Der Großhandel meldet Engpässe bei mehr als 1.300 Arzneimitteln – darunter Augentropfen und Diabetespräparate. In Tirol geben sich die Apotheken dennoch gelassen und sehen keinen Anlass zur Sorge.
Der Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler Phargo veröffentlichte kürzlich den aktuellen Lagerbestand seiner 23 Großhandelslager. Rund 1.300 Medikamente sind demnach derzeit nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Betroffen sind unter anderem antibiotische Augentropfen sowie Diabetespräparate. Auch die Versorgung mit Psychopharmaka steht weiterhin unter Beobachtung. Entspannung gibt es hingegen bei Bupropion: Der Wirkstoff, der sowohl bei Depressionen als auch zur Unterstützung der Raucherentwöhnung eingesetzt wird, ist aktuell gut verfügbar.
Für Matthias König-Mitterhauser, Präsident der Tiroler Apothekerkammer, ist das allerdings kein Anlass zur Sorge. „Tirol unterscheidet sich hier nicht vom Rest Österreichs. Wenn es in anderen Bundesländern bei bestimmten Produkten hakt, dann betrifft das in der Regel auch uns“, sagt er. Engpässe seien jedoch kein neues Phänomen. „Wir haben dieses Thema seit Jahren. In den Apotheken hat man gelernt, damit umzugehen.“ Ist ein Präparat vorübergehend nicht verfügbar, werde in der Regel auf wirkstoffgleiche Alternativen ausgewichen. Die Versorgung der PatientInnen bleibe dadurch gesichert.

Dr. Matthias König-Mitterhauser, Präsident der Tiroler Apothekerkammer