Von Mini-Burgern bis halbe Cocktails: In den USA hält in Form von Abnehmspritzen ein neuer Trend Einzug, der nun auch die Gastronomie auf den Kopf stellt.
Während Jellycat-Kuscheltiere in Form von Bagels, Milchshakes oder Cremeschnitten in der Welt der sozialen Medien derzeit für Furore sorgen und fürs Essen begeistern, macht in den USA ein Schlankheitshype von sich reden: Abnehmspritzen wie Ozempic, Mounjaro oder Wegovy. Rund acht bis zehn Prozent der US-AmerikanerInnen würden demnach bereits diesem Trend folgen und dadurch kaum mehr Hunger verspüren. Und gut ein weiteres Drittel könne sich die Einnahme von sogenannten GLP-1-Mitteln künftig vorstellen, um Gewicht zu reduzieren – immerhin seien laut der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC rund 73,6 Prozent der Bevölkerung übergewichtig oder adipös.
Neue Mini-Größen
Bars und Restaurants müssen sich in den USA dadurch neu erfinden und haben ihre Speisekarten bereits um „Schrumpfmenüs“ oder als „Menü für eine Person mit kleinem Appetit“ erweitert. Selbst Lebensmittelkonzerne wie Conagra oder General Mills sind bereits auf den Schlankheits-Zug aufgesprungen und bringen neue Produkte speziell für diese Zielgruppe auf den Markt, darunter Mini-Portionen von Käse und Joghurt sowie „Meal-for-One“-Fertiggerichte in Kleinstpackungen.
Kritische Stimmen, ob es sich hierbei um einen rein modischen Lifestyle-Hype oder um eine medizinische Diät handelt, werden nun immer lauter und sorgen auch hierzulande für Gesprächsstoff. Die Abnehmspritzen werden unter bestimmten Voraussetzungen und ärztlicher Versorgung zwar auch in Österreich und somit auch in Tirol verschrieben – dass die amerikanischen „Mini-Meals“ in unseren Breitengraden aber eher die Ausmaße einer normalen Portion aufweisen und Restaurantbesuche meist mit Genuss und Erlebnis verbunden werden, könnte ihnen in der breiten Bevölkerung jedoch einen Riegel vorschieben.
Das Geschäft mit der Schönheit
Dennoch ist der Schönheitswahn damit nicht gänzlich vom Tisch. Kosmetische Eingriffe und Schönheitsoperationen sind auch auf heimischem Boden ein lukratives Geschäft. Das zeigt nicht zuletzt der kürzlich bekannt gewordene Skandal einer illegalen Schönheitsklinik im Wiener Bezirk Favoriten – getarnt als unscheinbares Nagelstudio.
Schätzungen der Stadt Wien zufolge werden österreichweit jährlich zwischen 30.000 und 100.000 ästhetische Eingriffe durchgeführt: von Botox- oder Eigenfett-Behandlungen bis „Vampir-Lifting“. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher. Auch die Konsumausgaben des Jahres 2024 spiegeln eine wachsende Begeisterung für Schönheitseingriffe wider: Demnach wurde um 172 Prozent mehr dafür ausgegeben als noch zehn Jahre zuvor.
Ein Grund dafür dürften die sozialen Medien sein, die den Schönheitswahn befeuern: Fotos werden in wenigen Klicks bearbeitet und mit Filtern versehen und neue Ideale entstehen, die die Wahrnehmung verzerren. Die Botschaften der Reality-Stars und Schönheits-InflucerInnen, unter ihnen auch die Innsbruckerin Michelle Daniaux, ist dabei immer dieselbe: Wer „schön“ ist, gilt als begehrenswert und erfolgreich.
