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Start-up Xbuild

Digitale Qualitätssicherung für die Baustelle

Die beiden Co-Founder Tobias Rieser (CEO) und David Abfalterer (CTO) von Xbuild
Start-up Xbuild

Digitale Qualitätssicherung für die Baustelle

Die beiden Co-Founder Tobias Rieser (CEO) und David Abfalterer (CTO) von Xbuild

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Viele Start-ups haben in Tirol bereits kreative Geschäftsmodelle auf die Beine gestellt. In dieser Rubrik wollen wir die heimischen GründerInnen in den Fokus rücken und ihre innovativen Ideen vorstellen. Diese Woche: Xbuild.

Wenn auf Baustellen Informationen fehlen oder erst später im Büro „nachgezogen“ werden, wird es teuer – etwa durch Nacharbeit, Verzögerungen oder Streitfragen bei der Abnahme. Xbuild aus Innsbruck will an einem Punkt ansetzen, den viele Betriebe aus dem Alltag kennen: Qualität und Dokumentation sollen entlang der Bauausführung so festgehalten werden, dass sie für alle Projektbeteiligten nachvollziehbar bleiben. Gegründet wurde das Unternehmen 2016 von Tobias Rieser und David Abfalterer.

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BauleiterInnen können mithilfe von Xbuild mit Tablet oder Smartphone auf der Baustelle arbeiten.

Warum gehen auf Baustellen Informationen verloren – und was kostet das?

Weil Bauprojekte viele Beteiligte, Gewerke und Übergaben haben – und weil Dokumentation oft parallel zum Tagesgeschäft läuft -, gehen viele Informationen verloren. Mängel werden auf Papier notiert, Fotos liegen auf einzelnen Geräten, Zuständigkeiten sind nicht eindeutig. Wenn Fehler erst spät auffallen, steigt der Aufwand.

Wie hoch dieser Aufwand sein kann, hängt stark vom Projekt ab. Studien nennen für Nacharbeit in Bauprojekten - je nach Definition und Umfeld – Zahlen im einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich. Genau dort setzt Xbuild inhaltlich an. Produktentwickler und Co-Founder Abfalterer beschreibt das Problem nicht als fehlendes Wissen, sondern als fehlende Struktur. Auch Gründer und Geschäftsführer Rieser sieht dies so: „Viele Baufehler entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus fehlenden Strukturen. Unser Ziel ist es, Qualität so einfach erfassbar zu machen wie das Schreiben einer Nachricht am Smartphone“, erklärt er.

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Blick auf eine Baustelle: Effektive Dokumentation, klare Zuständigkeiten und einfache Nachverfolgung entscheiden oft über das Ausmaß der Nacharbeit.

Wie hilft Xbuild bei Mängeln, Checklisten und Berichten im Baualltag?

Indem die Software als gemeinsame Arbeitsfläche für die Qualitätssicherung dient – direkt dort, wo Mängel entstehen oder geprüft werden: auf der Baustelle. Laut Unternehmensbeschreibung lassen sich Mängel mobil erfassen, mit Fotos dokumentieren und im Bauplan verorten. Außerdem sind Checklisten, Protokolle und Berichte Teil des Systems. Ziel ist, dass Informationen nicht erst nachträglich zusammengetragen werden müssen, sondern während der Ausführung strukturiert entstehen.

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Die Applikation von Xbuild in der Praxis: Mängel werden vor Ort erfasst und im Plan verortet.

Ein zentraler Punkt ist aus Sicht der Gründer die Alltagstauglichkeit. „Die Digitalisierung am Bau scheitert oft daran, dass Software die Realität auf der Baustelle nicht abbildet. Wir entwickeln Xbuild gemeinsam mit Bauleitern, Handwerkern und technischen Verantwortlichen – nicht am Schreibtisch“, betont Rieser. Dieser Fokus zieht sich auch durch die Entwicklungsschritte: 2016 startete Xbuild mit einer ersten Version zur strukturierten Mängelerfassung, 2020 folgte ein breiteres System mit Checklisten, Berichten und automatisierten Abläufen. 2024 wurde es um Auswertungen, Risikoanalysen und automatische Berichtserstellung mit Methoden der Künstlichen Intelligenz erweitert.

Was plant Xbuild als Nächstes – und wo soll die Reise hingehen?

Xbuild will die Software weiter in Richtung Automatisierung entwickeln. „Wir sehen enormes Potenzial in der Automatisierung. In wenigen Jahren werden Berichte, Auswertungen und Risikoanalysen nicht mehr manuell erstellt, sondern von künstlicher Intelligenz in Echtzeit generiert“, ist Rieser überzeugt. Langfristig will das Unternehmen zur führenden europäischen Plattform für digitale Qualitätssicherung im Bau werden.

Parallel positioniert sich Xbuild seit 2025 verstärkt als Qualitätssoftware in mehreren öffentlichen Ausschreibungen und baut Partnerschaften im Bau- und Facility-Bereich aus. Entscheidend wird dabei sein, ob es gelingt, sehr unterschiedliche Projektgrößen und Rollen abzudecken – vom Handwerksbetrieb bis zu Kommunen und Infrastrukturbetreibern – und die Nutzung im Baustellenalltag dauerhaft zu verankern.

protokollierung

Screenshot eines digitalen Protokolls: Inhalte aus der Baustellendokumentation werden in Berichte übernommen.

21. Januar 2026 | AutorIn: Max Hofer | Foto: Xbuild

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