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Wirtschaft vs. Staat

Öffentliche Hand befeuert Fachkräftemangel

‍Die öffentliche Hand hat der Wirtschaft wichtige Arbeitskräfte entzogen.
Wirtschaft vs. Staat

Öffentliche Hand befeuert Fachkräftemangel

‍Die öffentliche Hand hat der Wirtschaft wichtige Arbeitskräfte entzogen.

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Es dreht sich dieser Tage alles um die Spitzengehälter im öffentlichen Dienst. Egal wo man hinsieht, überall tauchen Positionen und Namen auf, die fürstlich entlohnt werden – ein gefundenes Fressen für die Presse, vermutlich aber die kleinste Gefahr, die von den staatsnahen Geflechten ausgeht.

In Österreich arbeiten offiziell nämlich auch abseits der SpitzenverdienerInnen rund 800.000 Menschen für den Staat. Rechnet man nun noch alle Konstrukte hinzu, hinter denen am Ende des Tages wieder die öffentliche Hand steckt, ist davon auszugehen, dass in etwa jede/-r zweite Angestellte, direkt oder eben indirekt vom Staat bezahlt wird. Hierzulande könnten Sie natürlich bei einer Partei, einem Bund oder einer Kammer anheuern oder – ebenfalls sehr beliebt – beim Land Tirol (zirka 4.500 MA), der Stadt Innsbruck (über 1.900 MA), der TIWAG (rund 1.700 MA), der IKB (zirka 1.800 MA), der IVB (in etwa 700 MA), den Tirol Kliniken (grob 9.500 MA) oder einfach nur bei der Lebensraum Holding und ihren Töchtern (rund 200 MA) oder einem Tourismusverband (Innsbruck 90 MA).

Alle diese stolzen MitarbeiterInnen-Zahlen haben eines gemein: Sie sind in den letzten Jahren alle gestiegen, teils dramatisch.  Es werden also laufend mehr, die sich über sehr sichere Jobs und anständige Entlohnung freuen dürfen. Teils bezahlt der Staat nämlich deutlich besser, als es sich viele Unternehmen leisten können. Zynischerweise wird die Kon­kurrenz­situa­tion erst durch die Steuern und Abgaben ebendieser möglich. Kurzum:

‍Die öffentliche Hand befeuert den Fachkräftemangel.

Sie hat der Wirtschaft wichtige Arbeitskräfte entzogen, indem sie diese besser bezahlt als am freien Markt üblich, mit Sicherheiten lockt und dafür das Geld der Unternehmen verwendet. 

Was das konkret bedeutet, zeigen diese Zahlen: 

Das Durchschnittsgehalt der heute rund 5.800 Angestellten in der österreichischen Wirtschaftskammer betrug 2020 rund 4.340 Euro (immer brutto, 14 Mal/Jahr). Das Durchschnittsgehalt, das die Unternehmen zu dieser Zeit ihren MitarbeiterInnen bezahlten, war mit 2.584 Euro rund 40 Prozent niedriger.

Noch imposanter geht es bei der Arbeiterkammer in Österreich zu. Das Durchschnittsgehalt eines AK-Mitglieds betrug ebenfalls 2020 nur 2.189 Euro. Die Angestellten der AK durften sich schon damals über fast das Doppelte, nämlich 4.197 Euro Durchschnittsgehalt freuen. 

Was völlig logisch erscheint, ist es in der Praxis anscheinend längst nicht mehr: Pflichtbeiträge, Steuern und Abgaben können für vieles eingesetzt werden, dürfen aber keinesfalls gegen diejenigen verwendet werden, die sie leisten.

21. November 2025 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: AI generated

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