Eingabehilfen öffnen

Skip to main content
Rankings - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Rankings
Unternehmensverzeichnis - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Unternehmen
Newsletter - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Newsletter
START-UP JOYNED

Tiroler Standards für digitale Audiowelt

Gründer Fabian Braun will mit Joyned professionelle Audiotechnologie auf ein neues Niveau bringen.
START-UP JOYNED

Tiroler Standards für digitale Audiowelt

Gründer Fabian Braun will mit Joyned professionelle Audiotechnologie auf ein neues Niveau bringen.

Artikel teilen

Viele Start-ups haben in Tirol bereits kreative Geschäftsmodelle auf die Beine gestellt. In dieser Rubrik wollen wir die heimischen GründerInnen in den Fokus rücken und ihre innovativen Ideen vorstellen. Diese Woche: Joyned.

Das Start-up Joyned aus Tirol entwickelt Software für professionelle Audio-Netzwerke – und will damit einen Nerv der Branche treffen. Gründer Fabian Braun und CTO Morten Lave machen komplexe Audiotechnik netzwerkfähig sowie herstellerübergreifend kompatibel. Was heute noch als High-End-Lösung gilt, könnte bald Standard werden – dank Technologie aus Tirol.

Problem

Ob Musikfestival, Uni-Aula oder Videokonferenz: Audiogeräte wie Lautsprecher, Mischpulte und Mikrofone müssen heute mehr können als nur Ton ausgeben. Sie müssen miteinander kommunizieren. Und zwar möglichst verlustfrei, synchron und in Echtzeit. Klassische Punkt-zu-Punkt-Verbindungen stoßen hier an ihre Grenzen. Netzwerke bieten zwar theoretisch die passende Infrastruktur – doch Standards wie Ethernet oder WLAN wurden ursprünglich nicht für präzise Audioanwendungen entwickelt. Verzögerungen, Datenverluste oder mangelnde Kompatibilität machen den Alltag für TontechnikerInnen und Hersteller kompliziert.

Viele Produzenten setzen deshalb auf Insellösungen oder proprietäre Systeme – eine langfristig teure und wenig nachhaltige Strategie. Vor allem für die KundInnen: Proprietäre Systeme sind nämlich geschlossene, herstellerspezifische Technologien, die nur mit bestimmten Geräten oder Software funktionieren. Gerade kleinere Hersteller scheitern oft an der Komplexität der technischen Implementierung.

Copy of Joyned 022

Die Produkte von Joyned bringen komplexe Audiotechnik in Einklang – und ins Netzwerk.

Lösung

Joyned will diese Lücke schließen – mit lizenzierbarer Embedded-Software, die professionelle Audiogeräte netzwerkfähig macht. Embedded-Software ist dabei Software, die direkt in Geräten wie Lautsprechern oder Mikrofonen eingebettet ist – also „mit eingebaut“, damit das Gerät bestimmte Funktionen ausführen kann, zum Beispiel Netzwerkkommunikation.

Die Technologie von Joyned basiert auf offenen Standards wie AVB/Milan (Audio Video Bridging), einem auf Echtzeit optimierten Netzwerkprotokoll. Joyned liefert dafür eine „Plug-and-Play“-fähige Lösung, die sich in bestehende Geräte integrieren lässt – vom Mikrofon bis zum Verstärker.

„Wir entwickeln Software, die sich so verhält, wie Audio es verlangt – nicht wie klassische IT“, erklärt Gründer Braun. Die Produkte von Joyned sollen punktgenaue Signalübertragung über IP-Netzwerke hinweg garantieren – synchronisiert und flexibel. Damit bietet das Start-up nicht nur ein technisches Upgrade, sondern eine Arbeitserleichterung für Gerätehersteller und ToningenieurInnen weltweit.

Die Software kann außerdem während des gesamten Produktlebenszyklus getestet werden – Joyned bietet hier automatisierte Qualitätssicherung sowie Beratung in der Produktentwicklung.

Ausblick

Seit der Gründung Anfang 2022 hat sich Joyned rasch international etabliert. Zu den ersten Partnern zählt PreSonus, eine Marke des US-Gitarrenherstellers Fender. Unterstützung kommt auch aus dem Sound Hub Denmark, einem Accelerator für Audio-Start-ups, in den Joyned als eines von fünf internationalen Unternehmen aufgenommen wurde. Frühzeitig konnten zudem Investoren wie Soundinvest und die Siroc Group gewonnen werden.

Mit dem Einstieg von Morten Lave, der zuvor als CEO bei TC Applied Technologies tätig war, verstärkte das Unternehmen Anfang 2024 seine technische Führung. Seine bestehenden Softwarelösungen erweiterten das Produktportfolio von Joyned nochmals deutlich. Im Jahr 2023 konnte der Lizenzumsatz zudem bereits um das Zweieinhalbfache gesteigert werden.

Langfristig will Joyned mithelfen, Netzwerkfähigkeit in der Audiotechnik zum Standard zu machen – ähnlich wie es das Internet der Dinge (IoT) für Alltagsgeräte vorgemacht hat. „Wir wollen Netzwerktechnologie demokratisieren und für alle Audiohersteller zugänglich machen“, so Braun. Das Ziel ist eine vernetzte Audiowelt, in der offene Standards und herstellerübergreifende Zusammenarbeit den Ton angeben – made in Tirol.

16. Juli 2025 | AutorIn: Max Hofer | Foto: Joyned

top.tirol Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über Tirols Wirtschaftsgeschehen