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Simon Meinschad im Interview

Digitale Tools in der Reinigungsbranche

Simon Meinschad ist seit 2012 Geschäftsführer von Hollu und begleitet das Unternehmen seit vielen Jahren durch die digitale Transformation.
Simon Meinschad im Interview

Digitale Tools in der Reinigungsbranche

Simon Meinschad ist seit 2012 Geschäftsführer von Hollu und begleitet das Unternehmen seit vielen Jahren durch die digitale Transformation.

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Bei der heutigen next:tirol ist unter anderem Simon Meinschad, Geschäftsführer von Hollu, Speaker. Wer nun glaubt, dass der Hygienesektor nur am Rande mit Digitalisierung zu tun hat, täuscht sich – wie der Geschäftsmann top.tirol im Interview verrät.

 

Herr Meinschad, wie ordnet Hollu den Stellenwert der Digitalisierung im eigenen Unternehmen ein, und welche Faktoren haben dazu geführt, diesen Bereich stärker auszubauen?
Simon Meinschad: Digitalisierung spielt bei uns eine wichtige Rolle, weil technologische Entwicklungen – etwa Vernetzung, Robotik und KI – zunehmend Einfluss auf wirtschaftliche Abläufe nehmen. Wir arbeiten in mehrjährigen Strategiezyklen und haben bereits 2016 entschieden, diesem Bereich mehr Gewicht zu geben. Ausschlaggebend war die Einschätzung, dass wir Prozesse künftig stärker vernetzen müssen, um effizienter zu arbeiten und unser Angebot zeitgemäß weiterzuentwickeln.

Welche Veränderungen haben sich durch digitale Tools in den betrieblichen Abläufen tatsächlich gezeigt – etwa im Hinblick auf Effizienz oder Fehleranfälligkeit?
Wir sehen spürbare Veränderungen, vor allem in der Produktion: Abläufe sind heute stärker automatisiert und dadurch gleichmäßiger und stabiler. Hinweise auf Störungen oder Wartungsbedarf kommen früher, was sich positiv auf die Fehlerquote auswirkt. Insgesamt können wir Aufgaben mit weniger manueller Belastung bewältigen, und die Ergebnisse sind leichter nachvollziehbar und messbar als früher.

Auf welche Schwierigkeiten stoßen Unternehmen immer wieder bei der Einführung digitaler Lösungen?
Die Herausforderungen sind meist vielschichtig. Ein zentraler Punkt ist die Akzeptanz: Mitarbeitende gehen sehr unterschiedlich mit digitalen Werkzeugen um. Einige fühlen sich mit analogen Arbeitsweisen wohler, während andere möglichst umfassende Automatisierung erwarten. Diese unterschiedlichen Haltungen müssen aktiv moderiert werden.

Auch die Kompetenzen spielen eine große Rolle. Viele Unternehmen müssen Know-how in Softwareentwicklung und Qualitätssicherung erst aufbauen. Fehlen diese Strukturen zu Beginn, kann das – wie wir selbst erlebt haben – zu Problemen und Fehlern im Entwicklungsprozess führen.

Zudem bestehen Abhängigkeiten von externen Partnern. Wenn Technologieanbieter ausfallen oder – wie in unserem Fall – während eines Projekts insolvent werden, bringt das die Planung erheblich ins Wanken und zeigt, wie wichtig Absicherung und Alternativen sind.

Und schließlich stellen Umstellungsprozesse häufig ein Hindernis dar. Neue Technologien wie Robotik stoßen anfangs nicht selten auf Skepsis. Solche Veränderungen brauchen Zeit, transparente Kommunikation und eine begleitete Einführung.

Beeinflussen lange Unternehmensgeschichte – so wie es bei Hollu der Fall ist – die Einführung neuer digitaler Arbeitsweisen eher hemmend oder unterstützend?

Bei uns erweist sich die lange Tradition eher nicht als Hindernis, weil Veränderung seit vielen Jahren Teil der Unternehmenskultur ist. Wir legen großen Wert darauf, Mitarbeitende einzubeziehen und Weiterentwicklung bewusst zu begleiten. Dennoch gibt es – wie in jedem etablierten Unternehmen – Momente, in denen neue digitale Arbeitsweisen zunächst hinterfragt oder ausführlich diskutiert werden.

Welche Rolle spielt Digitalisierung Ihrer Einschätzung nach künftig im Hygienesektor?

Digitalisierung wird in der Branche weiter an Bedeutung gewinnen. Autonome Reinigungsgeräte sind bereits im Einsatz und können bestimmte Tätigkeiten selbstständig übernehmen. In den nächsten Jahren ist zu erwarten, dass robotische Systeme zusätzliche Aufgaben ausführen können.
Besonders hilfreich sind digitale Lösungen dort, wo dokumentiert, standardisiert oder sicherheitsrelevant gearbeitet werden muss. Grenzen bestehen weiterhin in Bereichen, in denen situative Entscheidungen, zwischenmenschliche Interaktion oder komplexe manuelle Fähigkeiten erforderlich sind – wobei digitale Assistenzsysteme auch hier zunehmend unterstützen.

Zur Person:

Simon Meinschad ist seit 2012 Geschäftsführer von Hollu, einem führenden Anbieter von Reinigungs- und Hygienelösungen. Er begleitet das Unternehmen seit vielen Jahren durch die digitale Transformation.

Zur Veranstaltung:

Sie wollen mehr erfahren? Auf der next:tirol dreht sich alles rund um Digitalisierung. In Hall in Tirol treffen über 500 UnternehmerInnen auf führende Softwareanbieter aus dem gesamten Alpenraum.

27. November 2025 | AutorIn: Anna Füreder | Foto: Thomas Steinlechenr

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