Dass auch Frauen in Führungspositionen nicht sicher sind, bewies diese Woche eindrucksvoll ausgerechnet die Universität Innsbruck. Was eigentlich wie eine Formalität wirkte, wurde zum jähen Ende der Rektorenschaft von Veronika Sexl. In einem verkürzten Verfahren sollte die Entscheidung fallen, ob die Rektorin eine weitere Periode an der Spitze bleiben dürfte. Der Unisenat stimmte diesem Vorhaben eindeutig zu. Der Unirat sah das anders und besiegelte mit seiner Entscheidung das Ende von Sexls Rektorenschaft. Diese Entscheidung ließ nicht nur Sexl selbst verwirrt zurück. Erstens gibt es in der Uni eine breite Zustimmung für sie und zweitens – und vermutlich wichtiger – ist der Zeitpunkt denkbar ungünstig. Es stehen Sparmaßnahmen und wichtige Entscheidungen an und man muss davon ausgehen, dass es der Noch-Rektorin angesichts ihres bevorstehenden Endes im nächsten Sommer an Motivation fehlen dürfte, diese Aufgaben voller Inbrunst anzugehen. Bis dann ein neues Oberhaupt gewählt ist, dürfte es Herbst 2026 sein, bis das neue Team wirklich loslegen kann, wahrscheinlich aber 2027.
Der Unirat hat mit seiner Entscheidung also auch für Handlungsunfähigkeit in herausfordernden Zeiten gesorgt und sein Urteil nicht einmal begründet. Wirbel ohne Not könnte man auch sagen, denn ob Sexl den Job perfekt gemacht hat, lässt sich objektiv schwer beurteilen. Um Gefahr in Verzug handelte es sich aber sicherlich nicht, und damit wäre es mehr als pragmatisch gewesen, Sexl angesichts der aktuellen Herausforderungen im Sinne der Handlungsfähigkeit einfach zu verlängern.