Der aktuelle City Retail Report von Standort + Markt zeigt klar: Österreichs Innenstädte verlieren weiterhin klassische Einzelhandelsflächen. Gleichzeitig verändert sich die Nutzung der Flächen.
Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich hat Standort + Markt 67 Innenstadtlagen in 63 österreichischen Städten analysiert. Das Ergebnis: Während die gesamten „Shopflächen“ – also Flächen für Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Freizeit – seit 2013 nur leicht zurückgehen, schrumpfen die reinen Einzelhandelsflächen deutlich. Seit 2016 beträgt der Rückgang rund 15 Prozent, jährlich entspricht das einem Minus von etwa 1,4 Prozent. „Dieser Rückgang wird teilweise durch einzelhandelsnahe Nutzungen wie Gastronomie, Dienstleistungen oder Freizeitangebote kompensiert“, so Hannes Lindner, Geschäftsführer von Standort + Markt.

Stadtgröße entscheidet
Die Analyse zeigt zudem: Je größer die Stadt, desto stabiler und vielfältiger das Angebot. Vor allem der Einzelhandel profitiert von Größe und Frequenz. Besonders sichtbar wird das im Bekleidungssegment, das wesentlich zur Attraktivität von Innenstädten beiträgt. Dessen Anteil ist jedoch deutlich gesunken – von 28,5 Prozent im Jahr 2018 auf aktuell 24,4 Prozent. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der E-Commerce, der zunehmend Marktanteile bindet.
Leerstandquote bleibt moderat
Die Leerstandsquote liegt aktuell bei 8,4 Prozent und ist damit nur leicht gestiegen (+0,1 Prozent). Entscheidend ist jedoch die Differenzierung nach Stadtgröße:

Damit zeigt sich: Je kleiner die Stadt, desto höher der Leerstand. Gleichzeitig konzentriert sich das Angebot zunehmend auf zentrale Lagen, während Nebenlagen weiter unter Druck geraten.
Neue Nutzungen prägen Innenstädte
Eine weitere Entwicklung zeigt sich in der Nachnutzung leerstehender Flächen. Allein im letzten Jahr wurden 127 Umnutzungen registriert. Rund ein Drittel der Flächen wurde in Büros umgewandelt. Weitere Nutzungen sind Lagerflächen, soziale Einrichtungen, Arztpraxen oder Vereinsräume.