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Immobilien-Stammtisch Tirol

Diese 6 Dinge müssen sich ändern

(V.l.) Ellen Moll (WKO Fachgruppenobfrau Immobilien- und Vermögenstreuhänder), Andreas Köttl (Präsident der Österreichischen Projektentwickler VÖPE), Norbert Sieber (Abgeordneter zum Nationalrat und Sprecher der ÖVP im Ausschuss für Bauten und Wohnen) und Nikolaus Resl (Geschäftsführer der P&R Verwaltung) stellten die zentralen Forderungen der Immobilienbranche im Vorfeld des 6. Immobilien-Stammtischs vor.
Immobilien-Stammtisch Tirol

Diese 6 Dinge müssen sich ändern

(V.l.) Ellen Moll (WKO Fachgruppenobfrau Immobilien- und Vermögenstreuhänder), Andreas Köttl (Präsident der Österreichischen Projektentwickler VÖPE), Norbert Sieber (Abgeordneter zum Nationalrat und Sprecher der ÖVP im Ausschuss für Bauten und Wohnen) und Nikolaus Resl (Geschäftsführer der P&R Verwaltung) stellten die zentralen Forderungen der Immobilienbranche im Vorfeld des 6. Immobilien-Stammtischs vor.

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Der Immobilien-Stammtisch Tirol möchte Wirtschaft und Politik an einen gemeinsamen Tisch setzen. In Zeiten steigender Kosten und wachsender Unsicherheit diskutieren VertreterInnen, wo der Wohnungsmarkt hakt – und welche Reformen dringend notwendig sind.

Beim Immobilien-Stammtisch Tirol trafen am 15. Jänner zentrale AkteurInnen der Immobilienbranche auf die Politik. P&R-Geschäftsführer Nikolaus Resl, Nationalratsabgeordneter Norbert Sieber, WKO-Fachgruppenobfrau Ellen Moll und Präsident der Österreichischen Projektentwickler Andreas Köttl sprachen über strukturelle Probleme, politische Rahmenbedingungen und darüber, was es braucht, um den Immobilienmarkt in Österreich wieder in Bewegung zu bringen.

 

Hier sind sechs zentrale Dinge, die sich laut den wichtigsten Köpfen ändern müssen:

 

  1. Sozialer Wohnbau als Fundament

„Wohnen ist ein Grundbedürfnis, deshalb ist der soziale Mietwohnbau wichtig und soll auch gefördert werden.“ – Ellen Moll  

Leistbares Wohnen soll vor allem über dauerhaft geförderten Mietwohnraum gesichert werden. Dieser soll langfristig im öffentlichen oder gemeinnützigen Eigentum bleiben und zu stabilen, leistbaren Mieten vergeben werden. Gleichzeitig soll der Eigentumsmarkt unter fairen Marktbedingungen funktionieren und ohne zusätzliche Eingriffe frei handelbar bleiben.

 

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 Ellen Moll (WKO Fachgruppenobfrau Immobilien- und Vermögenstreuhänder) forderte mehr Klarheit in der Wohnbaupolitik.

 

  1. Einmalige Förderung statt dauerhafter Subvention

„Jede Person soll Anspruch auf eine einmalige Förderung haben – damit verhindern wir Spekulation.“ – Ellen Moll

Die derzeitige Förderpraxis ermöglicht es, mit mehrfach gefördertem Wohnraum Gewinne zu erzielen. Moll spricht sich daher für eine klare Begrenzung aus: Eine einmalige Förderung pro Person soll sicherstellen, dass Steuergelder tatsächlich der Wohnversorgung dienen und nicht zur Grundlage spekulativer Weiterverkäufe werden.

 

  1. Kosten und Zeit als zentrale Hebel

„Wenn man sich anschaut, wo man ansetzen kann, dann sind es im Wesentlichen zwei Dinge: die Kosten des Bauens an sich und die Dauer der Verfahren.“ – Andreas Köttl

Köttl betont, dass leistbares Bauen vor allem an zwei Stellschrauben hängt. Zum einen gehe es um kosteneffizientes Bauen mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und die Wiederverwendung bestehender Ressourcen. Zum anderen treiben lange Genehmigungs- und Bauverfahren die Finanzierungskosten in die Höhe, da Verzögerungen zusätzliche Zinsen verursachen. Eine Beschleunigung der Verfahren und ein stärkerer Fokus auf wirtschaftliches Bauen könnten daher rasch spürbare Entlastung bringen.

 

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Andreas Köttl (Präsident der Österreichischen Projektentwickler VÖPE) spricht sich für eine "Fast Lane" im Genehmigungsverfahren für nachhaltige Bauprojekte aus.

 

  1. Einheitliche Definition von Nachhaltigkeit

„Wir brauchen einheitliche Regeln, was Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft bedeutet – sonst fehlt jede Planungssicherheit.“ – Andreas Köttl

Unterschiedliche Nachhaltigkeitsvorgaben auf Landesebene erschweren langfristige Projekte, die oft über mehrere Jahre geplant werden. Einheitliche Standards würden Planungssicherheit schaffen, Kosten senken und nachhaltiges Bauen besser kalkulierbar machen. Zudem fordert Köttl für besonders nachhaltige Projekte einen schnelleren Weg durch die Behörden: Nachhaltigkeit solle nicht durch zusätzliche Bürokratie bestraft, sondern durch effiziente Verfahren belohnt werden.

 

  1. Normen kritisch hinterfragen

„Ein kritischer Blick auf Normen würde das Ergebnis deutlich verbessern. Zum Beispiel muss jede Wohnung technisch gesehen mittlerweile als Luxusobjekt erbaut werden, was die Kosten nach oben treibt.“ – Nikolaus Resl

Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Neben inflationsbedingten Lohnsteigerungen, die einen großen Anteil der Kosten ausmachen und nicht rückgängig gemacht werden können, treiben auch zahlreiche Normen und Auflagen die Preise in die Höhe. Diese sind laut Resl jedoch nicht immer notwendig. Er fordert daher eine Vereinfachung und Überprüfung bestehender Gesetze und Standards.

 

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 Nikolaus Resl (Geschäftsführer der P&R Verwaltungs GmbH) betonte den Mehrwert des Immobilien-Stammtisch, der heuer in 6. Auflage in der Wirtschaftskammer Tirol in Innsbruck stattfindet.

 

  1. Investitionen nicht weiter ausbremsen

„Wir müssen schauen, dass InvestorInnen wieder gerne investieren.“ – Ellen Moll

Ohne Investitionen von Banken und Kapitalgebern entsteht kein neues Wohnungsangebot – und ohne zusätzliches Angebot kann sich der Wohnungsmarkt nicht entspannen. Auch Norbert Sieber betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Vertrauen. Verlässliche Rahmenbedingungen sollen Investoren und Banken ermutigen, wieder stärker in den Wohnbau zu investieren.

 

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Norbert Sieber (Abgeordneter zum Nationalrat und Sprecher der ÖVP im Ausschuss für Bauten und Wohnen) zeigte sich dankbar für den offenen Austausch.

15. Januar 2026 | AutorIn: Anna Füreder | Foto: Immobilien-Stammtisch / Jan Hetfleisch

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