Tirols Tourismusgesinnung ist eine Geschichte voller Missverständnisse oder anders: Der gemeine Tiroler weiß zwar, dass der Tourismus wirtschaftlich sehr wichtig ist, ihm gehen die Deutschen auf seinen Bergen aber trotzdem auf die Nerven. Auch darum gibt es Verbundkarten. Denn dank Freizeitticket und Co. erleben wir Einheimische die Berge zu einem fairen Preis. Die Infrastruktur, die für den Touristen und durch die Gelder des Tourismus geschaffen wurde, steht uns zu Sonderkonditionen zur Verfügung – Ausgleichszahlungen für touristische Schmerzen sozusagen, schöner formuliert ein Mittel, um die Tourismusgesinnung im Lande zu steigern. Diese Gesinnung hat Thomas Schroll, seines Zeichens Chef der größten Verbundkarte, des Freizeittickets, um locker zehn Jahre zurückgebombt. Er stieß tatsächlich die Debatte an, dass man darüber nachdenken müsse, das Freizeitticket zu limitieren. Nach den Rekordverkäufen von über 70.000 Karten heuer könne es nicht so weitergehen. Warum? Weil man ja auch Platz für die Tagesgäste brauche, sprich die Touristen – im Freizeitticket-Besitzer-Jargon auch gerne „Scheiß Deitsche“ genannt.
Jetzt gehen wir mal von mildernden Umständen aus, dass Schroll diese Schnapsidee von ein paar mächtigen, aber nicht sonderlich bedachten Bergbahnlern eingeflüstert bekommen und nicht selbst aus dem Nichts ersonnen hat. Trotzdem ist der Schaden schon passiert, und das ohne Not, denn so viel ist fix: Eine Begrenzung des Freizeitticket-Kontingents kann und wird auch nicht kommen – eine positive Tourismusgesinnung so aber auch nicht.
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