“, sagt Christian Mathes. Das Ziel ist eine konsequente serviceorientierte Ausrichtung auf die NutzerInnen.

„Durch die aktuellen Krisensituationen der letzten Monate sind in beiden Ressorts – Finanzen und Infrastruktur – große Herausforderungen zu bewältigen. Dennoch bin ich der Überzeugung, gemeinsam mit unseren exzellenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und durch den Umstand, dass die Universität Innsbruck in der Vergangenheit gut gewirtschaftet hat, diese Aufgaben gut meistern zu können“, ist Mathes überzeugt.

23. März 2023 | AutorIn: top.tirol Redaktion | Foto: Universität Innsbruck