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Kaufhaus Tyrol

Über ein Wahrzeichen, das zum Verkauf steht…

Dass der etwaige Verkauf des Kaufhaus Tyrol derzeit politisch zum Thema wird, ist zwar logisch, aber auch irgendwie peinlich.
Kaufhaus Tyrol

Über ein Wahrzeichen, das zum Verkauf steht…

Dass der etwaige Verkauf des Kaufhaus Tyrol derzeit politisch zum Thema wird, ist zwar logisch, aber auch irgendwie peinlich.

… oder warum das Kaufhaus Tyrol so niemand kaufen wird.

Es ist interessant, was schon banalste Meldungen heutzutage auslösen können. Einer der zahlreichen Signa-Sanierungsverwalter, nämlich derjenige, der für die Signa Prime Assets GmbH zuständig ist, macht seinen Job. Norbert Abel will alle Gebäude, die sich in der insolventen Firma befinden, zu Geld machen – darunter auch das Kaufhaus Tyrol.

Der Aufschrei ist groß. Dabei stellt sich eigentlich momentan nur eine Frage: Warum sollte jemand das Kaufhaus Tyrol überhaupt kaufen wollen? Wie top.tirol schon am 15. Dezember des Vorjahres berichtete, wurde das Innsbrucker Kaufhaus 2010 mit Baukosten von rund 155 Millionen Euro errichtet. Und seit dem Frühjahr 2015 muss es laut Grundbuchsauszug als Pfandgeber für zahlreiche deutsche Vorsorge- und Pensionskassen herhalten. Die Höhe des Pfandrechts, das damals eingetragen wurde, hat es in sich: 180 Millionen Euro. Oder anders formuliert: Diese Vorsorge- und Pensionskassen verwenden das Kaufhaus Tyrol als Sicherheit für eine Summe von bis zu 180 Millionen Euro. Oder wieder anders formuliert: Würde das Kaufhaus Tyrol verkauft werden, müsste man zuerst die aktuell offene Summe bedienen, bevor der Sanierungsverwalter und damit die Gläubiger zum Zug kämen. Spoiler-Alarm: So viel würde derzeit wohl niemand zahlen.

Denn bei jährlichen Mieteinnahmen von gut 10 Millionen Euro und vor dem Hintergrund, dass man bald auch noch einen Nachmieter für den Publikumsmagneten MediaMarkt braucht, der mit Jahresende ausziehen möchte, ist das Kaufhaus Tyrol kein klassischer Investmentcase. Zudem feiert das Haus nächstes Jahr seinen 15. Geburtstag, was für einen potenziellen Käufer vor allem bedeutet, dass er in den kommenden Jahren wohl auch noch einen zweistelligen Millionenbetrag für eine Sanierung einplanen sollte.

Nun könnte man annehmen, dass das somit recht uninteressante Kaufhaus Tyrol in einem großen Investment-Paket untergehen könnte. Was aber, wenn die anderen Immobilien in diesem Paket nicht weniger verschuldet und verpfändet sind? Vor diesem Hintergrund wird so schnell erst mal gar nichts passieren. Dass der etwaige Verkauf des Kaufhaus Tyrol derzeit politisch zum Thema wird, ist zwar logisch, aber auch irgendwie peinlich. Georg Willi und sein selbst ernannter Herausforderer haben dazu kurzerhand die Gesinnungsrollen getauscht. Willi möchte ganz neokapitalistisch den Markt das Problem regeln lassen und sich keinesfalls einmischen. Tursky hingegen liebäugelt mit kommunistischen Ideen und schlägt eine Tiroler Lösung für das Kaufhaus Tyrol vor: Er will das moderne Wahrzeichen von den Klauen böser, ausländischer KapitalistInnen fernhalten. Wahlkampf macht’s möglich.

16. Februar 2024 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: Shutterstock

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