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Hoher Druck, wenig Lohn

Krise der öffentlichen Führungskräfte

Hoher Druck, wenig Lohn

Krise der öffentlichen Führungskräfte

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Wir wünschen uns kompetente MacherInnen in öffentlichen Führungspositionen. Gleichzeitig dürfen diese nicht zu viel verdienen, schon gar keine Fehler machen und müssen jederzeit ausgetauscht werden können. Das einzige Problem in diesem Szenario? Wer will so einen Job unter solchen Prämissen eigentlich noch ausüben? 

Beispiel Barbara Thaler: Die WK-Präsidentin durfte sich einmal quer durch Medien und Internet watschen lassen, weil sie ihre Bezüge erhöhen wollte. Zugegeben, das war kommunikativ keine Meisterleistung, aber wir dürfen schon davon ausgehen, dass die Präsidentin am freien Markt deutlich mehr wert wäre als die neuen, alten rund 77.000 Euro Jahresbrutto. Zudem gibt es in der Kammer nicht wenige Menschen, die weitaus weniger öffentlichem Druck ausgesetzt sind und trotzdem deutlich mehr verdienen als die Präsidentin. Muss man das an der Spitze aushalten? Stimmt hier die Balance zwischen Zeitaufwand, öffentlichem Druck und Entlohnung noch? 

Beispiel Veronika Sexl: Die gleiche Frage muss man sich auch im Falle der schnörkellos entfernten Unirektorin stellen. Auch sie verdient in der exponierten ersten Reihe weniger als manch ein Uniprofessor im beschaulichen Hintergrund. Sie muss es aber aushalten, öffentlich gedemütigt zu werden. Dass sich jemand ein neues Oberhaupt wünscht, ist dabei in einem hochpolitischen System wie einer Universität ein normaler Vorgang. Dass man die Entscheidung aber nicht einmal begründet und es jetzt so aussieht, als hätte Sexl etwas Gröberes ausgefressen, ist unfair.

Ob die vielen Kontras, die ein Topjob im öffentlichen Bereich mit sich bringt, durch die objektiv wenigen Pros wirklich aufgewogen werden können, muss am Ende jede/r für sich entscheiden. Wir müssen uns aber ernsthaft Sorgen machen, dass uns mit diesen Rahmenbedingungen irgendwann die kompetenten MasochistInnen ausgehen und es nur noch inkompetente NarzisstInnen in solche Positionen zieht.

13. Dezember 2025 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: Shutterstock

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