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Bundeslehrlingswettbewerb der Bodenleger: Tiroler auf dem zweiten Platz

Die Teilnehmer des Bewerbs mit ihren Pokalen und Urkunden sowie zwei Models, die die Preisverteilung begleiteten; rechts vorne Bundesinnungsmeister der Bodenleger Georg Mayrhofer (l.) und Berufsgruppensprecher Michael Gitterle (r.)

Bundeslehrlingswettbewerb der Bodenleger: Tiroler auf dem zweiten Platz

Die Teilnehmer des Bewerbs mit ihren Pokalen und Urkunden sowie zwei Models, die die Preisverteilung begleiteten; rechts vorne Bundesinnungsmeister der Bodenleger Georg Mayrhofer (l.) und Berufsgruppensprecher Michael Gitterle (r.)

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Beim 20. Bundeslehrlingswettbewerb der Bodenleger im Rahmen der Innsbrucker Herbstmesse war höchste handwerkliche Kunst gefragt. 15 Lehrlinge stellten sich der ultimativen Herausforderung in drei Disziplinen. Als Sieger wurde gestern Markus Manser aus Vorarlberg gekürt. Der Kufsteiner Nick Hausbeck wurde Zweiter, der dritte Platz ging an den Oberösterreicher Valentin Lengauer. Die Vertreter der Bundesinnung sind sich einig: Bodenleger ist ein Beruf mit Zukunft und die Innsbrucker Herbstmesse die ideale Plattform, um die Vielseitigkeit des Berufs zu präsentieren.

Von Mittwoch bis Freitag wurde in der Messehalle D auf der Innsbrucker Herbstmesse unter höchster Konzentration gemessen, skizziert, zugeschnitten und geklebt. Beim Bundeslehrlingswettbewerb der Bodenleger der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) konnten die 15 besten Bewerber aus ganz Österreich ihr Geschick in den Disziplinen Parkett, Belag und Textil unter Beweis stellen. Es galt, drei unterschiedliche, kunstvoll arrangierte Ornamente millimetergenau zu verlegen. Bewertet wurden nicht nur die fertigen Kunststücke, sondern auch die Sauberkeit am Arbeitsplatz, die Verwendung der Schutzausrüstung und der Umgang mit den Maschinen.

Österreichs bester Bodenlegerlehrling kommt aus Vorarlberg

Den Sieg holte der 19-jährige Markus Manser aus Bezau in Vorarlberg. Der Nachwuchs-Bodenleger freut sich über seine Leistung: „Ein super Gefühl, das habe ich nicht erwartet, die Konkurrenz war sehr stark.“ Beim Bewerb selbst war er gar nicht nervös: „Es war alles super organisiert, wir haben uns einfach auf unsere Arbeit konzentrieren können.“ Die Entscheidung fiel dabei nicht leicht, wie Michael Gitterle, Berufsgruppensprecher der Bodenleger Tirol erklärt: „Heuer ist das Niveau sehr hoch. Alle Bewerber und Bewerberinnen sind ausgezeichnet in ihrem Beruf. An den Bewerbstagen zählt vor allem die mentale Stärke.“

„Hier kommt es auf jeden Millimeter an“

Der Wettkampf fand insgesamt an drei Tagen statt. Am Mittwoch erhielten die Bewerber eine Einschulung in Sachen Maschinen und Sicherheit. Vorgestern und gestern fand schließlich der eigentliche Bewerb statt. Georg Mayrhofer, Bundesinnungsmeister der Bodenleger, weiß, wie herausfordernd es ist, die Aufgaben in der vorgesehenen Zeit zu bewerkstelligen, vor allem, da die präzise Arbeitsweise so entscheidend ist: „Es kommt auf jeden Millimeter an.“

Mitmachen dürfen alle, die sich in der Bodenleger-Lehre befinden oder diese kürzlich abgeschlossen haben, erläutert der Landesinnungsmeister der Bodenleger in Salzburg und Organisator des Bewerbs Christian Reiböck. Pro Bundesland nehmen die besten ein bis zwei Bewerber teil, die zuvor in den Landesbewerben ermittelt werden. Damit alles fair abläuft, gibt es für die Schlussbewertung keine Namensnennung mehr, es sind lediglich die zugewiesenen Nummern sichtbar, erklärt Reiböck: „Die Juroren sind allesamt unabhängige Gutachter, also Sachverständige, Meister aus der Industrie oder von unseren Sponsoren, die tagtäglich mit der Arbeit zu tun haben.“

Die Innsbrucker Herbstmesse ist der ideale Austragungsort

Dass die Meisterschaften heuer im Rahmen der Innsbrucker Herbstmesse stattfanden, freut Berufsgruppensprecher Gitterle sehr: „Ich habe mich bei der Bundesinnungs-Ausschusssitzung vor zwei Jahren für die Austragung während der Herbstmesse starkgemacht, weil sie für mich die absolute Leitmesse unter den Publikumsmessen in Tirol ist. Die Bodenleger wollen dahin, wo auch die Leute sind.“. Während des Bewerbs kamen immer wieder interessierte Leute auf den Stand zu und fragten nach, was hier vor sich gehe. „Viele können sich unter der Berufsbezeichnung Bodenleger nämlich wenig vorstellen. Auf diese Weise sehen die Menschen einmal, was alles dazugehört, wie schön und kreativ, aber auch wie herausfordernd dieser Job sein kann. Es ist ein lebendiges Handwerk“, erläutert Gitterle.

Auch Christian Mayerhofer, Geschäftsführer der Congress Messe Innsbruck (CMI), freut sich, dass der Bewerb auf der Innsbrucker Herbstmesse ausgetragen wurde: „Es ist sehr erfreulich, dass im Zuge der Innsbrucker Herbstmesse die Tirolerinnen und Tiroler und viele Familien mit dem Berufsbild dieses traditionsreichen Lehrberufes in Berührung kommen, zusehen und nachfragen können. Es war beeindruckend, die Lehrlinge bei ihrer Tätigkeit zu beobachten. Genauso schön ist es auch, zu sehen, wie praxisnah handwerkliche Berufe sein können.“

Ein Handwerk mit Zukunft

Dass der Beruf der Bodenleger weiterhin gefragt sein wird, darin sind sich die Vertreter der Landesinnungen und der Bundesinnung einig. Gitterle fasst zusammen: „Die Zukunftsaussichten für handwerkliche Berufe sind generell sehr gut. Mit dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz geraten laut Expertenmeinungen viele Berufsgruppen potenziell in Gefahr. Das Handwerk ist davon nicht betroffen. Einen sauber verlegten Boden braucht jeder – egal, ob im Privathaus oder im OP-Saal im Krankenhaus.“

Die kunstvoll gestalteten Ornamente des Wettbewerbs können noch bis Sonntagabend in der Halle D auf der Innsbrucker Herbstmesse bestaunt werden. Auf Familien wartet zudem ein interaktives Erlebnis- und Unterhaltungsprogramm mit zahlreichen Highlights.

07. Oktober 2023 | AutorIn: top.tirol Redaktion |