Seit einem Jahr macht die AI:Factory Austria Hochleistungsrechnen für Unternehmen praxisnah nutzbar. Innsbruck fungiert dabei als regionaler Knotenpunkt. Ein erstes Resümee zeigt die bereits entfaltete Wirkung.
Vor einem Jahr startete die AI:Factory Austria (AI:AT) mit einem klaren Anspruch: Österreichs Unternehmen den strukturierten Zugang zu europäischer Spitzen-Rechenleistung zu ermöglichen – und KI von der Strategie in die Anwendung zu bringen. Heute zeigt sich: Der Ansatz greift. Und Innsbruck spielt dabei eine sichtbare Rolle.
Erste Schritte
Zwei Meilensteine prägen die erste Bilanz. Erstens die erfolgreiche Etablierung der AI:AT als nationale Plattform im europäischen AI-Factory-Netzwerk. Zweitens konkrete Praxisfälle: Mit Zenta Solutions wurde erstmals der Zugang zum EuroHPC-Supercomputer Leonardo umgesetzt – ein europäisches Spitzen-System in Italien, das extrem hohe Rechenleistung bietet: über 250 Millionen Milliarden Berechnungen pro Sekunde. Und mit Another Earth ein weiteres Deep-Tech-Unternehmen beim strukturierten Zugriff auf Hochleistungsrechner begleitet. Das Modell „Infrastruktur plus Support“ funktioniert.

Der europäische Supercomputer „Leonardo” steht im modernen Technologiezentrum „Technopole di Bologna” in Bologna, Italien.
Innovationsminister Peter Hanke spricht von einem „Meilenstein für die Stärkung von Österreichs digitaler Souveränität“ und betont, dass gerade KMU und Start-ups KI als Türöffner für neue Märkte nutzen sollen. Genau hier setze AI:AT an.
Die Rolle Innsbrucks
Für Westösterreich ist die Initiative auch standortpolitisch relevant. Ruth Breu, Dekanin der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik der Universität Innsbruck unterstreicht, dass die Präsenz der AI Factory „ein wichtiges Signal für den Technologie- und Innovationsstandort“ sende und den direkten Zugang zu Know-how und HPC ermögliche.
AI:AT versteht sich dabei als One-Stop-Shop. Co-Lead Karl Kugler bringt es auf den Punkt: „Wir kombinieren technische Beratung, Rechenressourcen, Trainings und Unterstützung bei der sicheren Anwendung von KI.“ Entscheidend sei nicht nur der Zugang, sondern die strukturierte Begleitung bis zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle.
Ruth Breu ist Dekanin der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik der Universität Innsbruck.
Zukunftsaussichten
Der Blick nach vorne ist klar: Mehr Unternehmen sollen HPC-Ressourcen effizient nutzen, Entwicklungszyklen verkürzen und KI schneller in marktfähige Anwendungen überführen. Mit dem geplanten souveränen Supercomputer für KI-Anwendungen würde Österreich seine digitale Handlungsfähigkeit zusätzlich absichern.
Nach einem Jahr zeigt sich: AI:AT ist kein Infrastrukturprojekt auf dem Papier, sondern ein wirtschaftspolitischer Hebel – mit Innsbruck als starkem Knotenpunkt im nationalen KI-Ökosystem.