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Staat mit Kurzsicht

Über Angebot und Nachfrage ...

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Gas, Elektro und öffentliche Verkehrsmittel – drei Beispiele, bei denen Nachfrage generiert wurde, ohne das Angebot im Blick zu haben.
Staat mit Kurzsicht

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Gas, Elektro und öffentliche Verkehrsmittel – drei Beispiele, bei denen Nachfrage generiert wurde, ohne das Angebot im Blick zu haben.

… oder warum die Politik ständig beschließt, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

Die letzten Jahre haben es eindrucksvoll gezeigt. Es gibt viele Bereiche, in denen sich der Staat besser nicht einmischt. Ein paar Themen jedoch können staatliche Einflussnahme durchaus vertragen. Vor allem in der Grundversorgung darf der Staat eine Rolle spielen, vorausgesetzt er tut das mit Bedacht. Wer das für selbstverständlich erachtet, wird derzeit eines Besseren belehrt. Immer öfter scheint sich die Republik Österreich der Konsequenzen, die ihr Handeln auslöst, nicht bewusst. Drei Beispiele, bei denen Nachfrage generiert wurde, ohne das Angebot im Blick zu haben:

1.) Raus aus Gas!

Der Kriegsbeginn lieferte der Politik einen medienwirksamen Anlass, die jahrelang gepflegte Abhängigkeit vom russischen Gas abrupt zu beenden. Neben großen Worten, viel Gas-Bashing, Förderung für Wärmepumpen und Solar­anlagen, ist aber vor allem eines nicht passiert: der Ausstieg aus dem Gas-Liefervertrag mit Russland. Die Politik spricht nicht gerne darüber, aber natürlich beziehen wir einfach weiterhin russisches Gas, weil es schlichtweg an Alternativen fehlt.

Die Botschaft: Wir müssen raus aus der russischen Gasabhängigkeit!
Die Realität: Fast alle europäischen Länder beziehen Gas oder Flüssiggas aus Russland, viele davon sogar mehr als vor dem Krieg.

2.) Rein in Elektro!

Ein Paradebeispiel für das Nichterfassen des Prinzips Angebot und Nachfrage ist der künstlich erzeugte Elektroboom der letzten Jahre, der unlängst ein jähes Ende fand. Die Idee: Teils doppelt so teure Autos werden massiv vom Staat gefördert, damit man die Produktion von Verbrennungsmotoren 2035 einstellen und sich komplett auf Elektroantrieb fokussieren kann. Der Umstand, dass es weder genügend Infrastruktur noch genügend verfügbare Stromkapazitäten bei einer Vollumstellung gäbe, wurde dabei ebenso ignoriert wie die Tatsache, dass auch Elektroautos Umweltsünder sein können – wie in Deutschland zum Beispiel, wo der Strom bekanntermaßen immer noch gerne aus dem Braunkohlekraftwerk kommt.

Die Botschaft: Verbrenner sind böse, Elektroautos sind gut. Wir steigen um!
Die Realität: Aufgrund der hohen Strompreise und der mangelnden Infrastruktur geht die Nachfrage nach Elektroautos massiv zurück. Preisnachlässe und Aktionen sollen den Trend umkehren. ExpertInnen sprechen aber schon davon, dass sich die Technologie vielleicht überhaupt nicht durchsetzen wird.

3.) Wir fahren öffentlich!

Österreich auf Schiene oder in den Bus zu bringen, darf man ja prinzipiell als löbliche Idee bewerten. Das Klimaticket und der attraktive Preis desselben haben für eine unglaublich große Nachfrage gesorgt. Nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern aus ganz banal monetären setzen immer mehr Menschen auf Bus und Bahn. Einziges Problem: Der Staat hat vergessen, das Angebot anzupassen. Es gibt nicht nur zu wenige Zuggarnituren und Busse, es fehlt auch massiv an Personal. Die Nachfrage kann nicht bewältigt werden, und so ärgert sich Österreich mittlerweile täglich über Verspätungen, Ausfälle und überfüllte Öffis.

Die Botschaft: Österreich fährt öffentlich! 
Die Realität: Viel zu wenig Personal, zu spät oder gar nicht bestellte Garnituren treffen auf zu viele Menschen, die das günstige Klimaticket ausnützen wollen und sich stattdessen ständig ärgern müssen und zu spät oder gar nicht ans Ziel kommen.

22. März 2024 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: Shutterstock

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