Die aktuelle Wirtschaftslage bietet die Chance für echte Reformen. Mein Vorschlag: Schaffen wir die kirchlichen Feiertage ab und lassen Geschäfte und Büros offen! Die ständigen Feier- und Fenstertage im Mai und Juni bremsen die Produktivität massiv aus, und das kurz bevor das Land ohnehin in den immer längeren wirtschaftlichen Sommerschlaf verfällt.
Vorbild für diese notwendige Änderung könnte ausgerechnet der katholische Nachbar Italien sein, der ja bekanntlich sogar den Vatikan beheimatet. Dort hat man schon vor 50 Jahren zahlreiche Feiertage abgeschafft und diese kirchenrechtlich auf den jeweils darauffolgenden Sonntag verlegt. So wird in Italien seit 1977 an Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und auch am Pfingstmontag gearbeitet und – viel wichtiger – die Geschäfte haben geöffnet. Im Tourismusland Tirol versteht ohnehin kein internationaler Gast, warum er im Urlaub vor verschlossenen Läden steht.
Dem vorprogrammierten Aufschrei der Abschaffung wirkte man südlich des Brenners übrigens sehr clever entgegen. Die verlorenen freien Tage wurden den Angestellten als zusätzlicher Urlaub gutgeschrieben. Die überfällige Maßnahme würde auch besser zur Realität passen, in der viele Österreicher ohnehin nur noch durch die Kirchensteuer an ihren Glauben erinnert werden. Also: Weg mit den Störenfrieden der Arbeitswoche, gerne im Tausch gegen eine zusätzliche Urlaubswoche!