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Kriegsverlierer der Woche

Wie der Iran-Konflikt die Golfstaaten trifft

Kriegsverlierer der Woche

Wie der Iran-Konflikt die Golfstaaten trifft

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Die Chancen für einen weiteren Friedenspreis der FIFA oder gar einen echten Friedensnobelpreis für Donald Trump sinken derzeit stündlich. Die Übernahme Venezuelas scheint beim amerikanischen Präsidenten wohl zu weiteren Eroberungsfantasien geführt zu haben. Und deshalb muss man sich dieser Tage nicht nur fragen, warum Amerika ohne Gegenwehr der Weltgemeinschaft jederzeit beliebig Länder angreifen darf, Russland für das gleiche Verhalten aber weltweit geächtet wird. 

Hat Donald Trump die Auswirkungen dieses Angriffs auf Iran völlig unterschätzt? Ja, vielleicht nicht einmal im Ansatz bedacht? Denn die Dimension ist diesmal gewaltig. Allein die Reaktion Irans war objektiv betrachtet nämlich eine strategische Meisterleistung, mit der niemand rechnen konnte. Denn durch die Gegenangriffe Irans in Richtung Golfregion im Allgemeinen und Dubai im Speziellen hat dieser Konflikt ein völlig neues Level erreicht. In der Golfregion hat man sich bekanntlich in den letzten Jahren neu erfunden. Schwindende Ölreserven lassen zum Beispiel Dubai schon länger recht erfolgreich auf zwei neue Geschäftszweige setzen: einmal den Tourismus und einmal das durch ausländische Investoren angetriebene Immobiliengeschäft. Und nun das: Nach einer Explosion im Fairmont Hotel auf der künstlichen Insel „The Palm“ macht nun ein Brand in Dubais Wahrzeichen, dem Luxushotel Burj Al Arab, mit einem Schlag die touristische Aufbauarbeit von Jahren zunichte. Alle wollen raus aus Dubai und niemand mehr hinein und der Trend könnte ein langfristiger werden. Auch die Megaflughafenhubs Dubai, Abu Dhabi und Doha sind stark in Bedrängnis geraten. Logisch, auch nur als Zwischenstopp ist ein potenzielles Kriegsgebiet wohl wenig gefragt. Der boomende Tourismus in den Emiraten, aber auch in Katar, Bahrain oder dem Oman ist demnach wohl mit einem Totalstopp konfrontiert.

Das gleiche Bild am Immobilienmarkt, der nicht nur preislich unmittelbar eingebrochen ist: Wer investiert künftig in eine solch unsichere Region und wer will überhaupt noch dorthin ziehen? Eine verhältnismäßig kleine Explosion führt also zur unmittelbaren Implosion der neuen Geschäftsmodelle der Golfstaaten. Deshalb werden es diesmal nicht die Amerikaner sein, die den Krieg im Iran beenden oder gar dort einmarschieren und für neue Verhältnisse sorgen. Die Golfstaaten selbst werden die Initiative ergreifen, das Land in irgendeiner Form übernehmen, um damit das Sicherheitsversprechen in ihren Ländern nachhaltig zu erneuern. Ohne Frieden keine Zukunft sozusagen, zumindest keine wirtschaftliche.

06. März 2026 | AutorIn: Michael Steinlechner | Foto: Freepik

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