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Vincent Fourmi im Interview

„Eine KI ohne Daten ist wie ein Schwimmbad ohne Wasser“

Vincent Fourmi im Interview

„Eine KI ohne Daten ist wie ein Schwimmbad ohne Wasser“

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Daten sind schon lange kein technisches Nebenprodukt mehr, sondern entwickeln sich zum zentralen Werttreiber moderner Unternehmen. Im Gespräch gibt Vincent Fourmi von Woodmark Consulting Einblicke in das Warum.

Welchen Stellenwert schreiben Sie Daten für Unternehmen zu?

Vincent Fourmi: „Data is the new oil“ – das heißt: Daten werden künftig im Zentrum jedes Unternehmens stehen und zu den wichtigsten Assets überhaupt zählen. Gerade im KI-Zeitalter wird das noch wichtiger, weil vieles schneller und stärker automatisiert abläuft. Große Sprachmodelle sind dabei für sich genommen noch kein echter Wettbewerbsvorteil. Wenn ich mich also vom Wettbewerb abheben will, gelingt das nur über Daten – vor allem über Daten, die exklusiv mir gehören. Ich verbildliche das gerne so: Eine KI ohne Daten ist wie ein Schwimmbad ohne Wasser.

Wo liegen die typischen Fehler von Unternehmen beim Thema Daten?

In vielen Unternehmen werden KI-Projekte gestartet, ohne dass vorher geklärt ist, wie mit den zugrunde liegenden Daten eigentlich systematisch gearbeitet werden soll. Gleichzeitig gibt es auch Unternehmen, die zwar eine Datenstrategie haben, aber keine saubere Data Governance oder Datensicherheit. Das bringt erhebliche Risiken mit sich.

 

„In vielen Unternehmen werden KI-Projekte gestartet, ohne dass vorher geklärt ist, wie mit den zugrunde liegenden Daten eigentlich systematisch ge­arbeitet werden soll.“

- Vincent Fourmi, Geschäftsführer Woodmark Consulting

 

Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat eine Datenstrategie für Unternehmen?

In einer ersten Phase geht es in der Regel vor allem um Kostenreduktion. In einem zweiten Schritt steht dann die Steigerung von Umsätzen und Erträgen im Fokus. Man muss dabei auch den europäischen Kontext mitdenken: Wir haben einen Fachkräftemangel, und KI ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Unternehmen, die sich nicht mit diesen Technologien auseinandersetzen, werden es künftig schwer haben, Mitarbeitende zu halten, die genau mit solchen Tools arbeiten wollen.

Was zeichnet eine gute Datenstrategie aus?

Eine Datenstrategie muss erstens klar in der Unternehmensstrategie verankert sein. Es kann keine Datenstrategie geben, die davon losgelöst ist. Wenn ein Unternehmen etwa in neue Märkte gehen will, muss die Datenstrategie das unterstützen. Wenn der Fokus auf exzellentem Kundenservice liegt, dann muss sie genau darauf ausgerichtet sein. Zweitens braucht es – vor allem in mittelgroßen und großen Organisationen – eine klare Datenorganisation. Es muss eindeutig geregelt sein, wer für Daten verantwortlich ist. Drittens ist Data Governance zentral. Eine interessante Studie zeigt: In Deutschland nutzen nur rund 17 Prozent der Unternehmen KI-Tools flächendeckend – gleichzeitig arbeiten aber über 60 Prozent der Mitarbeitenden bereits individuell damit, oft auch über private Zugänge wie ChatGPT. Das birgt ein klares Risiko: Wenn solche Tools nicht richtig eingesetzt werden, können sensible Unternehmensinformationen ungewollt nach außen gelangen.

Was kostet eine Datenstrategie?

Das hängt stark von der Größe des Unternehmens und der Anzahl der Use Cases ab. Für sehr kleine Unternehmen können bereits rund 20.000 Euro sehr viel bewirken. Bei mittelgroßen Unternehmen liegen die Kosten eher bei etwa 100.000 Euro und bei größeren bei rund 200.000 Euro.

 

„Wenn solche Tools nicht richtig eingesetzt werden, können sensible Unternehmensinformationen ungewollt nach außen gelangen.“

- Vincent Fourmi

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Wann rechnet sich die Investition?

Unser Ziel ist es grundsätzlich, dass der Return on Investment innerhalb eines Jahres sichtbar wird.

Tirol hat viele kleinstrukturierte Unternehmen. Wenn wir jetzt von einem Tischlereibetrieb mit zehn Angestellten sprechen – haben die überhaupt genug Daten und Ressourcen dafür?

Ja, absolut. Wir haben zum Beispiel auch schon mit einer kleineren Metzgerei gearbeitet, die fünf Filialen hatte. Auch dort konnten wir ein sinnvolles Projekt umsetzen. Früher waren Datenprojekte oft echte Millionenprojekte. Durch KI sind viele Lösungen heute aber gut reproduzierbar – dadurch lassen sich Projekte deutlich schneller und kosteneffizienter umsetzen.

Welchen Tipp würden Sie Unternehmen in puncto Daten geben, um in drei Jahren die Nase ein Stück vorne zu haben?

Durch den Einsatz von KI wird sich die Effizienz in allen Unternehmensbereichen grundlegend verändern. Diese sogenannten Agents sorgen dafür, dass Unternehmen quasi Tausende kleine „virtuelle Praktikanten“ zur Verfügung haben. Das bedeutet auch: Die Organisation wird sich stark wandeln. Neben dem klassischen Personalorganigramm wird es künftig ein zusätzliches „Agent-Organigramm“ geben. Diese digitalen Einheiten werden ähnlich wie Teams gesteuert, delegiert und orchestriert. Unternehmen, die das heute schon verstanden haben, bereiten sich darauf vor, eine hybride Organisation aus Menschen und digitalen Agents aufzubauen.

 

Zur Person

Vincent Fourmi ist seit rund 25 Jahren im Umfeld von Business Intelligence, Daten und KI tätig. Nach Stationen bei Johnson & Johnson und Deloitte ist er seit 18 Jahren bei Woodmark Consulting in Düsseldorf tätig und seit 13 Jahren Mitglied des Vorstands sowie Geschäftsführer. Dort verantwortet er die Bereiche Sales, Marketing, Finance und HR.

30. Mai 2026 | AutorIn: Barbara Kluibenschädl | Foto: Woodmark Consulting GmbH/Magnific AI

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