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Strategie und Wirkung

Das Geschäft mit Ischgls Saisonfinale

Strategie und Wirkung

Das Geschäft mit Ischgls Saisonfinale

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Wenn in Ischgl die Wintersaison endet, wird daraus längst mehr als ein Schlussakkord. Das Finale mit Christina Aguilera zeigt: Hinter dem Spektakel steckt ein aufwendiges Zusammenspiel aus Logistik, Millionenbudget und Markenstrategie.

Am Wochenende verabschiedet sich auch Ischgl von der Wintersaison – und das gewohnt spektakulär. Beim finalen Konzert der „Top of the Mountain“-Reihe sorgt US-Star Christina Aguilera für den musikalischen Höhepunkt. „Die Wetterprognose stimmt uns optimistisch: Wir rechnen mit 15.000 bis 20.000 BesucherInnen. Zudem sind alle 12.000 Gästebetten belegt“, erklärt Thomas Köhle, Geschäftsführer des Tourismusverbands Paznaun-Ischgl.

Mit Christina Aguilera ist Ischgl in diesem Jahr ein besonderer Coup gelungen – und der hatte seinen Preis. „Wir waren über ein Jahr in Verhandlungen, aber es hat sich gelohnt", sagt Köhle. Denn anders als viele Acts, die auf der Idalp lediglich einen Tourneestopp einlegen, reiste die US-Amerikanerin eigens von den USA nach Österreich. Da ihr letzter Bühnenauftritt bereits längere Zeit zurückliegt, traf sie schon am Dienstag ein, um zu proben und sich vorzubereiten. „Das stellt uns natürlich vor besondere logistische Herausforderungen – schließlich sind wir auch für die Betreuung ihrer gesamten Crew vor Ort zuständig", so der TVB-Chef. Zudem sei Aguilera die bislang teuerste Künstlerin, die für das Konzertformat engagiert wurde.  

Millionenaufwand hinter den Kulissen

Dass Weltklasse-KünstlerInnen den Weg in ein kleines Tiroler Bergdorf finden, ist aber keine Seltenheit. Seit 1995, als Elton John das allererste Konzert auf der Idalp gab, hat sich die Reihe zu einem der bekanntesten Musikevents im Alpenraum entwickelt. Namen wie Robbie Williams, Rihanna, Tina Turner, Eros Ramazzotti oder die Black Eyed Peas sprechen für sich.

Damit das alles reibungslos funktioniert, braucht es mehr als guten Geschmack bei der KünstlerInnenauswahl. Ein fünfköpfiges Organisationsteam arbeitet das ganze Jahr auf die vier „Top of the Mountain-Konzerte“ der Saison hin – denn die Eventreihe ist kein Selbstläufer. Der Tourismusverband Paznaun-Ischgl stemmt sie gemeinsam mit der Silvrettaseilbahn. Die externen Ausgaben für Gagen, Bühnentechnik, Pressearbeit, Transfers und Unterbringung belaufen sich dabei auf 3 bis 3,5 Millionen Euro pro Saison. Allein die Bühne für die drei Konzerte im April schlägt mit rund 650.000 Euro zu Buche.

Ischgl als Marke

Der Aufwand zahlt sich aus – und zwar gleich doppelt. Zum einen verlängert das Closing-Wochenende die Saison spürbar und bringt nochmals volle Betten und belebte Straßen im Tal. „Davon profitieren viele Bereiche – von der Beherbergung über die Gastronomie bis hin zu Taxiunternehmen", sagt Köhle. Das belegt auch eine Erhebung aus dem Vorjahr: Die Abschlusskonzerte generierten eine touristische Wertschöpfung von rund 11,5 Millionen Euro – bei einem Schnitt von etwa 385 Euro pro BesucherIn.

Zum anderen zahlt sich der Aufwand imagebildend aus. Die Konzertreihe hat Ischgl weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannt gemacht – nicht nur unter WintersportlerInnen, sondern längst auch in der internationalen Musikszene. „Gerade bei der Suche nach neuen Acts ist dieser Ruf natürlich eine große Unterstützung", erklärt Köhle. Hinzu komme die einzigartige Kulisse: Die Höhenlage und das Panorama der Tiroler Alpen übten auf viele KünstlerInnen einen ganz eigenen Reiz aus – einen, den keine Konzerthalle der Welt ersetzen kann.

30. April 2026 | AutorIn: Anna Füreder | Foto: Christina Aguilera, TVB Paznaun – Ischgl/Magnific

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