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Biometzgerei Juffinger – Selbstreflexion

2022 hat der Familienbetrieb eine Bestandsaufnahme erhoben und seine Wirkung auf das Gemeinwohl bilanziert.

Biometzgerei Juffinger – Selbstreflexion

2022 hat der Familienbetrieb eine Bestandsaufnahme erhoben und seine Wirkung auf das Gemeinwohl bilanziert.

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Die Biometzgerei Juffinger in Thiersee schreibt sich seit 26 Jahren Nachhaltigkeit und gewissenhaften Umgang mit Ressourcen auf die Fahnen. 2022 hat der Familienbetrieb eine Bestandsaufnahme erhoben und seine Wirkung auf das Gemeinwohl bilanziert.

Es kann gleich vorweg gesagt werden: Bei ihrer ersten Gemeinwohl-Bilanz hat die Biometzgerei Juffinger alles andere als schlecht abgeschnitten. Das Ergebnis von 504 Punkten kann sich durchaus sehen lassen. Und darauf ist man in dem Familienbetrieb auch stolz. „Natürlich muss man sagen, dass wir als ausgewiesener Biobetrieb seit mehr als einem Vierteljahrhundert daran arbeiten, nicht nur besonders nachhaltige Produkte, sondern auch ein besonders nachhaltiges Geschäftsmodell zu bieten, und damit eine gute Ausgangsposition hatten“, meint Geschäftsführerin Helga Juffinger. So trägt das Unternehmen den Nachhaltigkeitsgedanken gewissermaßen in seiner DNA. Und das war auch der Grund, warum man sich entschieden hat, die Bilanzierung vorzunehmen.

Bestandsaufnahme

„Uns war also schon im Vorhinein klar, dass wir – hoffentlich – nicht völlig auf dem Holzweg sind. Aber wir wollten wissen, wie gut unsere Maßnahmen greifen“, erzählt Juffinger. „Außerdem hat uns die Bilanz ein klareres Bild davon gezeigt, wo wir bereits sehr gut sind und wo es noch Möglichkeiten gibt, uns zu verbessern.“

Erwartungsgemäß erreicht die Biometzgerei, was die ökologische Nachhaltigkeit betrifft, ganze 90 und beim sozialen Umgang mit Finanzen sogar 100 Prozent. Überraschend bei den Geldmitteln war allerdings die noch nicht optimale Wertung beim ethischen Umgang damit. „Da haben wir es nur auf 20 Prozent gebracht“, meint Juffinger. „Was das betrifft, werden wir auf jeden Fall nachbessern – ebenso wie bei ein paar anderen Punkten.“

Äußere Faktoren

Ganz einfach ist das allerdings nicht, nicht zuletzt, weil sich manche Bereiche auch dem Einfluss des Unternehmens entziehen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Verkehr, insbesondere der Arbeitsweg der MitarbeiterInnen. Denn dort hat die Biometzgerei der Bilanz zufolge ebenfalls noch Aufholbedarf. „Was das angeht, sind wir bereits im regen Austausch mit der Gemeinde“, meint Helga Juffinger.

„Aber an einem relativ abgelegenen Standort wie dem unseren sind öffentliche Anbindungen eben nur beschränkt möglich.“ Bleibt also nur, die ArbeitnehmerInnen dabei zu unterstützen, sich zu Fahrgemeinschaften zu organisieren und über Maßnahmen wie E-Bike-Sponsorings nachzudenken. Und auch die Firmenflotte soll auf E-Autos umgestellt werden.

Mit gutem Beispiel voran

Doch auch wenn es in manchen Bereichen die perfekte Lösung nicht gibt, hat die Gemeinwohl-Bilanz die Biometzgerei definitiv weitergebracht, ist Juffinger überzeugt – und nicht nur das: „Wir hoffen, dass das Schule macht“, meint die Geschäftsführerin. „Nachhaltigkeit soll anstecken.“ Dass sie das tut, weiß sie aus eigener Erfahrung. Als die Familie 1997 ihren Betrieb eröffnete, gab es tirolweit 200 Biobauern. „Heute sind es rund 3.500, mit steigender Tendenz. Nachhaltigkeit und das Bewusstsein darum nehmen weiter stetig zu“, sagt sie. „Und wir sind froh, unseren Teil dazu beitragen zu können.“

Facts

  • 1997 gegründet
  • Erste Biometzgerei Westösterreichs
  • Arbeitet ausschließlich mit klein strukturierten und zertifizierten Landwirten zusammen
  • Rund 50 Mitarbei­terInnen

  • Biometzgerei-Juffinger

    Mit der Gründung der Biometzgerei Juffinger ist Anton Juffinger gemeinsam mit seiner Frau Helga in die Fußstapfen seines Vaters, einem der ersten Biobauern Tirols, getreten.

20. Oktober 2023 | AutorIn: Daniel Feichtner | Foto: Gerhard Berger, Juffinger

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