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Comeback der Woche

MCI-Neubau-Diskussion geht in die nächste Runde

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MCI-Neubau-Diskussion geht in die nächste Runde

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Das MCI feiert sein Comeback in den Schlagzeilen. Die Landesregierung hält also an ihrem vor gut einem Jahr beschlossenen Plan fest, das MCI nicht neu zu bauen, sondern bestehende Standorte zu sanieren. Der Grund damals – wir erinnern uns – war eine Kostenexplosion der Neubaupläne. Der offizielle Schuldige war schnell gefunden: Andreas Altmann, der das MCI seit seiner Gründung Mitte der 90er-Jahre als Rektor führt, soll mit seiner exorbitanten Wunschliste das Neubauprojekt quasi verunmöglicht haben. Über die Jahre wurde die Kostenprognose für den Neubau immer höher, am Ende sprach man gar von über 250 Millionen Euro. Im Dezember 2024 bereitete Landeshauptmann Mattle dem jahrelangen Hin und Her ein jähes Ende.

Die Opposition und auch viele andere im Land sehen das Thema aber dennoch nicht als abgeschlossen an, und zwar aus guten Gründen. Denn langfristig gedacht ist ein Neubau immer effizienter als eine Mietvariante. Nicht nur, dass man das MCI an einem Ort zusammenführen und nach den tatsächlichen Anforderungen gestalten könnte, man würde Eigentum schaffen, anstatt Millionen an Miete in andere Standorte zu investieren. Allein die MCI-Dependance in der ehemaligen Hauptpost verursacht rund 1,5 Millionen Euro Kosten, die an den privaten Eigentümer fließen. Nach der Sanierung des Standorts würde sich diese Miete natürlich drastisch erhöhen. Ausgehend von zum Beispiel 2 Millionen Euro Jahreskosten würde man also alleine für diesen einen Satelliten in den kommenden 50 Jahren rund 100 Millionen Euro an Miete aufbringen müssen. Addiert man die Kosten für derzeit sechs weiteren Standorte, die auf drei reduziert werden sollen, ist schnell klar: Ein Neubau ergibt wirtschaftlich langfristig immer Sinn.

Das Thema MCI ist komplex und das Thema des Neubaus scheint nahezu ausweglos verfahren zu sein. Man kann zu Andreas Altmann stehen, wie man will, doch eines ist bei genauerer Betrachtung völlig klar: Er kann schon rein technisch nicht die Schuld daran tragen, dass es keinen Neubau gibt. Es ist der Politik und der mit ihr einhergehenden Entscheidungsschwäche zu verdanken, dass teure Jahre vergeudet wurden. Andreas Altmann ist nicht Eigentümer des MCI, sondern ein Angestellter. Und wenn die Politik behauptet, er sei schuld am Nicht-Neubau, gesteht sie schlichtweg ein, sich von ihren Angestellten auf der Nase herumtanzen zu lassen. Egal ob Anton Mattle, Georg Dornauer oder schon davor Johannes Tratter – sie alle hätten einen Neubau nach ihren Vorstellungen durchführen können. Nach dem Motto „Wer zahlt, schafft an“ hätte man in der Privatwirtschaft mit Andreas Altmanns Wünschen kurzen Prozess gemacht, frei nach dem Motto: „Deine Wünsche kannst du dem Christkind schreiben, wir bauen da jetzt mal was Feines und sagen dir rechtzeitig, wann du einziehen kannst.“

Jetzt so zu tun, als hätte man keine Schuld daran, bereits Millionen von Steuergeld an Berater, Planer und Juristen verschenkt zu haben, und zugleich das Sanieren und Mieten von fremden Standorten als beste Lösung verkaufen zu wollen, lässt tief blicken. Die Politik allein hat dieses Thema verbockt, und das wird den/die SteuerzahlerIn viel Geld kosten.

 

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20. März 2026 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: MCI/Freepik

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