Eingabehilfen öffnen

Skip to main content
Rankings - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Rankings
Unternehmensverzeichnis - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Unternehmen
Newsletter - top.tirol - Wirtschaftsnachrichten aus Tirol
Newsletter
KI-Agent als Arbeitskollege

Der digitale Förderberater

KI-Agent als Arbeitskollege

Der digitale Förderberater

Artikel teilen

Wie die Cemit mit einem KI-Agenten jahrzehntelange Expertise in Echtzeit verfügbar macht. 

Es ist ein Mittwochvormittag in Innsbruck und Bernhard Hofer zeigt auf einen Bildschirm. Ein Schrägstrich, ein Befehlswort – und ein System erwacht. Kein Callcenter, keine Warteschleife. Stattdessen: ein KI-Agent, der weiß, welche Förderung zu welchem Projekt passt, welche Richtlinien sich gerade geändert haben und was die Cemit in den vergangenen 19 Jahren bei ähnlichen Vorhaben erlebt hat. Was einst Tage dauerte, geht heute in Minuten.

Die Cemit begleitet seit fast zwei Jahrzehnten Unternehmen und Forschungseinrichtungen durch die komplexe Landschaft der Innovationsförderung. Machbarkeitsanalysen, Förderanträge, strategische Beratung – das war bislang mühevolle Handarbeit. Dann kam die KI.

„KI ist für uns kein Konkurrent – das ist unser Buddy, der uns immer gefehlt hat“, sagt Bernhard Hofer.

 

„Früher hat man sich überlegt, wie der Prompt aussehen soll. Heute liegt die Magie im System drumrum.“

Tobias Kilga

 

Vom Prompt zum System

Tobias Kilga, technischer Architekt des Systems, erklärt den Wandel: „Früher hat man sich überlegt, wie der Prompt aussehen soll. Heute liegt die Magie im System drumrum. Welche Fähigkeiten – Skills – bringe ich dem System bei?“ Diese Verlagerung hat eine entscheidende Konsequenz: Wirklich leistungsstarke Lösungen entstehen dort, wo Unternehmen das System mit ihrem eigenen Wissen verknüpfen. Genau das hat die Cemit getan.

 

19 Jahre Erfahrung – jetzt in Echtzeit

Das Herzstück des Systems ist das institutionelle Gedächtnis der Cemit. Jahrelang war ein Word-Dokument gewachsen, das informelles Wissen angehäuft hatte: Welcher Fördergeber tickt wie? Welche Projekte haben funktioniert und warum? „Das war eine Schatzkiste an Wissen – aber total schwierig zugänglich. Ich musste wissen, was ich suche, und wissen, wo ich es finde“, sagt Bernhard Hofer.

Mit dem neuen KI-Agenten ist dieses Wissen erstmals strukturiert abrufbar. Er kennt zu jedem Zeitpunkt die relevanten Informationen im Unternehmen, verknüpft sie mit aktuellen Förder­informationen aus dem Internet – und lernt kontinuierlich dazu.

 

„Die KI chattet mit mir – das ist ein wesentliches Element. Sie sagt: Denk mal an das. Wie ein Kollege, der neben mir sitzt.“

Bernhard Hofer

 

Ein Use Case: vom Angebot zur Strategie

Ein Unternehmen möchte seine Dokumentenverwaltung digitalisieren und hat bereits ein Angebot vorliegen. Früher: Förderung recherchieren, Antrag stellen. Heute stellt die KI Fragen – und bremst: „Bist du sicher, dass der Kunde nicht eigentlich ein CRM-System mit integriertem Workflow-Modul braucht?“ Auf Basis von Erfahrungswerten erkennt das System das eigentliche Bedürfnis hinter dem formulierten Wunsch. Aus einem simplen Förderantrag wird eine strategische Beratungsleistung.

„Die KI chattet mit mir – das ist ein wesentliches Element. Sie sagt: Denk mal an das. Wie ein Kollege, der neben mir sitzt“, beschreibt Bernhard Hofer.

 

Human in the Loop

„Braucht es die Cemit noch?“, darf man an dieser Stelle berechtigterweise fragen. Die Antwort ist eindeutig: „Das Tool hat das Wissen der Cemit – aber es kann nicht einschätzen, was ein Kunde wirklich will, wenn er es selbst noch nicht weiß. Das ist Menschenarbeit“, sagt Kilga. Am Ende entscheidet immer ein Mensch. Der Agent bereitet vor, strukturiert, formuliert Entwürfe. Die Mitarbeitenden prüfen, ergänzen, validieren.

„Wir spielen die Mitarbeitenden frei – damit sie mehr Zeit fürs Sparring mit Kunden haben, für Beratung auf Basis von 19 Jahren Erfahrung.“

 

Wachstum durch Präzision

Die Auswirkungen sind messbar: Im Vorjahr betreute die Cemit zehn überregionale Kunden – im ersten Quartal 2026 waren es bereits dreißig. Anfragen aus Bayern, aus Leverkusen, aus Regionen, in denen die Cemit bislang kaum präsent war. Die geografische Grenze fällt, weil das System Förderrichtlinien aus ganz Europa kennt.

„Wir haben alle Daten. Wir können alles in Echtzeit aus dem Internet holen. Aber wir sind es, die damit umgehen – und nicht die KI. Das ist der entscheidende Punkt.“

31. Mai 2026 | AutorIn: Haris Kovacevic | Foto: Freigeistin Fotografie OG, Artfabrik

top.tirol Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über Tirols Wirtschaftsgeschehen