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Tiroler Gesundheitsbetriebe fordern Tempo bei Pflegelehre

Unterstreichen die Bedeutung der privaten Gesundheitsbetriebe für den Pflege-Bereich (v.l.): Kuriensprecher Hubert Innerebner, Fachgruppenobmann Oswald Jenewein und Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter.

Tiroler Gesundheitsbetriebe fordern Tempo bei Pflegelehre

Unterstreichen die Bedeutung der privaten Gesundheitsbetriebe für den Pflege-Bereich (v.l.): Kuriensprecher Hubert Innerebner, Fachgruppenobmann Oswald Jenewein und Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter.

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Zur Aufrechterhaltung und Förderung des Pflegebetriebs in den heimischen privaten Krankenanstalten drängen die WK-Fachgruppen-Vertreter auf die rasche Umsetzung der Pflegelehre nach Schweizer bzw. Liechtensteiner Vorbild. Ein Besuch in Vaduz mit Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele zeigte die Vorteile des dort praktizierten Modells der dualen Berufslehre. Zudem fordert die Wirtschaftskammer eine wesentliche Erleichterung beim Zugang zum Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte.

Dass in Tirol ein akuter Pflegefachkräftemangel herrscht, sei bekannt. Allein die demografische Entwicklung gebe Grund zur Sorge vor einem möglichen Betreuungsengpass – sollten keine Gegenmaßnahmen getroffen werden. Seit Jahren setzt sich Hubert Innerebner, Kuriensprecher der Altenwohn- und Pflegeheime der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Gesundheitsbetriebe, daher für eine Ausbildungserweiterung im Pflegebereich ein. Die Einführung der Pflegelehre steht in Tirol nun kurz vor der Beschlussfassung, allerdings schreitet die Konzeption der neuen Ausbildungsmöglichkeit zu langsam voran: „Bald ist Sommer. Konkrete Vorschriften und darauf aufbauende Konzepte liegen immer noch nicht vor“, schildert Innerebner die aktuelle Situation. „Jedes weitere Jahr, das wir verlieren, wird dramatische Auswirkungen haben. Wir müssen dringend ins Tun kommen.“

Begutachtung des Erfolgsmodell Pflegelehre in Liechtenstein

Gemeinsam mit Pflege- und Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele besuchten Fachgruppenobmann Oswald Jenewein und Kuriensprecher Hubert Innerebner kürzlich eine Einrichtung der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe (LAK) in Vaduz, um sich über das dort praktizierte Modell der dualen Berufslehre zu informieren. „Vor Ort wurde uns gezeigt, wie das Liechtensteiner Gesundheitswesen von diesem Lehrsystem profitiert. In der Liste der Top 10-Berufe im Jahr 2022 sind gleich vier Berufe aus dem Gesundheitswesen zu finden“, erläutert Innerebner. Für die ablehnende Haltung bestimmter Interessensverbände und politischer Parteien gegenüber der Pflegelehre hat der Kuriensprecher und Geschäftsführer der Innsbrucker Soziale Dienste (ISD) kein Verständnis: „15- bzw. 16-jährigen Jugendlichen, die ein Interesse an einer Tätigkeit im Gesundheits- oder Sozialwesen aufweisen, kann man die Ausbildung durchaus zutrauen. Sie werden langsam an den Beruf herangeführt. Später erreichen wir diese jungen Interessierten nicht mehr.“

Für Fachgruppenobmann Oswald Jenewein stellt die Zusammenarbeit mit dem Land Tirol einen großen Mehrwert dar: „Ich bin froh, dass Einigkeit über die Notwendigkeit der Ausbildungserweiterung in Tirol besteht und dass gemeinsam mit Landesrätin Cornelia Hagele die entscheidenden Schritte für den Start der Pflegelehre eingeleitet wurden.“

Schnellerer Zugang zum Arbeitsmarkt

Eine weitere wichtige Maßnahme zur Sicherung des Pflegebetriebs im Land ist die Überarbeitung des Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte. „Im Bereich der Nostrifikationen besteht dringender Handlungsbedarf. Das derzeitige Verfahren ist langwierig und voller bürokratischer Hürden; hinzu kommen landesweite unterschiedliche Regelungen“, schildert Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter. „Es müssen Schritte der Erleichterung gefunden werden, um qualifizierten ausländischen Fachkräften einen schnelleren und einfacheren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Derzeit wandert dringend benötigtes Personal beispielsweise nach Deutschland ab, da dort das Nostrifikationsverfahren einfacher geregelt ist“, führt Rauter aus.

Über die Fachgruppe 

Mit 94 Mitgliedsbetrieben an 120 Standorten in allen Bezirken und mit mehr als 5.000 Mitarbeiter:innen leisten die privaten Tiroler Gesundheitsbetriebe einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Land. Zu den privaten Tiroler Gesundheitsbetrieben zählen Sanatorien und Tageskliniken, Ambulatorien für physikalische Therapie, Altenwohn- und Pflegeheime, Rehazentren und Kurbetriebe sowie Institute für CT, MRT und Nuklearmedizin. Ziele der Fachgruppe sind es, die breite Öffentlichkeit über die systemrelevanten Leistungen ihrer Mitglieder zu informieren, die Ausbildungsmöglichkeiten voranzutreiben sowie die Betriebe als potenzielle Arbeitgeber bekannt zu machen.

19. April 2023 | AutorIn: top.tirol Redaktion | Foto: WKT/ Victor Malyshev