Viele Start-ups haben in Tirol bereits kreative Geschäftsmodelle auf die Beine gestellt. In dieser Rubrik wollen wir die heimischen GründerInnen in den Fokus rücken und ihre innovativen Ideen vorstellen. Diese Woche: Bobsla.
Nicht alle Wintergäste suchen nur die klassische Piste. Manche wollen eine zusätzliche Aktivität abseits von Ski und Snowboard, andere ein Angebot, das auch ohne große sportliche Vorkenntnisse funktioniert. Genau in dieser Nische positioniert sich Bobsla aus Tirol. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und entwickelte ein kleines elektrisches Schneefahrzeug, das auf präparierten Parcours in Skigebieten eingesetzt wird. Einsätze gab es bereits in Tirol (Obergurgl, Achensee), in mehreren Skigebieten in der Schweiz (St. Moritz, Engelberg, Glarnerland) sowie in Finnisch-Lappland.
Proberennen in Obergurgl: Bobsla testete sein Konzept zunächst im Tiroler Wintertourismus.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Bobsla durch einen Fernsehauftritt im Weihnachtsspecial 2025 von „Die Höhle der Löwen“. Dort präsentierten Ignatyev und Werner Kirchner-Höffer ihr elektrisches Schneefahrzeug vor einem breiten Publikum. In Erinnerung blieb der Pitch auch wegen eines Fahrtests im Studio, bei dem Investor Frank Thelen die Kontrolle verlor und in ein Tor prallte.
Werner Kirchner-Höffer und Gründer Sergey Ignatyev präsentierten Bobsla im Weihnachtsspecial 2025 von „Die Höhle der Löwen“ einem breiten Fernsehpublikum.
Gibt es neben Skifahren und Snowboarden überhaupt Bedarf?
Neben guten Pistenbedingungen für SkifahrerInnen oder SnowboarderInnen versuchen Skigebiete auch mit anderen, modernen Angeboten Gäste anzulocken – es scheint also Bedarf für Abwechslung zu geben. Bobsla setzt genau hier an: Das Unternehmen will ein Winterangebot für Gäste schaffen, die etwas anderes als die klassischen Disziplinen suchen. Gründer Sergey Ignatyev beschrieb die Ausgangsidee schon früh so, dass er Rennen, Schnee und Berge möge, selbst aber nicht sportlich genug für Skifahren oder Snowboarden sei. Daraus entstand der Versuch, ein niedrigschwelligeres Fahrangebot im Wintertourismus zu entwickeln.
Dazu kommt ein zweiter Punkt: Skigebiete und Hotels suchen regelmäßig nach Zusatzangeboten, die Gruppen, Familien oder Ausflugsgäste ansprechen. Bobsla besetzt diese Nische nach eigenen Angaben mit einem leisen, elektrisch betriebenen Fahrzeug, das in der Nähe touristischer Infrastruktur eingesetzt werden kann. Der Ansatz liegt damit zwischen Freizeitattraktion und Wintersportgerät.
Gründer Sergey Ignatyev entwickelte Bobsla aus der Idee, ein alternatives Winterangebot abseits von Ski und Snowboard zu schaffen.
Was kann man mit dem elektrischen Schneefahrzeug von Bobsla machen?
Das elektrische Schneefahrzeug von Bobsla ermöglicht es Gästen ein kompaktes, bodennahes Fahrzeug möglichst auf einem präparierten Schnee-Parcour zu steuern. Beim Fahrzeug handelt es sich um eine Mischung aus Schneemobil und Go-Kart, das vollelektrisch betrieben wird. Neben den Schneekarts gibt es auch entsprechende Schneescooter für Skigebiete.
Die Entwicklung verlief anfangs vergleichsweise schnell: Die Idee entstand 2018, gegründet wurde das Unternehmen 2019 und noch im Dezember desselben Jahres gingen die ersten vier Exemplare an KundInnen. „Obergurgl war der erste Einsatzort in Österreich, daneben hat es schon früh GeschäftskundInnen in der Schweiz gegeben“, betont Ignatyev gegenüber top.tirol.
Neben Schneekarts gibt es inzwischen auch Bobsla-Schneescooter – hier am Patscherkofel bei Innsbruck.
Wird das Angebot ausgebaut?
Bobsla plant nach den ersten Einsätzen im Skigebiet, das Angebot über den ursprünglichen Winterparcours hinaus weiterzuentwickeln. Schon 2019 sprach Ignatyev davon, neben Skigebieten später auch EndkundInnen anzusprechen und eine Sommerversion zu testen. Heute präsentiert sich das Unternehmen breiter als Anbieter elektrischer Schneekarts und Schneescooter.
Der Bobsla-Schlitten ist für Fahrten auf präparierten Schnee-Parcours in Skigebieten gedacht.