Heute Vormittag wurden die aktuellen Entwicklungen am Tiroler Immobilienmarkt präsentiert. Große Überraschungen blieben aus: Insgesamt zeigt sich eine moderate Erholung, steigende Nachfrage und die Frage der Leistbarkeit.
Österreichweit wurden im vergangenen Jahr 91.000 Immobilientransaktionen registriert – ein Plus von 8,98 Prozent gegenüber 2024. Rund 10.000 davon entfielen auf Tirol. Besonders stark wuchs das Wohnungssegment mit 20,96 Prozent. Diese Entwicklung spiegle sich auch in Tirol wider, so Arno Wimmer, Obfrau-Stellvertreter der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder Tirol. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen sei im Land deutlich gestiegen, ebenso das Interesse an Bestandsimmobilien. An die Höchstwerte von 2021 komme man aber nicht heran.

Ellen Moll, Obfrau der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder Tirol, und ihr Stellvertreter Arno Wimmer präsentierten die Zahlen zur aktuellen Lage des Immobilienmarkts.
Wenig gestiegen, aber teuer
Die Preise für Miete und Kauf liegen unter der Gesamtinflation von 3,6 Prozent: Eigentumswohnungen im Erstbezug kosten im Schnitt 4.256 Euro pro Quadratmeter (+1,46 Prozent), gebrauchte Eigentumswohnungen 2.931 Euro (+1,67 Prozent) und Einfamilienhäuser 3.068 Euro (+1,37 Prozent). Damit zählt Tirol gemeinsam mit Salzburg und Bregenz zu den teuersten Regionen Österreichs.
Bei Mietwohnungen zeigt sich ein klarer Anstieg: 2,24 Prozent auf 11,39 Euro pro Quadratmeter. In Innsbruck liegt der Anstieg bei neuwertigen Mietwohnungen sogar bei 3,56 Prozent – der höchste Wert aller Landeshauptstädte. „Die angespannte Lage in Innsbruck hat mehrere Gründe“, sagt Wimmer. „Zum einen der harte Kurs der Banken trotz KIM-Verordnungen, der viele Mittelständler in die Miete zwingt. Zum anderen verzerren die vielen Studierenden den Mietmarkt.“

Ist Wohnen noch leistbar?
„Wenn Wohnen nicht leistbar ist, ziehen die Leute weg“, warnt Wimmer und ruft Politik und Wirtschaft zum Handeln auf. Kreditrichtlinien müssten gelockert werden, damit Eigentumskauf den Mietmarkt entlastet. Außerdem seien Anpassungen bei der Wohnbauförderung und schnellere Genehmigungsverfahren bei Bauvorhaben notwendig.
Auch Vorgaben zur Sanierung wirken teils kontraproduktiv, ergänzt Ellen Moll, Obfrau der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder Tirol: „Bei alten Häusern können verpflichtende Maßnahmen wie ein Lift ab drei Stockwerken die Betriebskosten für Endverbraucher stark erhöhen – ein bis zwei Euro pro Quadratmeter.“ Klimaneutrale Heizmöglichkeiten seien zwar wichtig, aber nicht immer günstiger. Sinnvolle, angepasste Regelungen können hier auch zu geringeren Baukosten führen.