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Männersache Adlerrunde

Über alte Adler und neue Runden…

In der Tiroler Adlerrunde kommen auf 61 Mitglieder nur sechs Frauen.
Männersache Adlerrunde

Über alte Adler und neue Runden…

In der Tiroler Adlerrunde kommen auf 61 Mitglieder nur sechs Frauen.

… oder wie Testosteron als Brandbeschleuniger für einen Generationenwechsel wirken kann. 

Es war eine dieser Presseaussendungen, die auf den ersten Blick recht unspektakulär anmuten. Unter der Headline „Karl Christian Handl übernimmt die Präsidentschaft der Tiroler Adlerrunde“ erfuhr man ebendies und des Weiteren, dass der scheidende Präsident Klaus Mark dem Vorstand als Pressesprecher erhalten bleibt, Ingeborg Freudenthaler, Peter Grüner, Alois Schranz und Manfred Pletzer diesen aber verlassen. Das neue Team um Karl Christian Handl hört auf die Namen Joe Empl, Gottfried Sint und Gerald Unterberger.

Kurze Auffrischung für Unwissende: Die Tiroler Adlerrunde wurde 2002 von UnternehmerInnen gegründet, um einerseits die Tiroler Bevölkerung für die Bedeutung der Wirtschaft zu sensibilisieren und andererseits den Rahmen für eine Ideenschmiede zu schaffen. 

Herausgekommen ist dabei eine als UnternehmerInnen-Verein getarnte Interessenvertretung, die letztendlich von mächtigen Männern aus der Tiroler Wirtschaft geführt wird. 

Einzig Ingeborg Freudenthaler kompensierte das ungleiche Geschlechterverhältnis – auf 61 Mitglieder kommen nur sechs Frauen – in den letzten Jahren eindrucksvoll. Ihre starke Präsenz in der Adlerrunde unterband jegliche Diskussion, ob in der Vereinigung auch die weibliche Seite der Wirtschaft entsprechend repräsentiert ist. Was die Machtverteilung der Geschlechter in der Tiroler Wirtschaft anbelangt, kann man die Zusammensetzung des neuen Vorstands demnach zumindest als ehrlich werten: Er kommt nämlich ganz ohne Frauen aus.

Sieht man sich die 61 Mitglieder genauer an, fällt aber nicht nur die geballte Männlichkeit auf, sondern auch der Umstand, dass Tiroler Adler gerne generationenübergreifend fliegen. Wie könnte es auch anders sein? In zehn von elf Fällen sind es Vater und Sohn, einzig der Osttiroler Schafwollkaiser Josef Schett ist mit seiner Tochter Rebecca in die Adlerrunde eingezogen, er hat allerdings auch keinen Sohn. Das Vater-Sohn-Memory lässt wenig wichtige Namen der Tiroler Unternehmer-Szene aus: Die Familien Pletzer, Ruetz, Wedl, Empl, Unterberger, von der Thannen, Marberger, Grüner, Bellutti und eben auch Handl, wo Papa Karl in den Anfängen der Adlerrunde schon die Präsidentschaft innehatte und jetzt der Sohnemann die Tiroler Adler anführen darf.

Und mit ihm ist nun endgültig die neue Generation eingezogen. Ihr gehört jetzt der Horst. Wie damit wohl die alten Adler klarkommen? Haben seniore Granden wie Pletzer, Schranz, Rubatscher, Falkner oder Ortner den Generationenwechsel überhaupt gewollt und realisiert? Wohin führt die neue Junior-Achse die mächtige Gesinnungsgemeinschaft? Die Zukunft der Tiroler Wirtschaft scheint jedenfalls ausschließlich männlich zu sein. Ob sie auch so jung wie der neue Vorstand der Tiroler Adler wird oder die Altvorderen doch noch kräftig mitmischen, wird hingegen wohl erst der Alltag zeigen.

23. Februar 2024 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: Adobe Firefly

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