Letztes Jahr im November ist Tirol dem internationalen INSTO-Netzwerk beigetreten. Bereits im kommenden Jahr muss erstmals ein Bericht vorgelegt werden. Wie die Vorbereitungen dafür laufen, erklärt Projektleiter Hubert Siller vom MCI.
Im vergangenen November wurde das Tyrolean Sustainable Tourism Observatory (TYSTO) gegründet. Es ist Österreichs erste Beobachtungsstelle im internationalen Netzwerk der Vereinten Nationen für nachhaltigen Tourismus, bekannt als INSTO. Als Teil der Tiroler Tourismusstrategie „Der Tiroler Weg“ und koordiniert vom MCI verfolgt TYSTO das Ziel, umfassende Daten zu sammeln und zu analysieren, die für eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus in Tirol notwendig sind.
Erste Berichtslegung
Derzeit befindet sich das Team um TYSTO-Projektleiter Hubert Siller vom MCI in der Vorbereitungsphase für den ersten Bericht. Die Ausgangslage stimme zuversichtlich – wie auch Rückmeldungen anderer Netzwerkmitglieder bestätigen. „Bei uns ist der Standard schon ziemlich hoch, was Energie, Abfallsysteme und Abwasser betrifft. Da sind wir im internationalen Vergleich auf einem sehr guten Niveau“, erklärt Siller.
Insgesamt sei die Datenlage gut, besonders jene über wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit. Beim Thema ökologische Fragen – speziell im Bereich Energiemanagement – stoße man aktuell aber noch an Grenzen. Die gängigen Nachhaltigkeitschecks der Tourismusverbände würden hier nicht ausreichen. „Da muss man oft auf Datengrundlagen zurückgreifen, die der Tourismus selbst nicht hat“, so Siller.
Lernen durch Vergleich
Einen besonderen Mehrwert sieht der TYSTO-Projektleiter im Austausch mit internationalen Partnerregionen. Dieser ermögliche es, voneinander zu lernen und Strategien zu übernehmen, die sich andernorts bewährt haben. „Südtirol ist ein gutes Beispiel für uns. Wir sind im engen Kontakt mit der Eurac Research in Bozen, die dort für das Observatorium zuständig ist“, sagt Siller.
Für die kommenden Monate gehe es nun darum, weitere relevante Akteure einzubinden – etwa Stakeholder, Interessensgemeinschaften, den Alpenverein oder naturbezogene Organisationen. Auf die Ergebnisse der ersten Berichtlegung blickt Siller gespannt: „Es werden dann sicher ein paar Dinge auftauchen, wo wir Handlungsbedarf haben. Aber genau das ist der Sinn.“