Diesen Samstag geht auf der Brennerautobahn von 11 bis 19 Uhr nichts mehr. Mit einer Totalsperre wegen einer Großdemo wehren sich die geplagten Anrainer bekanntermaßen gegen Lärm und Abgase. Das Land Tirol, das sich so gerne auf seine Andreas-Hofer-Gene beruft, zieht also wieder in den Kampf gegen die Fremdbestimmung von außen. Die Botschaft an Europa: Tirol ist nicht länger eure billigste Durchzugsstraße!
Doch der historische Vergleich hat einen Haken. Am Samstag wird Tirol zwar eine Schlacht gewinnen, den Transitkrieg aber verlieren. Die wahre Front verläuft nämlich im Norden. Solange Deutschland den Bahnzulauf zwischen Rosenheim und Kiefersfelden blockiert, nützt auch der Basistunnel ab 2034 nichts. Die Lkws werden schlichtweg nicht auf die Schiene ausweichen.
Wie schon 1809 wird der Kampf also gegen die Bayern geführt – und die sitzen mit ihren Ausbauplänen für frühestens 2050 am längeren Hebel. Einziger Unterschied zu damals: Im Transit-Chaos von 2026 gibt es am Ende keine Gewinner, sondern nur Verlierer.