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Digitalisierungsfehler

8 Tipps zur Fehlervermeidung

Digitalisierungsfehler

8 Tipps zur Fehlervermeidung

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Heute erscheint die große top.tirol-Spezialausgabe zu den Schwerpunkten KI und Digitalisierung. Peter Hauser, Veranstalter der next:tirol-Messe und Inhaber von HWXB, stand uns in dieser Ausgabe Rede und Antwort zum Thema: Fehler bei der Digitalisierung. Hier kommt der Beitrag nun in voller Länge. 

 

1.) Erst die Strategie, dann die Tools

„Viele Unternehmen bauen ihre Digitalisierung mit teuren Tools auf – aber ohne Plan.“

Das Muster ist vertraut: Ein Unternehmen kauft eine Softwarelösung nach der anderen, weil der Markt es verlangt oder die Konkurrenz mitzieht. Was fehlt, ist eine klare Strategie – also die Frage, wie Mensch und Software wirklich zusammenarbeiten sollen. Mittlere und große Firmen ersticken laut Hauser oft förmlich an den vielen Systemen, die sie sich angeschafft haben. Sein Rat: Zuerst standardisieren und vereinfachen, dann erst automatisieren.

 

2.) Digitalisiere nur, wo es wirklich etwas bringt

„Zäume das Pferd von der richtigen Seite auf.”

Nicht alles, was sich digitalisieren lässt, sollte auch digitalisiert werden. Hauser empfiehlt, zunächst die eigenen Prozesse genau unter die Lupe zu nehmen: Wo gibt es Verschwendung? Wo lohnt sich Automatisierung? Und vor allem: Wo sind die Stammdaten sauber genug, um überhaupt mit digitalen Lösungen zu arbeiten? Digitalisierung ohne solide Datenbasis ist wie Bauen auf Sand.

 

3.) Wenn der Prozess kaputt ist, hilft auch kein Tool

„Was im Unternehmen nicht funktioniert, wird mit Software auch nicht gehen.“

Ein häufiger Denkfehler: Digitale Tools werden als Problemlöser gesehen. Dabei können sie nur das abbilden, was vorher bereits funktioniert. Wer also hofft, mit einer neuen Software ein grundlegendes Organisationsproblem zu beheben, wird enttäuscht werden. Hauser ist klar: Erst die Prozesse reparieren, dann digitalisieren.

 

4.) Jedes Projekt braucht eine Projektleitung

Eines der größten Probleme in Digitalisierungsprojekten – und häufige Ursache für Verzögerungen oder unbefriedigende Ergebnisse – ist das Fehlen einer internen Projektleitung, die die Interessen und Ziele des Unternehmens aktiv vertritt. Es reicht nicht aus, dass die Softwarefirma die Projektführung übernimmt: Es braucht eine interne Ansprechperson, die als Schnittstelle zwischen dem eigenen Unternehmen und dem Softwarepartner fungiert – und sicherstellt, dass beide Seiten ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen. Diese Rolle kann intern besetzt werden, sofern die fachlichen und zeitlichen Ressourcen vorhanden sind; alternativ empfiehlt sich die Einbindung eines externen Partners. Eine Digitalisierung ohne dedizierte Projektleitung auf Unter­nehmensseite ist ein erhebliches Risiko – und sollte in keinem Projekt zur Option werden. Handle nur, was du auch verstehst.

 

5.) Mach nichts, was du nicht wirklich verstehen kannst

Digitalisierungsmaßnahmen aus Angst heraus zu treffen – aus der Sorge, den Anschluss zu verlieren oder unwissend zu wirken – ist ein Fehler. Hauser betont: Jede Maßnahme muss nachvollziehbar sein. Wer nicht erklären kann, was ein System tut oder warum ein Projekt gestartet wird, sollte es lassen. Denn ohne Verständnis gibt es keine Kontrolle – und ohne Kontrolle kein Vertrauen der Belegschaft.

 

6.) Klein anfangen – schnell lernen

„Pilotprojekte statt Großtransformation.“

Die sogenannte „Big Bang“-Digitalisierung – also der Versuch, alles auf einmal umzustellen – ist einer der häufigsten Gründe für das Scheitern. Hauser setzt auf iterative Ansätze: Klein starten, testen, lernen, anpassen. „Pilotprojekte haben den Vorteil, dass Mitarbeitende von Funktion und Nutzen der Digitalisierung überzeugt werden können, bevor der große Rollout beginnt“, so Hauser. Und: Das Unternehmen geht kein existenzgefährdendes Risiko ein.

 

7.) Mitarbeitende mitnehmen

„Technologie ist nur die Hälfte – Akzeptanz ist entscheidend.“

Widerstand gegen digitale Veränderungen entsteht fast immer dort, wo Menschen nicht abgeholt wurden. Hauser sieht das als eine der größten Hürden: mangelndes Change Management. Wer Mitarbeitende früh einbindet, Ziele transparent kommuniziert und Verantwortlichkeiten klar verteilt, erhöht die Erfolgschancen eines Projekts erheblich. Digitalisierung ist kein IT-Projekt, es ist ein Menschenprojekt.

 

8.) Digitalisierung ersetzt keine Menschen – sie ermöglicht das Menschliche

„Im besten Fall schafft Digitalisierung Raum für das, was Menschen wirklich können.“

Der Wandel lässt sich nicht aufhalten. Corona hat Online-Meetings zur Norm gemacht, die KI-Welle verändert gerade die nächste Schicht. Unternehmen, die sich dem widersetzen, werden nicht überleben. Aber: Wer Digitalisierung richtig angeht, schafft keine Jobvernichtungsmaschine – sondern gibt Menschen die Möglichkeit, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich Wert schöpft. 

29. Mai 2026 | AutorIn: Haris Kovacevic | Foto: HWXB/Magnific

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