Letzten Sonntag feierte der Tiroler Fasching mit der Rückkehr des Thaurer Mullerlaufens nach acht Jahren einen seiner Höhepunkte. Über 600 Menschen wirkten und arbeiteten mit, damit die 11.000 BesucherInnen auch auf ihre Kosten kamen. Mit dabei: der verurteilte Steuerhinterzieher, Ex-Bürgermeister von Thaur und Ex-Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer Christoph Walser. Und: eine ORF-Kamera.
Jetzt könnte man meinen, dass über eine Million Euro an hinterzogenen Steuern, eine Strafe dafür von rund einer halben Million Euro und eine damit verbundene Firmenpleite mit rund 700.000 Euro Schulden selbst bei einem Christoph Walser zu so etwas wie Demut führen könnten. Weit gefehlt, Christoph Walser ist nicht vor der ORF-Kamera geflüchtet, er hat sie förmlich gesucht.
Fehler dürfen passieren. Was zählt, ist, wie man mit ihnen umgeht.
Und da lässt der Tirol-heute-Auftritt Walsers doch tief blicken. Mit roter „Make Thaur great again“-Kappe wollte sich Walser wohl auf lustige Weise rehabilitieren. Er sei jetzt reingewaschen, kündigte spaßhalber sein Comeback als Thaurer Bürgermeister an und unterstrich seine Landeshauptmann-Ambitionen – irgendwie witzig und im Rahmen des Faschingstreibens wahrscheinlich so etwas wie angemessen.
Dann kommt’s: Ein offenbar einstudierter Sketch dreht sich darum, dass Walser Schwarzgeld, das er noch „übrig“ hat, im Publikum verteilt, um Stimmen für die nächste Gemeinderatswahl zu kaufen. Ein Fall von „Ihr Stadtler verstehts den Fasching nicht“ oder doch eher die Neuauflage von „Je ne regrette rien“? Entscheiden Sie selbst, aber ab Minute 8:20 geht der Wahnsinn los: Hier geht's zum Video.
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