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Schlagerstar im Interview

Ben Zucker über Business und Erfolg

Schlagerstar im Interview

Ben Zucker über Business und Erfolg

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Ben Zucker war am Sonntag auf der Idalp in Ischgl zu sehen. Vorab sprach der Schlagerstar mit top.tirol über Karriere, Geschäftsmodell und Realität hinter den Kulissen. Denn was auf der Bühne leicht wirkt, ist das Ergebnis eines durchorganisierten Systems. 

Wir sind hier auf rund 2300 Metern Höhe. Du bist bekannt für deine markante, tiefe Stimme – hast du dich auf die speziellen Bedingungen vorbereitet?

Ben Zucker: Das ist tatsächlich eine sehr gute Frage. Ich weiß, dass sich die Atmung ab etwa 2000 Metern verändert – das wird heute also spannend. Eine spezielle Vorbereitung habe ich dafür aber nicht. Ich mache einfach meine üblichen Aufwärmübungen, wie vor jedem Auftritt. Und ich treibe gerade viel Sport – auch wenn man das vielleicht noch nicht sofort sieht.

Als Musiker stehst du auf der Bühne im Mittelpunkt. Damit ein Auftritt reibungslos funktioniert, arbeitet im Hintergrund jedoch ein großes Team. Wie viele Menschen sind daran beteiligt?

Das ist unterschiedlich, aber es sind auf jeden Fall viele. Hinter so einer Produktion steckt ein großer Apparat. Bei Sommer-Open-Airs sind wir etwa 25 bis 30 Leute, bei einer Arena-Tour können es auch mal 70 bis 80 sein.

Hinter einer Musikkarriere steht ein komplexes Geschäftsmodell – von Tourplanung über Verträge bis hin zu Markenführung. Welche Rolle nimmst du selbst in diesen wirtschaftlichen Entscheidungen ein? Wie viel Unternehmertum steckt eigentlich in einem Künstler?

Wahrscheinlich könnte ich da noch stärker involviert sein, das kann ich ehrlich sagen. Gleichzeitig bin ich aber sehr froh, dass ich ein Team habe, das sich um viele Dinge kümmert. Ich bringe natürlich meine Ideen ein – manchmal auch etwas verrückte – und dann wird gemeinsam geschaut, was machbar ist, was sinnvoll ist und was es kostet. Darüber werde ich informiert und habe auch Entscheidungsgewalt. Aber ich finde es gut, mich auf die Musik konzentrieren zu können und im Hintergrund ein Team zu haben, auf das Verlass ist.

Wie funktioniert eigentlich das Schlager-Business? Worin unterscheidet es sich von anderen Genres wie Hip-Hop oder Pop?

Das kann ich gar nicht so genau sagen, weil ich ausschließlich im Schlager tätig war. Was man vielleicht oberflächlich sagen kann: Am Ende unterscheidet sich vor allem das Genre selbst – also die Musik, das Image und die Art, wie es gelebt wird. Jede Sparte hat da seine eigenen Mechanismen. Aber unterm Strich geht es immer um Musik.

Wie sieht dein Alltag aus? Ist das Leben als Schlagersänger so aufregend und glamourös, wie man es sich vorstellt – oder sitzt man auch mal am Schreibtisch und macht die Steuer?

Die Steuer erledige ich tatsächlich nicht selbst. Natürlich gibt es aber auch ganz normale Momente im Alltag. Ich genieße es, mir bewusst Zeit zu nehmen und auch einmal nichts zu tun. Dieses Gefühl, keine existenziellen Sorgen mehr zu haben, bedeutet mir viel. Das war lange anders – über viele Jahre hinweg. Freizeit war damals oft belastend, weil ich ständig überlegen musste, wie ich durch die Woche komme. Heute ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich auch einmal zu Hause bleiben kann, ohne mir finanzielle Sorgen machen zu müssen.

 

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Beim „Top of the Mountain Spring Concert“ begeisterte Ben Zucker 8.000 Fans.

 

Stichwort Einnahmen: Wie setzen sich diese bei dir zusammen? Welche Rolle spielen TV-Auftritte, Konzerte, Merchandise oder Social Media?

In den sozialen Medien bin ich zwar aktiv, verzichte aber bewusst auf Werbung, weil ich meinen Fans nicht irgendwelche Sachen andrehen will. Konzerte sind dagegen ein zentraler Bestandteil. Fernsehauftritte bringen hingegen keine Einnahmen – eher sogar im Gegenteil: Oft bringt man dafür eher eigenes Geld mit.

Warum?

Fernsehen ist eine reine Promofläche. Viele stellen sich vor, man gehe mit einem Koffer voller Geld nach Hause – tatsächlich gibt es für solche Auftritte meist keine Gage. Das ist aber kein Nachteil, sondern eine wertvolle Gelegenheit, ein großes Publikum zu erreichen.

Wenn Inhalte überzeugen und ankommen, zahlt sich das später aus – etwa in Form von Ticketverkäufen, Streams oder einem wachsenden Interesse an der Person hinter der Musik.

Als Künstler investiert man viel Zeit, Energie und auch Geld in die eigene Karriere. Der Durchbruch kommt oft erst später – so war es ja auch bei dir. Wann war für dich der Punkt erreicht, an dem du sagen konntest: Jetzt kann ich von meiner Musik leben? Gab es einen klaren Wendepunkt?

Ja, den gab es. Über 20 Jahre hinweg lief es für mich nicht, stattdessen haben sich viele Schulden angehäuft – das war eine schwierige Phase. Mit meinem ersten TV-Auftritt hat sich das dann schlagartig verändert. Ab da ging alles relativ schnell, und ich konnte von meiner Musik leben.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Zur Person:

Mit rauer Stimme und klarer Haltung hat sich Ben Zucker in der Schlagerszene etabliert. Der gebürtige Ueckermünder wuchs in Berlin auf und schaffte 2017 mit „Na und?!“ den Durchbruch. Seitdem steht er für modernen Schlager mit Ecken, Kanten und Einflüssen aus Pop und Rock.

20. April 2026 | AutorIn: Anna Füreder | Foto: florianmitteregger

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