Heute wird im Erkundungsstollen des Brennerbasistunnels ein zentraler Meilenstein erreicht: der Durchschlag unterhalb der Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich. Anlässlich dazu haben wir die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zum Jahrhundertprojekt zusammengestellt.
Mit dem heutigen Tag wird ein bedeutender Meilenstein beim Bau des 55 Kilometer langen Brennerbasistunnels erreicht: Nach 16 Jahren Bauzeit wird der Erkundungsstollen unterhalb der Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien durchbrochen werden. Damit besteht erstmals eine durchgehende unterirdische Verbindung zwischen beiden Ländern. Es handelt sich um einen historischen Schritt für die europäische Mobilität, soll der Tunnel doch künftig das Herzstück der Alpentransversale zwischen München und Verona bilden.
Der Brennerbasistunnel in Zahlen
- 64 Kilometer Gesamtlänge
- 230 Kilometer Tunnelröhren – entspricht in etwa der Strecke von Innsbruck nach München
- 10,5 Milliarden Euro veranschlagte Kosten
- Zwei Hauptröhren mit je 8,1 Metern Durchmesser
- Fahrzeit Innsbruck–Franzensfeste soll künftig 25 statt 80 Minuten dauern
- Bis zu 320 Züge täglich, um Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern
- Höchstgeschwindigkeit ist 250 Kilometer pro Stunde (zum Vergleich: Japans Shinkansen erreicht 320 Kilometer pro Stunde)
- Bis zu 1,5 Kilometer Bergmassiv liegen an der tiefsten Stelle über dem Tunnel

Meilensteine des Brennerbasistunnels
- 1994 – EU erklärt die Brenner-Achse zum vorrangigen Infrastrukturprojekt.
- 2004 – Gründung der Projektgesellschaft BBT SE
- 2008 – Beginn maschineller Vortriebe (Erkundungsstollen Aicha–Mauls)
- 2011 – Beginn der Hauptbauphase (Phase III)
- 2015 – Feierlicher Vortriebsbeginn der Hauptröhren (Ahrental, AT)
- 2020 – Durchschlag im Erkundungsstollen (Verbindung österreichischer Abschnitte)
- 2023 – TBM „Virginia“ erreicht die Staatsgrenze
- 2025 – Durchschlag unterhalb der Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich
Was ist der Erkundungsstollen?
Knapp unter den späteren Hauptröhren gelegen, erfüllt der Erkundungsstollen gleich mehrere Funktionen: Er liefert wichtige geologische Daten, erhöht die Sicherheit des Gesamtprojekts und wird später als Wartungs- und Rettungsweg dienen. Mit seinem Durchbruch ist somit ein zentrales Puzzleteil der Infrastruktur fertiggestellt.