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Hochzeiten in Tirol

Das Geschäft mit der Liebe

Der „schönste Tag im Leben“ wird immer öfter groß inszeniert und macht die Hochzeitsbranche zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.
Hochzeiten in Tirol

Das Geschäft mit der Liebe

Der „schönste Tag im Leben“ wird immer öfter groß inszeniert und macht die Hochzeitsbranche zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.

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Hochzeiten sind weit mehr als ein Fest der Liebe, sondern eine treibende Kraft der heimischen Wirtschaft. Vom „Ja-Wort“ profitieren viele Branchen - von FloristInnen über FotografInnen bis hin zum Tourismus.

Als Jennifer Lopez im Film „The Wedding Planner“ aus dem Jahr 2001 Brautpaare durch chaotische Vorbereitungen und große Gefühle manövrierte, wirkte der Beruf der Hochzeitsplanerin noch fast wie ein Hollywood-Märchen. Heute ist er längst Realität – nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande. Denn der „schönste Tag im Leben“ wird immer öfter groß inszeniert und macht die Hochzeitsbranche zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Allein 2024 gaben sich in Tirol 4.028 Paare das Ja-Wort – viele von ihnen unterstützt von professionellen WeddingplannerInnen.

Stephanie Rügner weiß das aus erster Hand. Seit 17 Jahren ist sie TÜV-zertifizierte Hochzeitsplanerin und leitet zusätzlich die entsprechende Ausbildung am WIFI. „Als ich 2008 mein Unternehmen gründete, musste ich oft erklären, was WeddingplannerInnen überhaupt machen und wofür man sie braucht“, erinnert sie sich. Heute ist das anders: Die Hochzeits-Expertin hat sich einen guten Ruf aufgebaut und lebt seit Jahren erfolgreich hauptberuflich davon.

Wirtschaftsfaktor Hochzeit

Dass Eheschließungen ein kräftiger Motor für die regionale Wirtschaft sind, zeigt schon ein Blick auf die vielen Beteiligten: Vom Catering und der Konditorei über Fotografie und Floristik bis hin zu Musik, Styling, Brautmode und Schmuck verdienen viele verschiedene Branchen am großen Tag mit. Und wer schon einmal geheiratet hat, weiß: günstig ist das nicht.

Wie viel eine Feier tatsächlich kostet, lässt sich aber kaum pauschal sagen. Die Bandbreite reicht vom schlichten DIY-Elopement bis zum mehrtägigen Schloss-Event. Kleinere Hochzeiten liegen meist zwischen 10.000 und 20.000 Euro, aufwendigere Feiern bei 20.000 bis 30.000 Euro – und exklusive Destination Weddings können locker die 50.000-Euro-Marke knacken.

Auch Rügner kennt die ganze Palette. Ihre KundInnen wünschen sich alles – von intimen Familienfeiern bis hin zu spektakulären Inszenierungen. Nicht immer lässt sich jede Idee aber realisieren. „Ich hatte einmal ein Brautpaar, das große James-Bond-Fans war. Die Zeremonie fand im Ice Q in Sölden statt“, erzählt sie. Ganz im Stil von 007 wollten die beiden per Helikopter einfliegen. „Da musste ich jedoch die Reißleine ziehen, weil man leider so einfach keine Landeerlaubnis bekommt.“

 

„Etwa die Hälfte der Feiern, die ich organisiere, werden von Paaren aus dem Ausland ausgerichtet, die eigens für ihren großen Tag ins Land der Berge reisen."

- Stephanie Rügner, Weddingplannerin

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Wo Liebe um die halbe Welt reist

Auch der für Tirol so wichtige Tourismus-Sektor profitiert kräftig von den Eheschließungen – denn Destination-Weddings liegen gerade voll im Trend. „Etwa die Hälfte der Feiern, die ich organisiere, werden von Paaren aus dem Ausland ausgerichtet, die eigens für ihren großen Tag ins Land der Berge reisen“, erzählt die Expertin für große Feste. Der Grund dafür liegt für sie auf der Hand: „Die Alpen sind einfach eine Traumkulisse.“

Die Gäste kommen dabei aus allen Himmelsrichtungen – aus Deutschland, Großbritannien, den USA oder sogar Australien. „Da ist wirklich kein Weg zu weit“, sagt sie schmunzelnd. Mal reist nur das Brautpaar samt TrauzeugInnen an, ein anderes Mal eine ganze Gesellschaft. Und nicht selten würden die Gäste auch später noch einmal für einen Urlaub in die Tiroler Alpen zurückkehren – ein doppelter Gewinn also für die Region.

Hochzeit 2.0

In fast zwei Jahrzehnten als Hochzeitsplanerin hat Rügner viele Veränderungen in der Branche erlebt. „Früher waren die Feiern meist schlichter, dafür aber mit mehr Gästen. Heute rücken die Paare ihre eigenen Wünsche deutlich stärker in den Vordergrund“, erzählt sie. Ein Grund dafür: Viele finanzieren ihre Hochzeit inzwischen selbst und nicht mehr die Eltern.

Auch die sozialen Medien haben die Branche spürbar geprägt. So liefern sie zum Beispiel unzählige Ideen – von aufwendigen Deko-Konzepten bis zu spektakulären Inszenierungen. „Was dort aber nicht sichtbar ist, sind die Kosten. Viele Vorstellungen lassen sich in der Realität schlicht nicht umsetzen“, weiß die Expertin. Gleichzeitig haben Instagram und Co. ein neues Berufsfeld hervorgebracht: Content CreatorInnen. „Für manche Paare ist es wichtig, dass der Traumtag auch online perfekt inszeniert wird. Dafür engagieren sie inzwischen SpezialistInnen, die gezielt Material für Instagram oder TikTok produzieren.“

20. August 2025 | AutorIn: Anna Füreder | Foto: shutterstock, Stefanie Jenewein Photography

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