Das Jenbacher Museum hat die neue Saison eröffnet und gibt mit einer Sonderausstellung Einblicke in die 500-jährige Geschichte des Industriestandorts Jenbach.
Das Jenbacher Museum versteht sich als Dokumentationsort der regionalen Wirtschafts- und Industriegeschichte. Es zeigt die Entwicklung Jenbachs von den frühen industriellen Strukturen bis zu den heutigen Standortfaktoren. Gegründet wurde das Museum vor 30 Jahren. „Damals hat die Sensenindustrie aufgehört und so entstand zuerst ein Industriemuseum, aus dem sich dann die weiteren Themen entwickelten: Bahnen, Natur, Sport und natürlich die Entwicklungsgeschichte Jenbachs“, erklärt Mitgründerin Erika Felkel.

Dieses Jahr feiert das Jenbacher Museum sein 30-jähriges Bestehen.
Zum Start der heurigen Saison zeigt das Museum zwei Sonderausstellungen: „30 Jahre Jenbacher Museum“ sowie „500 Jahre Industriestandort Jenbach“. Letztere beleuchtet die Geschichte des Bergbaues in Schwaz und den industriellen Prozess der Verhüttung des Erzes im Jenbacher Hüttenwerk. „Die Industrie Jenbachs ist stark verbunden mit der Entwicklung im Bergbau und daher seit über 500 Jahren ein wichtiger Industriestandort“, ordnet Felkel ein.

Mit dem Ende der Sensenindustrie mit Ende des 20. Jahrhunderts in Jenbach wurde schließlich im Jahr 1991 das Jenbacher Museum gegründet.
Historische Standortvorteile
Auch weitere Faktoren waren für Jenbach als Industriestandort ausschlaggebend: Dazu zählt die 500 Jahre lang bestehende Sensenindustrie ebenso wie die Jenbacher Werke als moderner Industrieträger. Auch die Verkehrsanbindung spielte eine zentrale Rolle – mit den drei Bahnlinien Achenseebahn, Zillertalbahn und Bundesbahn, die in Jenbach zusammentreffen. Ergänzend begünstigte der Kasbach, der vom Rofangebirge nach Jenbach fließt, die Standortentwicklung. Seine Wasserkraft wurde früh für Stromgewinnung, Mühlenbetrieb und die Sensenerzeugung genutzt.

Die Zillertalbahn ist eine der drei Eisenbahnen, die mit Jenbach verbunden sind.
Von den Quellen zur Ausstellung
Zu sehen sind in der Ausstellung verschiedene Bilder, Texte, Mineralien und historische Geräte aus dem Bergbau. Grundlage der Aufarbeitung sind Quellen und Daten aus dem Schwazer Bergbuch. Die Schau ist noch bis 24. Oktober geöffnet, jeweils montags, donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr. Führungen werden zusätzlich mit Audio-Guide in deutscher, englischer und italienischer Sprache angeboten.

Die verschiedenen Exponate der Sonderausstellung spiegeln die 500-jährige Industriegeschichte wider, die stark vom Bergbau geprägt ist.
Das Museum selbst hat bislang über 70 Sonderausstellungen organisiert. Für sein Engagement wurde es bereits mit dem Österreichischen sowie zwei Tiroler Museums-Anerkennungspreisen ausgezeichnet. Der Betrieb basiert auf ehrenamtlicher Mitarbeit. „Über 50 ehrenamtliche Mitarbeitende helfen überall mit, wo sie gebraucht werden: bei Ausstellungen, Festen und Aufsichten“, erklärt Felkel.