Das ausgehende Jahr war wirtschaftlich betrachtet wohl eher eines für die Tonne. Die Rahmenbedingungen für UnternehmerInnen werden laufend schlechter, hohe Inflation und absurde Lohnkosten verunmöglichen in vielen Branchen so etwas wie Wettbewerbsfähigkeit.
Schlechter als der Wirtschaft geht es in Österreich nur dem Staat.
Die Staatsverschuldung soll nächstes Jahr auf über 86 Prozent des BIP steigen, mit über 400 Milliarden Euro soll Österreich schon in der Kreide stehen. Nicht einmal einen ganzen Musk, beruhigen Optimisten. Das Traurige dabei: Österreich erhebt auf quasi alles Steuern oder Abgaben und greift bei den Lohnnebenkosten richtig zu. Man fragt sich: Warum fehlt es dann eigentlich an allen Ecken und Enden?
Ein Beispiel: Wenn Sie 10.000 Euro brutto im Monat verdienen, ergibt das ein Jahresbrutto von 172.415,57 Euro. Davon sind 86.475,08 Euro an Steuern, Abgaben und Pensionsbeiträgen abzuführen, ziemlich genau die Hälfte also. Mit der versteuerten Hälfte, die Ihnen bleibt, bezahlen Sie fortan aber wieder laufend Steuern. Bei jedem Einkauf (Umsatzsteuer), beim Autokauf (Umsatzsteuer, NoVA und Kfz-Steuer) oder beim Tanken (Umsatzsteuer, Mineralölsteuer). Hinzu kommen lustige Erfindungen wie die Alkohol-, Bier-, Schaumwein- und Tabaksteuer oder einfach nur Versicherungssteuern, Haushaltsabgabe oder die Grunderwerbssteuer, wenn Sie mit Ihrem bereits versteuerten Geld Eigentum erwerben möchten.
Ein weiterführendes Beispiel: Bei jeder Tankrechnung führen Sie rund die Hälfte des Preises in Form von Umsatz- und Mineralölsteuer an den Staat ab, natürlich wieder mit versteuertem Geld. So müssen Sie für eine 100-Euro-Tankrechnung in dieser Logik zuerst 200 Euro verdienen. Davon bekommt in diesem Beispiel der Tankstellenbetreiber nur 50 Euro, drei Viertel davon – nämlich rund 150 Euro – hat der Staat auf dem Weg dorthin in Form von Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten kassiert.
Warum dem Staat bei diesen enormen Einnahmen die Pleite droht, könnte manch ein Profiler wohl damit erklären, dass er es auf der Ausgabenseite nicht so genau nimmt. Leicht verdient – leicht ausgegeben sozusagen. Sollte Ihnen bei all den Steuern am Ende doch noch Geld übrigbleiben, ergibt es vielleicht Sinn, das Gesparte anzulegen. Aber Achtung: Bei etwaigen Gewinnen fallen 25 Prozent Kapitalertragssteuer an.