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Klier zieht Seilbahn-Bilanz

„Erfolg ist kein Selbstläufer“

Die Wintersaison ist positiv abgeschlossen, jetzt richten die Seilbahner den Blick auf den Sommer.
Klier zieht Seilbahn-Bilanz

„Erfolg ist kein Selbstläufer“

Die Wintersaison ist positiv abgeschlossen, jetzt richten die Seilbahner den Blick auf den Sommer.

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Österreichs Seilbahnen feiern heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Passend dazu lieferte die Wintersaison 2025/26 rekordverdächtige Zahlen. Reinhard Klier zieht im Interview Bilanz aus Tiroler Sicht und spricht über frühe Winter und vielversprechende Sommer.

 

top.tirol: Wie fällt Ihr Fazit zur Wintersaison 2025/26, insbesondere vor dem Hintergrund des 100-jährigen Seilbahnjubiläums, für Tirols Seilbahnen aus?

Reinhard Klier: Das Jubiläumsjahr bildet einen schönen Anlass, um zurückzublicken und den vielen Pionieren der Tiroler Seilbahnen Respekt zu zollen. In einer Zeit großer Armut haben sie mit Mut und Innovationsgeist eine Entwicklung angestoßen, die wesentlich zum heutigen Wohlstand Tirols beigetragen hat. Niemand hätte damals geahnt, dass sich der Alpentourismus zu einer derart eindrucksvollen Erfolgsgeschichte entwickelt.

Mit Blick auf die Wintersaison 25/26 zeigt sich: Auch dieser Winter war alles andere als gewöhnlich. Nach einem warmen Herbst brachten frühe und kräftige Schneefälle Anfang Dezember – teils bis in die Täler und Städte – einen starken Saisonauftakt. Der Jänner war im Mehrjahresvergleich sehr kalt und brachte gute Ersteintrittszahlen. Der Februar hingegen zeigte sich außergewöhnlich mild. Dennoch gilt: Wenn die Bedingungen gepasst haben, war auch die Nachfrage hervorragend. Grundsätzlich bleibt das Interesse an Urlaub und Wintersport stabil. Rund 84 Prozent der Gäste betreiben laut aktuellen Erhebungen alpinen Wintersport. Das zeigt deutlich: Die Menschen sehnen sich danach, durchzuatmen, sich zu bewegen und Natur zu erleben.

Der frühe Saisonstart gewinnt zunehmend an Bedeutung. Welche Strategien verfolgt Tirol, um hier langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben?

Die kräftigen Schneefälle haben im vergangenen Winter vielen Skigebieten einen vorgezogenen Saisonstart ermöglicht. Das erfordert seitens der Seilbahnunternehmen wie auch ihrer MitarbeiterInnen ein hohes Maß an Flexibilität – eine Eigenschaft, die uns sicher auch in den kommenden Jahren begleiten wird. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich die Freizeit- und Urlaubsentscheidungen unserer Gäste zunehmend kurzfristig gestalten. Darauf müssen wir uns einstellen – organisatorisch, kommunikativ und infrastrukturell. Ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt auch künftig die Schneesicherheit auf den Pisten. Unsere effizienten technischen Beschneiungsanlagen sowie gezielte Investitionen in moderne Infrastruktur sind daher auch in Zukunft unerlässlich.

Welche Chancen bietet die Sommersaison für Tirols Seilbahnen? Wie wichtig ist eine ganzjährige Angebotsausrichtung?

Gerade im Sommer sind Tirols Seilbahnen wichtige Impulsgeber und Wegbereiter für die Attraktivierung von Bergerlebniswelten für Familien, Naturliebhaber oder Abenteuerlustige. 27 ausgezeichnete „Tiroler Sommer-Bergbahnen“ stehen für Bergerlebnisse mit Qualitätsgarantie – geprüft nach strengen Kriterien und zertifiziert mit dem Gütesiegel „Beste Österreichische Sommer-Bergbahn“ des Fachverbandes der Seilbahnen der Wirtschaftskammer Österreich. Der Beitrag der Seilbahnen zeigt sich auch in den Zahlen: Drei von vier Sommergästen nutzen Bergbahnen – im Schnitt an 40 Prozent ihrer Aufenthaltstage.

Wie positionieren sich Tirols Seilbahnen im internationalen Wettbewerb? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen im Vergleich zu anderen alpinen Destinationen?

In den vergangenen Jahren war die Seilbahnwirtschaft mit teils emotional geführten Debatten konfrontiert – von der Energiefrage über die Diskussion um „weiße Bänder“ bis hin zu Themen wie Sicherheit und Preisgestaltung. Eine „größte“ Herausforderung lässt sich daher kaum definieren. Gerade in Zeiten rapider Veränderungen können sich Geschäftsfelder aufgrund neuer Rahmenbedingungen sowohl positiv als auch negativ entwickeln. Fest steht: Wirtschaftlicher Erfolg ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis von Anpassungsfähigkeit, Innovation und Voraussicht. Entscheidend ist, flexibel zu bleiben und auf Veränderungen rasch zu reagieren.

 

Reinhard Klier fc Gerhard Berger

Zur Person

Reinhard Klier ist Obmann der Fachgruppe der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Tirol.

 

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Österreich-Bilanz Wintersaison 2025/26

  • 54 Mio. Ersteintritte (Skier Days)
    • +4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
    • + 6 Prozent bis Ende Jänner (auf Rekordniveau 2019/20)
    • +2 Prozent im Feber
    • -6,6 Prozent im März (Rückgang in der Nachsaison)
  • 12,2 Mio. Nächtigungen im November und Dezember 2025 in den Bergregionen
    • 8,7 Mio. davon durch SkifahrerInnen
    • 71 Prozent der Gäste reisen wegen Wintersport an
  • 6,7 Mrd. Euro Winter-Wertschöpfung gesamt (Branche)
    • 1,2 Mrd. € Nettowertschöpfung durch frühe Wintersaison
    • 128.000 Arbeitsplätze hängen direkt/indirekt an Seilbahnen
  • Technische Beschneiung sichert frühen Saisonstart und somit:
    • 8,7 Mio. Nächtigungen
    • 10,4 Mio. Skitage
01. Mai 2026 | AutorIn: Markus Wechner | Foto: Christoph Johann, Gerhard Berger

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