GP Ice Race: Heiß am Eis

Wenn man von „damals“ spricht, dann spricht man von 16.000 Fans die 2020 nach Zell am See kamen, um den neu erfundenen historischen Eis Rennen beizuwohnen! Das wird es heuer - Corona bedingt - leider nicht geben.

Vor fast genau einem Jahr, im Feber 2020 und nach 45 Jahren Pause, fand erstmalig das GP Ice Race in Zell am See seine Fortsetzung. Das Event zog 16.000 Zuschauer an, bot spannenden Rennsport und zeigte knapp 150 zum Teil spektakuläre Fahrzeuge auf Schnee und Eis.

„Das GP Ice Race ist das Baby von meinem Freund Vinzenz Greger und mir“, erklärte Ferdinand „Ferdi“ Porsche im letzten Jahr. Der studierte Architekt hat offensichtlich viel von jener Tatenkraft geerbt, die auch seine berühmten Vorfahren – allen voran seinen Großvater, der einst einen gewissen Sportwagenhersteller gegründet hatte. Dieser Tatenkraft ist es zu verdanken, dass das Eisrennen überhaupt sein Revival erleben durfte.

„Die Idee kam mir, als ich irgendwann die Spikesreifen auf dem Porsche 550 meines Vaters entdeckte. Der erklärte mir, dass dieses Auto früher bei Eisrennen zum Einsatz kam. Dann hab ich mit einigen Leuten darüber gesprochen, mich über die damaligen Rennen informiert und darüber diskutiert, wie aufwändig es wohl wäre, diese Rennen wieder auszutragen und ob es überhaupt Leute gibt, die sich heute noch dafür interessieren würden“, berichtet Ferdi Porsche.

Nach mehreren Gesprächen mit dem Bürgermeister von Zell am See, dem TVB und dem heimischen Motorsportverband, war es 18 Monate später endlich soweit: nach 45 Jahren Pause, feierte das Eisrennen in Zell am See 2019 ein fulminantes Comeback.

Tausende Zuschauer, wertvolle Fahrzeuge

Bereits die Premiere 2019 war sehr gut besucht. Im zweiten Jahr nach der langen Pause besuchten insgesamt mehr als 16.000 Motorsportfans – viele aus dem Ausland – das GP Ice Race. 

„Einer ist sogar extra aus Neuseeland angereist“, freute sich Architekt Ferdi Porsche.

Und wenn ein so bekannter Name ruft, kommen auch Teilnehmer in Scharen: Audi schickte 2020 den aktuellen DTM-RS5, den Formel E e-tron und das Rallye-Weltmeister-Auto von 1984, den S1 quattro nach Österreich. Passend dazu natürlich gleich die original Besetzung zu den Fahrzeugen: Rallye-Weltmeister Stig Blomqvist, DTM-Champion Rene Rast und Formel E-Fahrer Daniel Abt. Ex-Rennfahrer Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck bewegte seinen Jägermeister March-Cosworth V8-Formel 1 aus dem Jahr 1974, mit eigens angefertigten Zwillingsreifen im Drift auf der Strecke. Daneben brachten die Autohersteller Volkswagen, Skoda, BMW, Mini und natürlich Porsche zahlreiche klassische und moderne Automobilikonen – einige davon direkt aus dem Museum – mit nach Zell.

Auch private Starter gingen mit ihren wunderbaren Fahrzeugen, bereift mit extra angefertigten  Spikes von Pirelli an den Start und begeisterten die Zuschauermassen.

Auf dem rund 600 Meter langen Eis-Parcours drifteten die Fahrzeuge über eine 40 Zentimeter dicke Eisschicht. Einige davon zogen auf der gut einsehbaren Rennstrecke sogar Skifahrer hinter sich her und ließen damit das fast vergessene Skijöring neu aufleben. Le-Mans-Teilnehmer Jörg Bergmeister hatte dabei keinen geringeren als Olympiasieger Aksel Lund Svindal im Schlepptau seines bärenstarken 1984er Paris-Dakar Porsche 911 mit Allradantrieb. Viele bekannte Rennfahrer absolvierten Demoläufe am Steuer einer ganzen Flotte des rein elektrischen Sportwagens Porsche Taycan Turbo S.

Hirscher im Rallyecross-Auto

Ex-Skistar Marcel Hirscher bewies, dass er nicht nur auf zwei Brettern schnell war, sondern auch auf vier Rädern richtig Gas geben kann. Im 580 PS starken Audi S1 von Mattias Ekström zeigte er wie brachial ein Rallyecross-Auto auch auf Eis und Schnee vorwärts jagt und ließ sich vom bekannten Rollstuhl-Rennfahrer Reini Sampl kaum abhängen.  

Heuer ist alles anders. Ein Rennen mit Zuschauer wird es keines geben. Dennoch arbeiten und planen die Initatoren an Neuerungen für die Zukunft. 

„Corona mag uns zwar ausgebremst haben, aber wir setzten alles daran, dass die Show weiter geht“, so die Veranstalter Ferdi und Tino. Sie haben ein Konzept ausgearbeitet, welches es erlaubt, auch heuer ohne Zuschauer etwas Aktion auf die neue Strecke zu bringen und somit die Vorbereitung auf 2022 weiter voran zu bringen. Wir freuen uns darauf. 

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    Vinzenz Greger (li.) und Ferdinand Porsche hoffen auf ein Wiedersehen 2022

  • audiS1

    Der Audi S1 quattro von 1984

  • strietzelF1

    Hans Joachim „Strietzel“ Stuck auf seinem Jägermeister March Formel 1 aus dem Jahr 1974

  • hirscher-ice

    Marcel Hirscher im 580 PS Rallyecross Audi S1

  • svindal

    Axel Lund Svindal beim Skijöring am Heck des Paris-Dakar Porsche 911

  • pirellispikes

    Pirelli fertigte für das Ice Race spezielle Spikes

  • Po991alt

    Moderne und klassische Automobilikonen machen das GP Ice Race so einzigartig

GP Ice Race: Heiß am Eis
2022 soll das GP Ice Race wieder stattfinden

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