Wenn man die letzten Jahre am Ostersonntag auf orf.at vorbeischaute, begegnete man meist Meldungen wie „Über 2 Milliarden Christen begehen Osterfest“. Diesen Sonntag schien dem ORF eine andere Nachricht berichtenswerter: „Iran: Vermisster US-Kopilot geborgen“ lautete die große Aufmacherstory. Ein Sinnbild dafür, warum große Verlage und auch öffentlich-rechtliche Medienhäuser weltweit an Glaubwürdigkeit und Reichweite verlieren: Sie haben den falschen Fokus. Der ORF befindet in diesem Beispiel, dass die USA die Guten im Iran-Krieg und wir irgendwie dann doch ihre Verbündeten sind und uns deshalb darüber Sorgen machen müssen, wo ein einzelner ihrer Piloten abgeblieben ist. Damit machen sich heimische Medien zu Trumps Pressesprechern und – noch schlimmer – verbreiten sein Narrativ. America first, jetzt wohl auch im österreichischen öffentlichen Rundfunk.