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Großküchen setzen auf Regionalität - 90 Einrichtungen ausgeszeichnet

Großküchen setzen auf Regionalität - 90 Einrichtungen ausgeszeichnet
wohn-und-pflegeheim-imst_agrarmarketing-tirol_-fn-am-tirol-mark_p40010 - Großküchen setzen auf Regionalität - 90 Einrichtungen ausgeszeichnet
v.l.n.r.: Mag. Matthias Pöschl (Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol), Mag. (FH) Bettina u. Benjamin Kranebitter (Michelerhof), Gerhard Peskoller, MBA (Heimleiter), Herbert Doujak (Küchenleiter) und Sandra Neurauter (Buchhaltung) leben Regionalität im Wohn- und Pflegeheim Imst

Großküchen setzen auf Regionalität - 90 Einrichtungen ausgeszeichnet

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wohn-und-pflegeheim-imst_agrarmarketing-tirol_-fn-am-tirol-mark_p40010 - Großküchen setzen auf Regionalität - 90 Einrichtungen ausgeszeichnet
v.l.n.r.: Mag. Matthias Pöschl (Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol), Mag. (FH) Bettina u. Benjamin Kranebitter (Michelerhof), Gerhard Peskoller, MBA (Heimleiter), Herbert Doujak (Küchenleiter) und Sandra Neurauter (Buchhaltung) leben Regionalität im Wohn- und Pflegeheim Imst

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Warum werden Lebensmittel über weite Strecken transportiert, und warum müssen Nahrungsmittel das ganze Jahr über verfügbar sein? Diese Frage stellen sich nicht nur heimische Bäuer:innen oder Konsument:innen, sondern zunehmend auch Küchenleiter:innen. Besonders intensiv setzen sich Einkaufsverantwortlichen der 64 Alters- und Pflegeheime, 15 Krankenhäuser und 11 Schulen, die im Rahmen der diesjährigen Initiative "Bewusst Tirol" ausgezeichnet wurden, mit dieser Thematik auseinander.

„Bewusst Tirol“: Nachhaltige Wahl für Tirols Esskultur

Etwa ein Viertel der Österreicher:innen nimmt mindestens einmal täglich eine Mahlzeit in einem Betrieb der Gemeinschaftsverpflegung zu sich. Personen, die dies in einem mit "Bewusst Tirol" ausgezeichneten Betrieb tun, können sicher sein, dass in einer durchschnittlichen Mahlzeit dort mindestens 200g Tiroler Lebensmittel enthalten sind. Die Zubereitung gesunder Mahlzeiten ist selbst in Großküchen möglich und wirkt sich positiv auf viele aus. Wenn die verwendeten Lebensmittel zudem frisch und regional bezogen sind, profitieren nicht nur die Gäste, sondern auch das Klima, die Umwelt und die regionale Wirtschaft.

„Ein Großteil der öffentlichen Großküchen in Tirol setzt seit vielen Jahren auf Regionalität. Dafür möchte ich mich bei den ausgezeichneten Einrichtungen und den Küchenverantwortlichen ausdrücklich bedanken. Seit 1. September ist in der Gemeinschaftsverpflegung die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln verpflichtet. Die öffentlichen Küchen machen vor, dass eine regionale und nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung durchaus möglich ist und auch geschätzt wird. Ich hoffe, dass noch viele Großküchen und Kantinen diesem Beispiel folgen und bewusst auf Tirol setzen“, so LH-Stv. Josef Geisler.

„Ein ausgewähltes Sortiment steht für öffentliche Beschaffung zur Verfügung. Mit dem Projekt „Bewusst Tirol“ und mit der geltenden Herkunftskennzeichnung seit erstem September in der Gemeinschaftsverpflegung werden hier wichtige Akzente in Richtung mehr Regionalität gelegt“, merkt Matthias Pöschl, GF vom Agrarmarketing Tirol, an.

Gemeinschaft erleben durch lokale Lebensmittel

Auch das Wohn- und Pflegeheim Mieming setzt auf regionale Akzente. „Viele Bewohner:innen kennen die Bauernhöfe, von denen wir unsere Lebensmittel beziehen. Wir machen auch Ausflüge mit den Bewohner:innen zu den Lieferanten und veranstalten Exkursionen für unsere Mitarbeiter:innen. Der persönliche Kontakt, auch beim Bestell- und Lieferprozess, stärkt das Miteinander zusätzlich“, erklärt Gerhard Peskoller, Leiter des Wohn- und Pflegeheims in Mieming.

Der Michelerhof in Mieming ist einer dieser bäuerlichen Lieferanten. „Auf unserem Hof leben 40 Milchkühe und 60 Jungrinder. Wobei wir besonders stolz darauf sind, dass keines unserer Tiere in den Tierexport geht. Die Kooperation mit Seniorenheimen ist für unseren Betrieb eine großartige Vertriebsmöglichkeit. Da wir die gesamte Milch, die wir auf unserem Hof produzieren, selbst vermarkten, ist es für uns ein großer Vorteil mit Partnern zusammenzuarbeiten, die das ganze Jahr eine ähnliche Abnahmemenge haben. Die Lieferungen erfolgen mit unserem Kühlauto und mit einem Pfandflaschen-System“, berichten Benjamin und Bettina Kranebitter.

Lehre für nachhaltige Landwirtschaft: LLA Imst als Vorreiter

Dass in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt (LLA) Imst ein besonderer Wert auf den Einkauf von regionalen Lebensmitteln gelegt wird, ist fest in der DNA der Lehranstalt verankert. Zudem erfolgt hier eine gezielte Bewusstseinsbildung für die zukünftigen Produzent:innen. „Am Bildungszentrum LLA Imst werden nicht nur die Rohstoffe für die Lebensmittelproduktion unter meist biologischen Gesichtspunkten produziert, sondern die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Verkauf der Lebensmittel durchleuchtet. Damit bekommen junge Leute das Gespür dafür, was hinter unseren wertvollen Nahrungsmitteln steckt. Somit werden die Begriffe Regionalität und Kreislaufwirtschaft in unserer Ausbildung in den Fokus gestellt“, erklärt Thomas Moritz, Direktor des Bildungszentrums LLA Imst.

Großküchen in Tiroler Schulen, Altenwohn- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern versorgen täglich ihre Bewohner:innen, Schüler:innen oder Patient:innen mit schmackhaften Gerichten. Dabei liegt zunehmend der Fokus auf dem Einsatz heimischer Produkte. Die Regionalitätsoffensive des Landes Tirol für öffentliche Küchen dient als starker Antrieb für die verstärkte Verwendung lokaler Lebensmittel. Das Projekt „Bewusst Tirol“ hat das Ziel, die Förderung des Einsatzes von heimischen Lebensmitteln sukzessive zu steigern.

14. November 2023 | AutorIn: top.tirol Redaktion | Foto: AMTirol, Markus Krapf

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