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Eklat der Woche

Südtirol-Posting

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Viel Empörung gab es diese Woche in der Politik über ein Posting der Tirol Werbung, in dem Nordtirol und Südtirol humoristisch verglichen wurden. Die Freiheitlichen nördlich und südlich des Brenners orteten einen Skandal in Epstein-Dimensionen und auch unser Landeshauptmann reagierte ungewohnt emotional. Das ist leicht zu erklären, denn die Beziehung zwischen Nord- und Südtirol ähnelt natürlich historisch bedingt ein wenig der Deutschland-Israel-Liaison. Stichwort: Da passt kein Blatt dazwischen und so. Dass Mattle selbst gerade Vorsitzender der Euregio ist, die laut Eigendefinition ein grenzübergreifender Zusammenschluss von Kommunen und Regionen in Europa ist, um die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft zu fördern, machte es für unseren Landeshauptmann auch nicht gerade einfacher, cool zu bleiben. Die Empörung aus den politischen Reihen war jedenfalls überzogen, die Reaktion aus dem Landhaus unangebracht und einer Entschuldigung hätte es auch nicht bedurft.

Letztendlich wurde hier touristische und politische Kommunikation – teils absichtlich – vermischt.

Und das ist nicht gut. Denn wenn sich Politik in touristische Werbung einmischt, kann am Ende nur noch eine Nummer-sicher-Variante übrig bleiben. Wir posten einfach nur noch Skipisten und Almwiesen. Nicht austauschbare und deshalb auch erfolgreiche Werbung hingegen – vor allem im Social-Media-Bereich – kann nur funktionieren, wenn man in Kauf nimmt, nicht immer alle glücklich zu machen und auch manchmal übers Ziel hinauszuschießen.

Dafür braucht es letztendlich einen Eigentümer, der das versteht und vor allem mit ausreichend Ruhe und Selbstbewusstsein ausgestattet ist. Der diese Woche erlebte Automatismus von Vorwurf und Entschuldigung ist jedenfalls kontraproduktiv. Die Freiheitlichen sind vielleicht nicht gerade die objektivsten BeraterInnen, wenn es um Besuch aus dem Ausland geht. Warum sich unser Landeshauptmann in dieser Sache von der Opposition vor sich hertreiben lässt, ist aber schwer nachvollziehbar.

Wenn jedenfalls gleich eine ganze Organisation wegen eines Postings infrage gestellt wird, muss man vor allem das Selbstverständnis der Tiroler Landesregierung hinterfragen. Der Tourismus ist die tragende Säule der Wirtschaft in Tirol, derzeit nebenbei bemerkt sogar die einzig verlässliche. In diesem Bereich sollten wir uns weder von der Opposition mit irgendwelchen nostalgischen Historienfantasien aus der Ruhe bringen lassen noch uns dafür entschuldigen, dass wir touristische Werbung für unser Land nicht so betreiben, wie es angesichts der aktuellen Umstände wahrscheinlich schon bald normal sein wird, nämlich unantastbar und scheißfad.

Was ich auf jeden Fall nicht verstehen kann, ist, dass es in der Tirol Werbung überhaupt noch Menschen gibt, die versuchen, mit experimentellen und zeitgemäßen Werbeformen endlich auch neue Zielgruppen zu erreichen. Denn das Resultat ist immer dasselbe. Egal ob Hafermilch, Rülpser oder Südtirol – die Empörung ist stets ähnlich groß wie ungerechtfertigt. Und im Zweifelsfall gibt es immer gleich ordentlich eins auf die Mütze.

 

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30. Januar 2026 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: AI generated

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