Der ursprüngliche Gedanke: Ausbildung plus Erfahrung, ergänzt um Motivation, sind die ausschlaggebenden Kriterien für die Höhe des Gehalts. Und: Der öffentliche Bereich ist zwar schlechter bezahlt, bietet dafür aber hohe Sicherheit.
In der Realität verhält es sich inzwischen leider gänzlich anders: Der öffentliche Bereich zahlt mittlerweile Gehälter, die sich private UnternehmerInnen nur schwer leisten können, und ist damit zum schlimmsten Konkurrenten der Privatwirtschaft geworden. Überspitzt formuliert, werden die Steuern der Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt gegen ebendiese eingesetzt. Drei Beispiele:
1.) BusfahrerIn bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben
Unlängst durfte ich einen Blick auf den Lohnzettel eines IVB-Busfahrers erhaschen. Der arbeitet dort Vollzeit, übernimmt gerne gut bezahlte Schichten und scheut keine Zusatzausbildungen. Das Ergebnis: über 3.500 Euro NETTO plus endlose Benefits wie ein kostenloses Klimaticket. Sie haben keinen Busführerschein? Kein Problem, der wird nämlich auch bezahlt, und damit Sie nicht verhungern, erhalten Sie in der Ausbildungszeit immerhin noch 2.000 Euro NETTO aufs Konto.
2.) Praktikum bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben
Sie wollen nach Ihrem HTL-Abschluss ein Sommerpraktikum antreten? Ich kann Ihnen die IKB wärmstens empfehlen. Dort erhalten Sie nämlich dafür das, was zum Beispiel eine Verkäuferin in einem Modegeschäft für echtes Arbeiten bekommt, nämlich rund 1.350 Euro NETTO.
3.) Digital Marketing Manager bei der TIWAG
Für diese fancy Berufsbezeichnung reicht es völlig aus, dass Sie die HBLA Mediendesign abgeschlossen haben, sich mit Google Analytics auskennen und in der Lage sind, Online-Werbung zu buchen. Dafür, dass Sie damit das Geld, das wir TirolerInnen für unseren Strom bezahlen, an amerikanische Unternehmen verteilen, erhalten Sie zum Einstieg als Dankeschön gut 3.000 Euro NETTO aufs Konto.