Selbst kann man es nicht, und mit denen, die es könnten, will man nicht. So lautet die stark vereinfachte Sichtweise, wenn es um Tirols Privatuniversitäten geht. Die UMIT in Hall kommt nicht aus den Schlagzeilen. Meistens fehlt das Geld, oftmals auch der Sinn.
Der neue Player am Markt, die Sigmund-Freud-Privatuniversität, bekundete schon vor zwei Jahren Interesse an einer Zusammenarbeit mit der strauchelnden UMIT. Wie es aussieht, handelt es sich hier um eine einseitige Liebesbekundung. Derweil sucht die renommierte Privatuni selbst einen eigenen Standort in Tirol, konkret in Wörgl. Dort will man MedizinerInnen ausbilden und dafür – ganz ohne öffentliches Geld – 100 Millionen Euro und mehr investieren. 120 ÄrztInnen pro Jahr soll die neue Privatuni generieren, rund ein Drittel davon würde vermutlich in Tirol bleiben und so dem Ärztemangel mit entgegenwirken.
Aus unternehmerischer Sicht ein No-Brainer: Jemand will in Tirol investieren, Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen? Gerne, immer her damit! Doch es ist kompliziert. Die zuständige Landesrätin Cornelia Hagele kann sich nämlich nicht so wirklich für den neuen privaten Anbieter erwärmen. Es wäre jedenfalls mehr als schade, wenn dieser abspringen und stattdessen ein anderes Bundesland für seine Pläne auswählen würde.