Österreichweit absolvieren derzeit lediglich elf Lehrlinge eine vegetarische Kochausbildung. Sechs von ihnen werden in Wien ausgebildet, drei in der Steiermark und zwei in Kärnten.
Eingeführt wurde die Lehre mit 1. Juli 2025, um auf veränderte Bedürfnisse von Gästen und Beschäftigten zu reagieren. Zugleich leidet die Gastronomie- und Tourismusbranche seit Jahren unter Fachkräftemangel. Allerdings fehlt es bislang auch an Betrieben, die die neue Ausbildung anbieten.
Besonders auffällig ist die Lage in Tirol: Im tourismusstarken Bundesland gibt es derzeit keinen einzigen Ausbildungsbetrieb für angehende Köchinnen und Köche mit Schwerpunkt auf fleischloser Küche. Zum Vergleich: Rund 340 Jugendliche absolvieren dort die klassische Kochausbildung. Wirtschaftskammer-Spartenobmann Alois Rainer verweist auf regionale Unterschiede und sieht eine stärkere Nachfrage vor allem in größeren Städten.
Als Versuchsmodell gedacht
Nach Angaben des AMS gibt es österreichweit insgesamt 2.723 Kochlehrlinge in allen Lehrjahren. Der Frauenanteil liegt bei 32 Prozent. Die neue Lehre solle ein zusätzliches Angebot für Interessierte sein. Ob sie sich dauerhaft etablieren werde, müsse sich erst zeigen.
"Der Beruf ist insgesamt für junge Menschen weniger attraktiv geworden", gibt der Zillertaler Koch Peter Fankhauser zu bedenken. Das Problem liege nicht in der Spezialisierung. "Die Nachfrage nach vegetarischer Küche wächst und damit langfristig auch die Bedeutung der neuen Lehre", so der Haubenkoch.